Unter, Lithograph

Unter, Lithograph, ist uns aus R. Weigel's Kunstkatalog bekannt.

Er lithographirte T. Hildebrandt's berühmtes Bild, welches die Söhne des Königs Eduard IV. vorstellt, gr. qu. fol.

Himmelfahrt Mariä, welche er für die Kirche in Ober-Botzen wie- derholte. Im Dome zu Loreto sind zwei Mosaikbilder nach sei- nen Gemälden: die heil. Philippus und Ignatius. Auch in den Kirchen von Tirol findet man etliche Altarbilder von Unterberger.

Im Ferdinandeum zu Innsbruck ist nur ein Bild von ihm, Maria

mit dem Kinde und dem heil. Johannes vorstellend. Eine seiner reichsten Compositionen blieb in der Zeichnung. Die Stadt Ge- nua hatte beschließen, im Saale des Dogen die Decke in Fresco verzieren zu lassen, und sechzehn Künstler schickten zu diesem Zwecke Zeichnungen ein. Die Akademie erkannte unserm Künst- ler den Preis zu, mit der Erklärung, dass kein anderer Künstler in reichen Compositionen mehr zu meistern verstehe, als Unterber- ger; allein dennoch erhielt ein anderer Künstler die Ausführung des Gemäldes, weil er die Arbeit um einen geringeren Preis über- nahm. Seine mühsamste Arbeit waren die Kopien der Bilder Ra- faels in den vatikanischen Loggien mit den Ornamenten von Gio. da Udine, welche er auf Vermittlung Reifenstein's für die Kaiserin Catharina II. von Russland in der Größe der Originale ausführte. Er suchte dabei die schadhaften Stellen zu ergänzen. Dem Künst- ler wurde eine Belohnung von 45000 Gulden zugesichert, welche er mit anderen Capitalien auf der heil. Geistbank in Rom depo- nirt hatte. Bei der Invasion der Franzosen 1796 ging der Künst- ler ins Vaterland zurück, und hielt sich fast ein Jahr in Flandern auf, aber ohne den Pinsel in die Hand zu nehmen. Ernst und bedacht sein Lebenlang, und niedergedrückt durch den Verlust, welcher ihm aus dem Bankrotte der römischen Bank erwuchs, fand er keine Ruhe mehr, da ihn sein früherer philosophischer Gleich- muth verließ. Er floh aus Flandern vor dem Anrücken der Feinde nach Rom, und von da wieder zurück. Bald aber zog es ihn wieder nach Rom, wo jetzt am 25. Jänner 1798 der Tod seinen Kummer endete.

Unterberger gehört neben Mengs zu den gefeiertsten Künst- lern seiner Zeit. Man glaubte im Allgemeinen, ihm einen Rang - unter den ersten Meistern seiner Kunst einräumen zu müssen. Er wollte in seinen Compositionen gelehrt erscheinen, so wie er auch im Leben den ernsten Philosophen spielte. Besonders gefiel seine frische, kräftige Färbung, welche er mit grosser technischer Fertigkeit auftrug. Er liebte glänzende Lichteffekte und breite Massen, und was ihm die römischen Critiker (Caracci, 1790, Nr. 24) besonders hoch anrechneten, war ausser der glänzenden Färbung die Rundung seiner Figuren, in der Weise des Polidoro da Carra- vaggio. In genauer Beobachtung der Luftperspektive soll ihm kein italienischer Künstler gleich gekommen seyn. In Goethe's Win- ckelmann kommt aber Unterberger nicht so gut weg, wie bei den italienischen Schriftstellern. Da heißt es S. 280, er gehöre zu den- jenigen Schülern von R. Mengs, die ein bloss zum Praktischen sich eignendes Talent hatten, von denen somit das Ernsteste der Lehren ihres Meisters abstreifte, so dass sie sich ihrer Natur über- liessen, und man die Mengs'sche Schule in ihren Werken nicht aus der wohlverstandenen Zeichnung, schönen gewählten Formen, sondern bloss an hellen Farben und herrschendem guten Ton im Allgemeinen erkenne. Das Lob eines geschickten Künstlers wird ihm aber nicht abgesprochen, nur glaubt der Berichtgeber S. 305, dass Unterberger nicht Fähigkeit genug besessen habe, merkwür- dige Erscheinungen hervorzubringen. Seine Kunst möchte er am liebsten Platonomanier nennen, er findet heitere frische Farben, einen angefüllten Raum ohne viel Inhalt. Im Sammler für Tirol II, 2. finden sich biographische Nachrichten über diesen Künstler.

gehört das Bild des Rosenkranz - Altares im Dome zu Brixen, wo für er 833 Gulden erhielt, Die Himmelfahrt Mariä in der Pfarr- kirche zu Cavalese, die Maria mit dem Kinde bei den Serviten zu Innsbruck, einige Bilder in den Kirchen zu Brixen u. s. w.

In der letzten Zeit seines Lebens zog er sich nach Cavalese zurück, und starb daselbst 1776.

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