Uden, Lucas van, Maler und Radierer , wurde zu Antwerpen geboren, und von seinem Vater in den Anfangsgründen unterrich- tet, welchen er aber, als mittelmäßigen Künstler , bald übertraf. Er hatte eigentlich keinen anderen Lehrer als die Natur, indem
In der Capelle der Kirche St. Bavon zu Gent sind grosse land- schaftliche Bilder mit Figuren von L. v. Uden. Diese Gemälde stammen aus seiner früheren Zeit, gehören aber zu den Haupt- werken des Meisters. Früher sah man auch in mehreren hollän- dischen Cabineten Bilder von ihm, wie in jenen von H. B. Du- bois, Deyne von Lievergen, u. a. Letzterer besass neben anderen eine grosse Landschaft mit Figuren von Teniers. Auch Graf de Vence und Blondel de Gagny in Paris besassen Werke von ihm. In der Sammlung Blondel's war eine grosse Winterlandschaft. In der k. k. Gallerie zu Wien war früher eine Landschaft mit Fi- guren und Vieh, welche im neuen Cataloge nicht mehr erwähnt ist, so dass sie als Werk eines anderen Meisters gelten dürfte. Die Gallerie Lichtenstein daselbst bewahrt eine schöne kleine Mondlandschaft. In der Pinakothek zu München ist eine meister- hafte kleine Landschaft mit Bäumen am Teiche, und einem Bauer , der die Pferde in die Schwemme reitet. In der Gallerie zu Dres- den sind sieben Bilder von Uden: eine Gebirgslandschaft mit Wasserfällen, dann mit zwei Reitern und einer Hirtenfamilie, ge- malt von P. Bout; eine kleine Landschaft mit Fischern und Käu- fern der Fische, die Staffage von Bout; eine grosse Landschaft mit Wasser und einem Brautzuge, gemalt von D. Teniers; eine kleine baumreiche Landschaft mit Elias und Antonius, von D. Te- niers gemalt; eine Waldlandschaft mit ein Paar Weibern; eine weite Landschaft mit Reisenden und einer Heerde, von Bout ge- malt. Auch in der Gallerie zu Salzdahlen waren ehedem mehrere Bilder von Uden. In Lutonhouse zu London ist eine vortreffliche Landschaft im Charakter von Rubens. Teniers malte die Figuren darin. Ein anderes meisterhaftes Bild dieser Art besitzt die Samm- lung in Devonshire. Eines dieser Bilder ist wahrscheinlich das
unten Nr. 67 erwähnte Gemälde. Dann findet man auch Zeich- nungen von ihm, mit der Feder, in Bister und in Tusch, auch mehrere in Aquarell. In Weigel's Achrenlese auf dem Felde der Kunst sind einige beschrieben. Auch im Cataloge der Sammlung des B. von Rumohr sind einige Zeichnungen erwähnt.
Das Todesjahr dieses Meisters ist unbekannt. Descamps sagt, er sei nach 1602 gestorben, Balkema lässt ihn 1660 sterben. A. v. Dyck hat sein Bildniss gemalt, und L. Vorsterman es für die Por- traitsammlungen jenes Meisters gestochen. Das Gemälde befindet sich in der Pinakothek zu München. In den Werken von Hou- bracken, Weyerman, d'Argensville und Descamps kommt ebenfalls das Bildniss van Uden's vor.
Stiche nach L. van Uden.
Landschaft mit der Flucht in Aegypten, gest. von N. Verkolje.
Landschaft mit Staffage, und der Inschrift: Le ciel se couvre, hâtons nous. Radirt von Marcenay de Guy, qu. fol.
Folge von 6 Landschaften nach leichten Entwürfen. Vanucci inv. Soubeyran fec. Paris chez Chereau, qu. 8.
Auch in folgenden Werken sind Blätter nach v. Uden, von Soubeyran ausgeführt, für Chereau und Odieuvre:
Livre de paysages dessines par differens grandes maitres, 8 Blätter, kl. qu. 8. ;
Livre de paysages par Vanucci et Verscure (Verschuring) 7 Blät- ter, qu. 4.
Livre de paysages inventés par Vanucci et Verscure (Verschuring,) 6 Blätter qu. 4.
