Ulrich, Hans

Ulrich, Hans, s. Heinrich Ulrich, Ulrich oder Willrich, Heinrich, Maler und Kupferstecher zu

Nürnberg , scheint die Blätter de Passe zum Vorbilde genom- men zu haben, und machte sich durch zahlreiche Stiche bekannt, die meistens sehr gut gearbeitet sind. Die ältesten entstanden nicht lange vor 1605. Um 1615 begab sich der Künstler nach Wien, kehrte aber später wieder nach Nürnberg zurück, und musste ein sehr hohes Alter erreicht haben, wenn das Bildniss des Meisters von 1665, welches Panzer erwähnt, von ihm selbst gestochen ist. Es trägt das bekannte Monogramm desselben, das verbundene H. V., 4. Ein zweites Bildniss des Künstlers ist von J. A. Böner ausge- führt, 4: Letzteres ist unstreitig nach einem älteren Bilde gesto- chen, da Böner 1720 starb. Allein auch 1605 scheint Ulrich nicht mehr gelebt zu haben. Einen zweiten Maler und Kupferstecher dieses Namens erwähnt Heinecke: Idee général § 400; dieser könnte auf einige der folgenden Blätter Anspruch haben. Heller (Leben A. Dürer's S. 400, No. 476) erwähnt eines Hans Ulrich, und verweist dabei auf Lepel, welcher diesem Hans Ulrich eine Copie des Dürer'schen Schweisstuches zuschreibt. Auch im Cataloge der Sammlung des Grafen Sternberg-Manderscheid wird der Künstler Hans Ulrich genannt, wir glauben aber, dass unser Heinrich darunter zu verstehen ist.

  1. Kaiser Rudolph II., Büste, Ulrich sc. 8.

  2. Joachim Ernest, Churfürst von Brandenburg , fol.

  3. Albrecht Friedrich, Markgraf zu Brandenburg, nach Andr.

Ridl, fol. '

  1. Maria Eleonora, dessen Gemahlin, nach demselben, fol.

  2. Christian, Markgraf zu Brandenburg, nach A. Ridl. fol.

  3. Maria, dessen Gemahlin, nach demselben, fol.

  4. Philippus Sigismundus Episcopus Osnabrucensis, nach G.

Berger, 4, 8) Ahmet Beg, türkischer Gesandter in Wien, kl. 4. 9) Sigismund Bathori, ungarischer Feldherr. Ulrich sc. 8.

  1. Maria Christina, dessen Gemahlin, geborne Erzherzogin von Oesterreich. H. Ulrich sc. Norimb. Oval gr. fol.

  2. Hieronymus Kress von Kressenstein, 1505, kl. 4;: 474

  3. Heinrich Julius, Verweser des Bisthums. Halberstadt, kl. 4;

  4. Martin Luther, Büste in emblematischer Einfassung. Oben, Wahrhafte Contrafactur — gemacht. Heinrich Ulrich sc. et exc. fol. 5

  5. H. Sartorius. H. Ulrich pinx. et exc. Viennae 1614, fol.

  6. Abraham Gasto, Gerichtsassessor. H. Ulrich sculp. 1615, Oval gr. 8.

  7. Simon Mann, in einem verzierten Ovale, qu. fol.

  8. Johann Mühlberger, in ähnlicher Einfassung, qu. fol.

  9. Wilibald Pirkheimer, Brustbild in 3 Ansicht. Copie nach Dürer, in dem Werke: Bilibaldi Pirkheimeri Opera. Frankf. 1610, fol., und in Joh. Jmhof's Theatrum virtutis et honoris, oder Tugendbüchlein, 1606, 8. Kommt dieses Blatt aus dem letzteren Werke, so ist es gebrochen. Im anderen Falle er- kennt man es an der Schrifttafel unter dem Bilde. Sie geht nicht über den Stichrand und das Pelzkleid hinaus. Auch ist über dem G. im Worte Effigies kein Strich, welcher in einer anderen Copie durch das Ausglitschen des, Stichels be- wirkt wurde. Auch ist weder unter dem G. noch unter dem V ein Strich, wie in jener Copie. H. 6 Z. 9 L. Br. 4 Z. 3 L.

