Ulrich, Maler aus Maulbronn in Schwaben

Ulrich, Maler aus Maulbronn in Schwaben , gehört zu den merkwür- digsten deutschen Meistern aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhun- derts. Seiner erwähnt Fiorillo in der Geschichte der Malerei in Deutschland I. 303, und nach ihm Füssly in den » Supplementen zum Künstler - Lexicon, sie setzten aber den Künstler ins 12. Jahr- hundert, weil Fiorillo den Meister Ulrich als Zeitgenossen des Walter von Lomersheim nimmt. Dieser baute die Kirche und das Kloster in Maulbronn, die erstere wurde aber um 1420 ver- grössert, und bei dieser Gelegenheit zierte Ulrich die Kirche in

Maulbronn. In neuester Zeit untersuchte F. Kugler diese Male- reien genauer, und gab im Kunstblatte 1840 Nr. 06 Nachricht dar- über.

Diese Gemälde sind jetzt ziemlich verblichen, zeigen aber noch in diesem Zustande einen grossartigen Charakter. Am Pfeiler des Chorbogens ist der grosse Christoph mit dem Jesuskinde von Ul- rich gemalt. An der nördlichen Wand sieht man eine heil. Jung- frau mit dem Kinde, vor welcher noch einer der drei Könige sicht- bar ist. Im Grunde ragen noch einige Pferdeköpfe hervor. Auf der südlichen Seitenwand sieht man ebenfalls eine Madonna mit dem Kinde, und vor ihr den Bischof Günther von Speyer, der die Kirche geweiht, und den Stifter derselben, Walter von Lo- mersheim, um das Ordenskleid bittend. Rechts dahinter zeigt sich die Kirche in ihrer ursprünglichen Gestalt, und seitwärts erschei- nen mehrere Figuren. Die Gestalten sind hoch und ansehnlich, in dem ernsten statuarischen Styl einer frühern Zeit gehalten. Die darüber stehenden Verse nennen den Maler und den Baumeister der neuen Kirche (Berthold). Die Zeit bestimmen die Verse:

Denique mille. tetra. C. duo, X. quaterno. Patre sub Alberto. pingitur hic paries.

Per quem testudo praecelsior et laterales. Sunt quoque perfectae taliter ecclesiae. Conversis operis Berchtold, Ulrichque magistris Alter depictat, sed prior aedificat.

Nach den obigen Distichen sind diese Bilder 1424 gemalt.

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