Eigenhändige Radirungen,
Die Blätter dieses Meisters sind sehr geistreich und malerisch behandelt, und haben bis auf die Farbe alle Eigenheiten der Ge- mälde desselben. Bartsch P. gr. V. p. 17 ff. schreibt dem Künst- ler 59 Blätter zu, und glaubt, dass Werk könnte damit complet seyn. Allein mehrere dieser Radirungen sind von P. A. Immel- raet *), dem Schüler van Uden's, andere von Jean Bonnecroy. Der Peintre-graveur von Bartsch genügt daher nicht. Der Peintre- graveur francais par Rubert-Dumesnil (J. Bonnecroy II. 32) und Supplements au Peintre-graveur de A. Bartsch par R. Weigel I. 228 ff. stellen ein ganz anderes Resultat heraus, als bei Bartsch. Diese genannten Werke liegen dem folgenden Verzeichnisse zu Grunde, und die Nummern entsprechen jenen von Bartsch. Die beigefügten Preise sind theils aus dem Cataloge von R. Weigel, theils aus Auctionskatalogen entnommen, und geben einigen An- haltspunkt bezüglich des Werthes der Blätter.
1 — 12) Folge von verschiedenen Landschaften. H. 2 Z. 8 — 9 L., Br. 3 Z. 6 — 8 L.
Es kommen Abdrücke auf Pergament vor, welche aber nicht so schön sind, als jene auf Papier. R. Weigel sah einen solchen von Nr. 13.
- Landschaft mit Waldpartien. Im Vorgrunde gehen zwei Weiber mit Körben auf dem Kopfe, und neben ihnen geht ein Knabe. Am Wege sitzt ein Mann mit dem Stocke. Links unten: Lucas VvE.
I. Reine Aetzdrücke: Der ruhende Mann hat keinen Stock, II. Der Mann am Wege hat einen Stock,.
*) Wird auch Immelraet, Emelraet und Immelruth genannt. Sein wahrer Name ist Immelraet.
_ Auf einer Auktion in München 1841 4 Gulden 59 Kreuzer.
- Landschaft mit einem Flusse in der Ferne rechts. Seine Ufer sind mit Bäumen besetzt, und links vorn steht ein Bauer, der, auf seinen Stock gelehnt, mit einem am Boden ätzenden Paare spricht. Unter diesen beiden Figuren steht:
Lucas VV.
Der Hirte mit dem Stocke in beiden Händen stehend von den Schafen umgeben. In einiger Entfernung erhebt sich _ ein grosser Baum am Fusse einer Erhöhung, und links nach dem Grunde zu steht eine Gruppe von vier Bäumen. Im Grunde rechts ist Wasser mit Gesträuchen, durch welche man einen spitzigen Thurm erblickt. Links vorn am Steine Lucas VV. Auf einer Auktion in München 1841 4 Gulden 55 Kreuzer.
Das Dorf rechts an den beiden Ufern des Baches, mit ei- nem spitzigen Kirchthurme fast in Mitte des Blattes, Links vorn stehen zwei Knaben vor einem sitzenden Weibe, Rechts oben: Lucas Van Uden fecit. F, v. W. ex.
In einer Auktion zu München 1845 3 Gulden 6 Kreuzer.
Zwei Männer links am Hügel, einer stehend, der andere am Boden sitzend. Oben auf dem Hügel erhebt sich ein grosser Baum in zwei Stämmen. In der Ferne links sieht man einen breiten Fluss am halb mit Wald besetzten Berge hin. Links unten: LVV.
Zwei Reiter am Flusse die Pferde tränkend, während ein dritter bis an die Brust im Wasser steht, und das Pferd am Zaume führt. Der Fluss breitet sich im Vorgrunde aus, und im Grunde führt eine Brücke über denselben nach ei- nem Hause, dessen Fronton verziert ist. Ohne Zeichen.
Die Ruine einer Brücke, welche über Wasser führt. An einem der Ufer stehen dichte Bäume, und links neben dem Bogen der Ruine erheben sich zwei Bäume mit gekreuzten Stämmen. Vorn geht ein Bauer mit seinem Weibe und ei- nem Knaben. Unter diesen Figuren steht: LVV fec.
Ein Nachtstück. Links in der Ferne sieht man einen brei- ten Fluss mit Baumgruppen am Ufer, und rechts vorn den Hirten mit zwei Kindern am Feuer bei der Heerde. Am Wasser im Mittelgrunde geht ein Bauer, und links erschei- nen zwei weidende Kühe. Ohne Zeichen.
