Ulivelli, Cosmo

Ulivelli, Cosmo, Maler, geb. zu Florenz 1628; war Schüler des B. Franceschini und Nachahmer desselben, so dass nach Lanzi’s Bemerkung seine Werke mit jenen des Meisters verwechselt wer- den könnten. Allein Ulivelli ist manierirt; hat weniger zierliche Formen, und kein so kräftiges Colorit als Franceschini. Es finden sich Gemälde in Öl und Fresco von ihm, wie im St. Annunziata, im St. Spirito und del Carmine. In dem letzteren Kloster sind Lu- nettenbilder von ihm, worunter der Tod des Propheten Elisa zu seinen Hauptwerken gehört. Im Jahre 1658 malte er mit ande- ren am Gewölbe der Gallerie im herzoglichen Palaste zu Flo- renz, welcher mit Bildern aus der vaterländischen Geschichte in Fresco verziert wurde. Menabuoni hat diese Gemälde später zum Stiche gezeichnet, und sie erschienen unter folgendem Titel: Azzioni gloriosi degli uomini illustri Fiorentini nelle volte della reale galleria di Firenze, gr. fol. In der Tribune zu Florenz ist das

Der Tod des Propheten Elisa im Kloster del Carmine ist von C. Vascellini für M. Lastri's Etruria pittrice, CXII gest. qu. fol. Cechi stach nach ihm zwei Darstellungen aus der Legende des heil. Martin, kl. fol. C. Mogalli stach das Bild des heil Pere- grinus.

Riviera, s. Olivieri.

Riviera, A. S., nennt Füssly einen spanischen Kupferstecher , der um

1740 lebte.

Die Madonna mit dem Kinde, wie sie in der rechten einen Anker, und in der Linken einen Zweig mit drei Rosen hält, Mittel- mässiges Blatt, kl. 8. ;

Ruhl, Jacob von. — Ruhl, Jakob von.

Ruhl, Hans von, s. Hans Felber. Unter diesem Namen erscheinen

zwei Architekten des 15ten Jahrhunderts. Fiorillo V. 313. 337. nennt sie unter dem Namen Hans von Ulm.,

J, Jakob von » Glasmaler, erwarb sich im 15ten Jahrhunderte den Ruf eines grossen Künstlers und eines Heiligen. Sein Leben wurde aber erst in der neueren Zeit genauer bekannt, indem ihn Leo XII. 1825 canonisirte. Diese Nachrichten wurden aus der Chronik des Frate Ambrogino da Soncino geschöpft, des Schülers und mehrjährigen Gehülfen unsers beato Giacomo da Ulma, wie die Italiener ihn nennen. Sein Vater Theodorich war Kaufmann in Ulm, wo auch Jakob 1407 geboren wurde. Er hatte besondere Anlage zur Mechanik, und betfasste sich wahrscheinlich auch schon früh mit der Technik der Glasmalerei, so dass er schon vor sei- ner 1432 erfolgten Reise nach Italien mit der Kunst sich beschäf- tigt haben könnte. Ältere Nachrichten sagen, sein frommer Sinn habe ihn nach Rom' gezogen, um am Grabe des Apostelfürsten zu beten und zu weinen. Allein der Künstler entbehrte in Italien der Unterstützung, und sah sich zuletzt genöthiget, im Heere des Kö- nigs Alfons von Aragonien Kriegsdienste zu nehmen. Nach vier Jahren nahm ihn ein Bürger von Capua auf, und endlich gedachte er wieder in die Heimath zurückzukehren. Er nahm seinen Weg nach Bologna, hier aber empfing er das Gewand des heil. Domi- nicus, und weihte sich von seinem 34. Jahre an dem Dienste der Kirche und der Kunst. — Als Wanderer, Krieger und Mönch von dem unbescholtensten Wandel starb er den 11. Oktober 1490 im Rufe der Heiligkeit. Über ihn als Mönch handelt Melloni in den

Atti dei Santi Bolognesi, und Leandro Alberti in seinen Elogiis der Prediger Ordensmänner. Für uns ist er als Künstler von Bedeutung. Marchesi (Memorie dei più insigni pittori etc. Domenicani. Firenze 1845 I. 405) gibt darüber Aufschluss.