  10. Johann Preu. Heinrich Ullrich inventor scalp. kl. 4,

  11. Barth. Kayn, Medaillon. H. Ullrich sc. kl. 4; —

  12. Salomon Chocigger, Gottesgelchrter, H. Ullrich sculp. kl. 8.

  13. Hieronymus Ortelius, Mit dem Monogramm. Für Orte- lius' Ungarischcs und Siebenbürgisches Kriegswesen. Nürn- berg 1613, kl. 4.

  14. Maximilian, Erzherzog von Oesterreich und König von Po- hlen auf dem Paradebette, nach G. Berger, qu. fol.

  15. Georg Friedrich Wilhelm von Sachsen - Altenburg auf dem

Paradebette, nach G. Berger, qu. fol. 25) Das Opfer Abrahams, nach G. Berger, fol. 26) Der verlorne Sohn. Oval, qu. fol.

  1. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, nach G. Meyer, kl. 4.

  2. Die Kreuzigung Christi, nach G. Strada, fol.

  3. Christus am Kreuze, schönes Blatt. Gaiman excud. kl. fol.

  4. Christus das Kreuz haltend, halbe Figur, gr. 4, a

  5. Der Leichnam Christi im Schoosse des heil. Vaters, kl. fol.

  6. Christus auf Wolken, in allegorischer Auffassung. Titel zu

einem neuen Testamente, H. Ullrich sc. 1509, fol.

  1. Die heil. Jungfrau auf Wolken, von Gott Vater und dem

Sohne gekrönt, kl. 4.

  1. Das Schwettuch von zwei Engeln gehalten. Copie nach Dürer's Blatt von 1513. B. X. 25. Heller Nr. 476. Die Co- pie ist ohne Zeichen und Jahrzahl, und wird einem Hans Ulrich zugeschrieben, wir glauben aber, dass darunter unser

Künstler zu verstehen sei.

  1. Georg tödtet den Drachen, fol.

  2. Der grosse Triumphwagen des Kaisers Maximilian, von 12

Pferden gezogen und von den Tugenden geführt, Copie nach

Dürer's berühmten Holzschnitten für J. Imhof's Theatrum

virtutis et honoris 1606 gestochen, 3 Blätter, das erste 7 Z.

L., die beiden andern 4 Z. 7 L. hoch, und 37 Z. 11 L.

breit. Die Opera Bilibaldi Pirkheimeri, edit. Goldast 1610,

enthalten dieselbe Copie. Man schrieb sie früher dem weit älteren J. Bink zu, jetzt hält man sie für Ulrich's Arbeit.

  1. Fortuna auf der Kugel stehend, 8.

  2. Ein Weib mit ausgestreckten Armen rechts an der Säule, Im Grunde ist eine Pyramide und eine andere Säule. In der ovalen Einfassung bemerkt man die Buchstaben H. V.

  3. Ein Weib mit dem Kinde auf dem Arme laufend. Rechts ist eine Pyramide, und im Grunde eine Ruine. In ähnlicher , Einfassung mit dem Zeichen, und von gleicher Grösse.

  4. Leben und Ende des Wollüstlings, vier Blätter mit reichen Figurengruppen, unten lateinische und deutsche Verse, Ohne Namen, wahrscheinlich von Ulrich, gr. 8.

  5. Ein Jüngling, der die Brust eines Mädchens unzüchtig be- tastet, la. fol.

  6. Die fünf Sinne, in weiblichen, reich gekleideten Figuren, Ohne Namen, wahrscheinlich von Ullrich, 8.

  7. Eine Gruppe von drei lahmen Bauern. M. A. in. Ullrich sc. 1608, 12.

  8. Ein Narr mit der Schellenkappe, welcher eine Puppe hält, Copie nach J. Saenredam. Valk exc. kl. fol.

  9. Gruppe singender Frauen unter dem Baume und zwei Män- ner, welche die Cither spielen. Unten zwei lateinische Verse, H. Ullrich sc. Rund. 4.

