Ulerick, Pieter

Ulerick, Pieter, Maler, geb. zu Courtray 1530, war der Sohn ei- nes Advokaten und hatte in seiner Jugend mit vielen Hindernissen zu kämpfen. Den ersten Unterricht erteilten ihm W. Snellaert und C. van Ypern, und als das erste Bild in Oel nennt man die Anbetung der kleinen Schlange, welche er nach einem holländi- schen Meister copirt hatte, vielleicht nach Stradanus, welcher ihm ebenfalls Unterricht erteilte. Hierauf begab er sich nach Ant- werpen, um unter Jacob Floris sich weiter auszubilden, zuletzt aber nach Venedig , wo er in Tintoretto's Schule Aufsehen erregte.

218 Ulf, Jacob van der, — Ulft, Jacob van der.

Dieser Meister wollte ihn bei sich behalten, und gab ihm deswegen seine Tochter zur Ehe; allein Ulerick ergriff bald den Wan- derstab, und setzte Rom und Neapel zu seinem Ziele. In der

ersten dieser Städte malte er einige historische Bilder, und zierte

Landschaften des Girolamo Muziano mit Figuren. Diese Bilder

waren unter Papst Pius IV. in Tivoli . Auch zeichnete er in Rom und

Neapel interessante Ansichten mit der Feder, besonders antike Ge-

bäude und Bauten der späteren klassischen Zeit. Dadurch erwarb er

sich Kenntnisse in der Baukunst , und da er in der Perspective sehr erfahren war, brachte er auch gerne in seinen Gemälden Architec- tur an. Endlich kehrte er durch Deutschland wieder in's Vater- land zurück, und ließ sich um in Tournay nieder, wo er

nach Descamps' Versicherung Verfolgungen zu erleiden hatte. Der

genannte Schriftsteller nennt von ihm ein grosses Bild der ehe- renen Schlange in Wasserfarbe, die vier Evangelisten, Judith und

Holofernes, und eine Kreuzigung, wo Christus ohne Fussstützun-

nur an beiden Armen hängt. In diesen Gemälden ahmte Uleri-

den Tintoretto nach, und sie sollen nicht ohne Verdienst seyn.

Der Künstler überschätzte sich aber nicht; so sagte er einmal zu

seinem Schüler C. von Mander, er solle die Malerei aufgeben,

wenn dieser es eines Tages nicht besser mache, als er. Ludwig

Hemene von Courtray war ebenfalls sein Schüler.

Ulerick starb zu Tournay an der Pest, erst 44 Jahr alt.

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