— — Die älteste Nachricht über seine Werke ist von 1465, und findet sich in einer Handschrift aus dem Kloster S. Domenico, jetzt im Archive zu Bologna. Darin sind die Kosten des Baues und der Ausschmückung der Kirche S. Domenico bemerkt. Bru- der Jakob malte 1465 die Fenster der Kirche, und dann jene der

» Libreria, welche 1467 bereits in Arbeit waren. Im folgenden Jahre

erhielt Michele für die Zeichnung zum Kappfenster B. (bolognini?) sechszehn, sodass also der Künstler nach fremden Zeichnungen ar-

beitete. Die Fenster der Libreria waren 1472 vollendet. Dann malte er auch die Fenster des Refectoriums, zwei Fenster der Ca- pelle des heil. Dominicus, und das grosse Rundfenster der Kir- che, welches von seltener Schönheit war. Alle diese Malereien gingen zu Grunde, oder wurden verschleppt. Ueber dem Ein- gange des ersten Dormitoriums ist noch ein kleines Bild, welches Christus am Kreuze mit Maria und Johannes vorstellt. Man schreibt dieses Gemälde dem Fra Giacomo zu; Kunstverständige halten es aber für viel älter.

Auch die Kirche S. Petronio in Bologna prangt mit Glasma- lerien des beato Giacomo Alcmanno; man kann aber nicht mit Bestimmtheit sagen, welche von ihm herrühren. In dieser Kirche hinterliessen auch andere Künstler Glasgemälde, die im Style, in der Composition und in der Schmelzung verschieden sind. Im Jahre 1792 wurden gemalte Scheiben herausgenommen, vielleicht auch solche von Jakob von Ulm. P. Melloni schreibt ihm einige Bilder im Oratorio della B. Elena dall'Olio im Palazzo Bentivogli zu Bologna zu. Im Hause des Professors Bianconi in der Via Mascarella ist ebenfalls ein kleines Glasgemälde, welches als Werk des seeligen Jakob von Ulm erklärt wird, so wie auch zwei Rund- bilder in der Kirche della Misericordia, und einige Fenster der grösseren Capelle des Collegio di Spagna zu Bologna von ihm herrühren sollen. Mit Sicherheit kann man jedoch dem B. Giacomo de Alemania kein Werk zuschreiben. Er bildete aber eine Schule, deren Einfluss man weithin in Italien begegnet. In seinem Klo- ster standen ihm Ambrogino da Soncino und Fra Anastasio zur Seite. Der erstere war 33 Jahre Gehilfe Jakob's. Leandro Al- berti rühmt ihn als trefflichen Meister, und sagt, dass seine Werke in den Kirchen Bologna's bewundert werden. Alberti war der Zeitgenosse des Ambrogino, und bemerkt auch, dass letzterer das Leben des Beato Giacomo geschrieben habe (Venetianer Ausgabe von 1557 S. 360). Werke von Soncino's Hand sind ebenfalls nicht mit Sicherheit zu bestimmen. In S. Petronio arbeitete er mit Mei- ster Jakob, und starb 1517, wie wir in Echard's und Quietif's Bibliotheca scriptorum Ord. Praedicatorum lesen. Daraus erfahren wir auch, dass Fra Bartolomeo della Porta Giacomo's Schüler ge- wesen, und auf Glas gemalt (vielleicht Cartons gezeichnet), so- wie dass er Nachrichten über dessen Leben gesammelt habe, welche dann Prierio, Flaminio, Alberti und Melloni benutzten. Der oben genannte Fra Anastasio, Mitconventual des heil. Jakob, wird nach einem Berichte im Archive zu Bologna von 1521 »ingenio eccellente, peritissimo in fare finestre di vetro, discipulo e mita- tore del beato Jacobo per spacio di otto anni« genannt. Doch auch von ihm lassen sich keine Werke nachweisen. Er starb 1521. Ein anderer berühmter Glasmaler war Guglielmo di Marecchia, welcher ebenfalls viele Werke hinterliess und Schüler bildete. In den Nachträgen werden wir über diesen Meister weitere Nachricht geben.

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