  10. Eine Folge von fünf Blättern mit Kindern in verschiedener Stellung. Hier. Bang Exc. 1606. qu. 8.

  11. Friese mit Tritonenkämpfen, 4. 4.

  12. Die Blätter in Joh. Imhofs Theatrum virtutis et honoris, oder Tugendbüchlein, Niirnberg, 1606, 8.

Dazu gehört der erwähnte Triumphwagen, und das Bild- niss Pirkheimers. 1

  1. Eine Folge von 12 Blättern mit Soldaten verschiedenen Ran- ges, jedes mit einem lateinischen Verse, Nr. 10. ist bezeich- net: Paulus Mair inventor. H. Ullrich Schulp. et excudit
  1. Oval qu. 8. '
  1. Eine Folge von 12 Verzierungen mit Figuren. Ullrich sc., 1608, qu. 12.

  2. Eine Folge von 12 Blättern mit Costümen, nach P. Mair, 12.

  3. Eine Folge von 12 Blättern mit Frauenbüsten in altdeutscher Tracht, 8.

  4. Eine Folge von 12 Blättern mit Landschaften und Piezen im Costume der Zeit des Künstlers. D. G. Neyer in. Hein- rich Ullrich Norimbergae sculpsit excudit 1601. Diese Na- men stehen auf dem ersten Blatte. Rund, 12.

  5. Eine Folge von 12 Blättern mit verschiedenen Vögeln, Nr. 11 unten bezeichnet: H. Ullrich scalpt. Br. 6 Z. 7 L. H. 1 Z. 6 L.

  6. Ein Hirschkalb. A. MDCIIJL ist das Hirschkalb im Amt Cadolzburg gefundeu, so zween Schlünd wie auch im Leib alles doppelt gehabt. Heinrich Ullrich scalp. 2r qu. 4.

  7. Das Wappen des Christoph Fürer, für dessen Itinerarium, Norimb, 1621. Mit dem Monogramm,

  8. Ein Titel mit vielen Wappen, 8,

  9. Das Vorschriftenbuch des C. F. Brechtel. Nürnberg 1603, 4

  10. Ein eigenhändiges Vorschriftenbuch. Nürnberg 1605, 4, Caymox exc., 4. Ulrich, Heinrich, Maler und Kupferstecher, wird von Heinecke, die general p. 499, genannt. Er soll um 1655 in Nürnberg ge- storben haben, und somit könnte er der Sohn des obigen Künstlers gewesen seyn. Die im Artikel des älteren H. Ullrich erwähnten Bildnisse, welche gewöhnlich solche dieses letzteren gelten, könn- ten den jüngeren H. Ullrich vorstellen, da eines die Jahrzahl 1655 trägt. Das von Böner gestochene Bildniss dürfte jedenfalls jenes des H. Ullrich jun. seyn. Füssly kennt folgende, nach ihm gestochene Blätter: Das Bildniss des Herzogs Heinrich Ludwig von Braunschweig, von einem Ungenannten gestochen. Vinea spiritualis, i. e. Marter Christi und seiner Apostel. A,

  1. SC. Ulrich, Heinrich Jacob, Maler, geb. zu Zürich 1798, wurde von seinen Aeltern zum Kaufmannstande bestimmt, und konnte daher nur in Nebenstunden sich der Kunst widmen, worin er es aber bald zu einem nicht ungünstigen Resultate brachte. Dennoch blieb er Kaufmann, und erhielt 1846 eine Anstellung im Hause Pautard zu Paris, in welchem er sechs Jahre arbeitete, so dass ihm zur er- folgreichen Kunstübung wenig Zeit übrig blieb. Doch besuchte er häufig die Gallerie des Louvre, und endlich ergab er sich aus- schliesslich der Malerei, worin ihn einiger Unterricht im Techni- schen in kurzer Zeit weit förderte. Im Jahre 1828 widmete er der Marinemalerei seine ganze Thätigkeit, wozu ihn sein Aufenthalt in Neapel besonders ermunterte. Ulrich fand hier volle Anerken- nung, und wurde zum Ehrenprofessor der k. Akademie ernannt; allein das Clima zwang ihn zur Rückkehr nach Paris, von wo aus er später eine Reise nach England und Holland unternahm. Die Natur und die Kunstschätze jener Länder hatten auf seine Rich- tung den wohlthätigsten Einfluss. Seit 1830 lebt der Künstler in Zürich, wo er eine der Hauptstützen der gegenwärtigen landschaft- lichen Kunst ist. Ulrich malt mit Vorliebe Marinen, Stürme, brennende Schiffe u. s. w., mit wohlberechneter Staffage, und gewöhnlich in grösserem Formate. Doch kommen auch kleinere Bilder ähnlichen Inhalts vor, welche durch ihre Motive anziehend sind. Dann malte er auch einige Thierstücke, besonders Füchse. Selten kommen Still- leben vor. An seine Gemälde in Oel schliesst sich dann eine be- deutende Anzahl von Aquarellen, welche zu den schönen Arbeiten