In einer Auktion zu München 1843 3 Gulden.
Das Weib bei den zwei Kühen links vorn. Gegen den Grund zu steht ein Baum am Hügel, von wo sich ein Wald hinzieht. In Mitte des Blattes steht ein Haus, und rechts vorn eine Baumgruppe. Ohne Zeichen.
Die Schafheerde am waldigen Hügel, an welchem links un- ten ein Fluss nach dem Grunde zu geht. In Mitte des Blattes ragt der Kirchthurm über die dichten Bäume empor. Rechts vorn steht auf dem Hügel ein grosser Baum. In der Ecke unten: LVVFE.
Vor dem Zeichen, und vor der Retouche mit dem Grab- stichel.
12 Die zwei Weiber an dem mit Bäumen besetzten Hügel, und der Hirt mit dem Stocke von der Schafheerde umgeben. Links in der Ferne steht ein Schloss am Ende des Gartens. Links oben: Lucas van Uden fecit. Franz. v. Wyngaerde ex.
13 — 20) Folge von acht verschiedenen Landschaften, mit rö- mischen Zahlen numerirt, H. 3 Z., Br. 4 Z. Diese Folge schreibt Bartsch dem van Uden zu, sie ist aber wahrscheinlich von P. A. Immenraet. R. Weigel sagt, auf den früheren Abdrücken vor der Retouche und vor den Nummern stehe ganz deutlich das Zeichen P. A. J.; nämlich jenes von Immenraet, welcher nach Zeichnungen van Uden's gearbeitet haben könnte. Franz van Wyngaerde veranstal- tete beim zweiten Drucke eine numerirte Folge, und be- zeichnete das erste Blatt wie folgt: Lucas van Uden inuent. Franciscus van den Wyngaerde excudit. Dadurch vindicirte er dem L. van Uden die Erfindung, nennt ihn aber nicht zugleich als Radirer. Dass Wyngaerde die Zeichnungen ganz willkürlich dem van Uden zugeschrieben habe, ist wohl kaum anzunehmen, und da es auch nicht zu beweisen ist, dass von Wyngaerde selbst die Aetzarbeit herrühre, da dieser sich nur als Verleger nennt, so kann nur der Mo- nogrammist P. A. J. als Radirer bezeichnet werden, nämlich P. A. Immenraet, dessen Blätter im Vergleich mit jenen van Uden's zu mager sind. Wyngaerde's Adresse haben nur die zweiten Abdrücke. Von Immenraet sind auch die Nr. 27, 34 und 35 und vielleicht noch andere Blätter ur- sprünglich radirt, welche dann van Wyngaerde retouchirte, und mit dem Werke van Uden's vereinigte.
I. Das Weib mit dem Kinde auf dem Schoosse an der Seite des Mannes auf dem Boden sitzend. Links ist ein steiler Berg mit Bäumen auf der Höhe. Im Grunde rechts, flaches Land. Oben steht: Lucas van Uden inuent. Franciscus van den Wyngaerde excudit. Diese Schrift erscheint auf den zweiten Abdrücken,
II. Der links vorn neben zwei Baumstämmen sitzende Bauer. In Mitte der Ferne bemerkt man einen Canal, dessen Ufer mit Bäumen besetzt sind, zwischen welchen Häuser sichtbar werden.
Bei R. Weigel ein Abdruck vor der Nr. 1 Thl. 8 gr.
III. Der Mann und das Weib auf dem Wege in Mitte des Vorgrundes. Letzteres trägt einen Korb am Arme. In hal- ber Höhe des Hügels sitzen zwei andere Personen. Fast in Mitte des Blattes reicht ein grosser Baum bis an den obe- ren Rand der Platte. Links unten in der Ecke sind die Buchstaben P.A.J. fein mit der Nadel gerissen, *).
IV. Der Hirt bei der Schafheerde, und ihm zur Seite ein Knabe, der die Geige spielt. Links sind zwei kleine Hügel
*) Bartsch bemerkt, dass diese Buchstaben im Catalog der Sammlung von Maarseveen Nr. 28. einem P. Artois beige- legt werden. Von einem P. A. Immenraet wusste man nichts.
