Ulft, Jacob van der, Maler, geboren zu Gorcum 1627, widmete sich aus Neigung der Kunst, zuerst nur neben seinen Berufs- studien, da er sich für den Staatsdienst vorbereitete. Er lebte in glänzenden Verhältnissen und hochgeehrt als Bürgermeister in seiner Vaterstadt, welche in ihm einen unparteiischen und recht- lichen Verwalter der Angelegenheiten besass. Nur in den Neben- stunden pflegte er die Kunst, zu welcher ihn Talent und Neigung zog. Dann befasste er sich auch mit der Chemie, zunächst zur Bereitung von Farben für die Glasmalerei. In Gorcum und in Gelderland findet man in Kirchen gemalte Fenster, die sich im Colorite den schönen Gemälden Crabeth's nähern. Er ist daher wahrscheinlich jener Chemiker Jacob van der Ulf, dessen Baron Reifenberg. (De la peinture sur verre aux Pays-bas, in den Nouv. memoires de l'Academie roy. de Bruxelles 18832, q. 4 ff.) erwähnt, aber als um 1627 lebend. Seine Ölbilder und Zeichnungen sind selten, aber meisterhaft, so dass die Zunftgenossen Anstand neh- men werden, ihn zum Dilettanten zu verdammen. Er malte Land- schaften mit antiken Gebäuden, besonders in Rom und der Umge- gend, aber ohne Rom selbst gesehen zu haben. Er bediente sich
abei der Kupferstiche oder der Zeichnungen anderer Künstler, wusste aber so viel Originalität in seine Bilder zu legen, und die römische Prachtarchitektur mit solcher Genauigkeit darzustellen, dass es wenig befremdet, wenn das Terrain und der südliche Himmel nicht mit eigenen Augen erschaut ist. So sieht man im Museum des Louvre eine Ansicht von Tivoli, aber auf der Ebene und an einem Flusse dargestellt. Dieses Bild ist sehr delicat behandelt, im dunklen Tone des Asselyn. Die Beleuchtung ist sehr schön. Ein zweites Bild im Louvre stellt einen Marktplatz dar, mit Vor- bereitung zu einem Feste, gut impastirt und sehr genau gemalt, doch etwas schwer im Tone. Descamps III. 398 sah in holländischen Cabinetten mehrere Bilder von Ulft, die jetzt in anderen Händen sind. H. van der Linden van Slingelandt in Dort besass ein Haupt-
Stiche nach diesem Meister Porträt. Landschaft mit antiken Gebäuden, in der Ferne ein Haus, C. Weisbrudt et R. Daudet sc. qu. Fol.
stel's Werk (von C. Brouwer), kl. qu. fol.
Ein Triumphbogen und andere römische Monumente, gest. von Daudet 4775. fol.
Ansicht eines Stadtthores in einer Gebirgsgegend, geätzt von Chataigner und vollendet von Bovinet, kl. 4°.
Figurirter Titel zu Joh. Fernelii Ambiani universa medicina, von Th. Matham sc. kl. fol.
Eigenhändige Radirungen,
Die Blätter dieses Meisters sind sehr selten. Die beiden fol- genden sind von Regnault-Delalande im Cataloge der Sammlung des Grafen Rigal No. 780 beschrieben. Das erstere kommt auch im k. Kupferstich-Cabinete zu Copenhagen vor, beschrieben in der Geschichte desselben von Rumohr und Thiele, Seite 85. R. Wei- del, Kunstkatalog No. 8139 a, verzeichnet ebenfalls die Ansicht des Marktes in Amsterdam, und werthet das Blatt auf 18 Thaler.
- Ansicht des Rathhauses in Amsterdam, mit dem Marktplatze und einer grossen Menge von Figuren und Buden von Handelsleuten. Rechts vorn ist das Waaghaus und die neue Kirche, und links geht die Strasse auf dem Agter-Bergwal. Im Cartouche unter dem Stadtwappen steht die Jahrzahl 1565 und am Himmel der Titel: Forum Amstelodamense, Den Dam, Vulgo Vocant. Im Rande stehen vier Zei- len: Nobilissimis Amplissimis — — urbem Conflu- xisse videantur. Links: Jacobus van Ulft Gorcomiensis deli- neavit et Fecit aqua — forti, rechts: Gisbertus a Zyll Excu- dito 1656.
B. v. Rumohr sagt, diese Ansicht erinnere an Stoop's grössere Blätter. Die Figuren sind verständig gezeichnet, hingegen die Thiere sehr fehlerhaft. Die Perspektive ist nicht tadeltreı, doch in der Architektur Manches, besonders der fernliegende gothische Thurm, mit verständlichem Fleisse und vieler Zartheit be- handelt.
- Ansicht des Schlosses in Gorcum. Links ist der sogenannte blaue Thurm. Am Canal im Vorgrunde sind Gebäude und Kähne. In der Luft hält ein Schwan eine Bandrolle mit der Schrift: Situatie van t'Casteel van Gerinchem aende Merwe — — Ja ten leste. Im Rande steht die Dedication an Hugo Boxel, und zu den Seiten ist holl- ändische Erklärung, welche durch Buchstaben auf die dar- gestellten Theile weiset, welche im Blatt ebenfalls mit Buch- staben versehen sind. Rechts unten: Doer Jacob van der Ulft geteyckent en gegraveert met Sterk-water. By Paulus Viljx uytgegeven, f. 11 Z. 3 L: mit 8 L. Rand, Br. 14 Z. 10 L.
Van Uliet » nennt Ticozzi irrig die Künstler van Vliet.
Pierre II Maler von Paris, war Schüler von Bon Boulogne, gehört aber zu den Nachahmern des Cl. Le Brun. Im Chore der Kir- che la Charité des hommes sind zwei Bilder von ihm: Die Heilung des Lahmen durch Christus, und die Heilung der Schwiegermutter des heil. Petrus. Andere Bilder dieses Meisters sind der Legende des heil. Claudius entnommen, unter welchen jenes der Erweckung
P. d’Ulin wurde 1707 Mitglied der Academie in Paris., und später Professor an dieser Anstalt. Starb 1748 im 79ten Jahre.
Stiche nach diesem Meister.
Le Sacre de Louis XV. à Rheims le 25. Octobre 1722. Mit Scenen und Costümfiguren nach Zeichnungen von Perrot und P. d’Ulin, fol.
Susanna und die Alten, gest. von J. Beauvarlet. fol.
Die Verkündigung Maria, gest. v. J. Audran, fol.
Dieselbe Darstellung kleiner, von einem Ungenannten.
Die Heilung des Lahmen durch Christus, gest. von C. N. Cochin, fol.
Der heil. Bischof Claudius erweckt ein todes Kind, gest. von N. Tardieu, fol.
St. Carolus vor dem Crucifixe betend, gest. von N. Tardieu, fol.
Vertumnus und Pomona, gest. von Cochin jun. fol.
Ludwig XIV., wie er den Plan zum Hotel der Invaliden ge- nehmigt, gest. v. Cochin jun., fol.
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