dieser Art gehören. Im folgenden Werke sind Lithographien von ihm: Douze Vues de Aix-les-Bains (Savoie) et ses environs. Dess. d'après nature et lith. par Ulrich, Dupressoir, Sabatier etc. Paris 1835, roy. 4. Ulrich oder Ulric, JOHANN, nennen die Franzosen zuweilen den J. Ulrich Pilgrim. Ulrich, Johann Andreas, wird irrig Friedrich Andreas Ulrich genannt. Ulrich, Johann, Maler, arbeitete um 1700. Er malte Bildnisse und andere Darstellungen. Einige seiner Bilder wurden gestochen. Ulrich, J. H. s. Heinrich Ulrich, Ulrich, Johann Friedrich, Maler, war um 1763 — 65 im Dienste des Hofes in Hessen-Cassel. Auf seinen Prägungen stehen die Buch- staben U. und F. U. Ulrich, Johann Jacob, Maler von Zürich, war Schüler von Conrad Fries. Er malte gute Bildnisse, zuweilen in Lebensgröße. Starb 1680 im 70. Jahre. Ulrich, Martin, Maler zu Leipzig, wird von Stempner, Inscriptio- nes Lips. p. 322 erwähnt. Er malte um 1670 für die Oberhofge- richtsstube im Rathhause zu Leipzig eine Darstellung aus dem Leben Jesu. Ulrich, Peter, Architekt von Pirna, erbaute um 1504 die Stadt- kirche in Lommatzsch bei Meissen, führte sie aber nur bis unter das Dach. Im Jahre 1514 wurde sie beendet. Vergl. V. Lossius, Chronica der Stadt Lommatzsch 1629. Ulrich, Peter, Maler, s. P. Uterick. Ulrici, Hans Stoll, Architekt und Ingenieur, stand um 1708 zu Torgau in kaiserlichen Diensten. Er ist durch ein von P. Schenk in Amsterdam verlegtes Blatt bekannt, unter dem Titel: Speculum Architecturae militaris. Auf diesem Blatte sind Muster von 20 der berühmtesten Kriegsbaumeistern. Umbach, Jonas, Zeichner und Maler, geb. zu Augsburg 1624, erwarb sich den Ruf eines tüchtigen Künstlers, welchen er in vie- len Dingen noch zur Zeit bewahrt. Er malte Küchenstücke, Ge- flügel, Landschaften mit Mondlicht und Fackelschein, und einige historische Bilder. Seine Oelgemälde sind aber selten. Auch Zeich- nungen finden sich nicht mehr häufig, obgleich er deren viele ge- fertigt hatte. Sie sind mit schwarzer Kreide oder in Bister aus- geführt, und meistens mit Weiß gehoben. Die landschaftlichen Bäume werden von den Kennern vorgezogen. Er staffirte sie gerne mit Hirten-Szenen, oder mit anderen ländlichen Bewohnern, welchen Thiere beigegeben sind. Zuweilen sind seine Gegenden vom Monde beleuchtet, wobei der Fackelschein gut contrastirt. Auch für Gold- schmiede und für Buchhändler lieferte er viele Zeichnungen,

Stiche nach J. Umbach.

Triumphus Corporis et Sanguinis Christi, gestochen von M. Küssel.

Grosse These mit Maria und dem Kinde in einem Kranze von Früchten, gest. von B. Kilian.

Die Heiligen des Benedictiner Ordens, gest. von B. Kilian, G. Waldreich und Frank, 24 Blätter, 8.

Die Geschichte der heil. Idda, gest. von B. Kilian, 8.

Der heil. Jodocus von Christus gekrönt, von B. Kilian gesto- chen, gr. fol.;

Eine Frau vom Engel begleitet, gest. v. G. C. Wolfgang.

Die Hirten beim Nachtessen, gest. von J. E. Haid, qu. fol.

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