- V. Der Hirt mit den Schafen links vorn, etwas unbestimmt ausgedrückt. Links im Mittelgrunde sind dichte Bäume auf einer Erhöhung, und nach rechts in der Ferne ist ein Dorf mit vielen Bäumen. Rechts unten im Wasser die Buchsta- ben P. A, J.
Bei R. Weigel ein Abdruck vor der Nr. 1 Thl. 8 gr.
- VI. Der Mann mit dem Esel, auf welchem das Weib mit dem Kinde in den Armen sitzt. An einem isolierten Baume ruht ein Hirt mit einigen Schafen, Rechts breitet sich Wald aus, in der Mitte vorn steht ein Baum, und weiter hin nach rechts ist eine Gruppe von zwei Bäumen auf einer Er- höhung. Links unten sind schwach gezeichnet die Buchsta- ben P. A, J., aber nur vor der Retouche.
Die retouchierten Abdrücke haben starke Schattenpartien. Die großblätterige Pflanze unten am Hügel, wo sich die Gruppe von zwei Bäumen erhebt, ist mit einem schwarzen Schatten bedeckt, während sie im ersten Drucke bestimmt zeichnet erscheint. Das linke Bein des Hirten, die Schafe, das Terrain, wo sie weiden sind weiss im frühen Drucke, beschattet im späteren,
Dann wurden bei der Retouche die Platte nicht sogleich mit Nr. VI. bezeichnet. Es kommen Abdrücke ohne dieselbe vor, wovon Bartsch nichts weiß.
VII. Der Mann mit zwei Schweinen, nicht ein Weib wie Bartsch angibt. Rechts ist ein steiler Hügel, und im Grunde links erscheint ein Dorf.
VIII. Das Weib mit dem Stocke in der einen, und dem Korbe in der andern Hand. In einiger Entfernung sitzt der Hirt mit der Flöte, Links auf der Terrasse sind vier dichtbelaubte Bäume, und rechts vorn drei Weiden mit wenig Blättern. Im Grunde sieht man die Dächer des Dor- fes. Links unten die Buchstaben P. A, J.
21—26) Eine Folge von 6 verschiedenen Landschaften, H. 3 Z.
I, Vor der Adresse von F. v., Wyngaerde, und nur wenig mit dem Stichel übergangen. II. Die retouchierten Abdrücke,
- Der Mann mit dem langen Stocke auf der Achsel. Rechts
auf der Höhe sind zwei kleine Häuser und ein schöner
Baum, weiter vorn ein Brunnen. Links bespült ein schlän- gelnder Bach den mit Wald besetzten Hügel. Den Mittel- grund bildet eine Fläche mit zahlreichen Pflanzungen. Links unten im Wasser sind die Buchstaben LVV., und rechts oben: Franc. van den Wyngaerde exc.
Dieses Blatt ist sehr sorgfältig und geistreich behandelt. Auf einer Auktion zu München in schwachem Drucke 5 Gulden.,
- Der Bauer mit dem Sacke auf der Schulter neben einem
Weibe, welches in jeder Hand einen Korb trägt. Gegen
links breitet sich eine Ebene aus. Rechts unten im Wasser:
LVV., und oben: Franc. van den Wyngaerde exc. Diess
ist eines der schönsten Blätter des Meisters.
I. Im Aetzdrucke, ohne Ueberarbeitung und vor der Adresse.
In einer Auktion zu München 41843 9 Gulden 30 Kreuzer.,
Nagler's Künstler - Lex. Bd. XIX, 13
” “ zwei Bäume auf einem kleinen Ufer, in der Mitte des
Vorgrundes sieht man zwischen Schilf eine Quelle. Rechts
unten am Steine: LVV., links oben: Franc. van den Wyn-
aerde exc, PE
- Ein Jäger mit der Flinte, und ein Knabe mit dem Hunde
an der Leine. Links und in der Mitte des Blattes breitet
sich der mit Bäumen besetzte Kanal aus; an dessen linkem
Ufer einige Hütten stehen. Rechts unten am beschatteten
Steine LVV., mit Mühe zu lesen.
- Ein Bauer, vom Rücken gesehen, im Gespräche mit einem
Manne, welcher links an dem mit sieben bis acht großen
Bäumen besetzten Hügel sitzt. Nach rechts geht ein Canal
am Walde hin. Vier Bäume machen sich durch ihre hohen
Gipfel bemerklich, die wenig belaubte Kronen haben. Links
vorn am Steine unter zwei Weiden: LVV, oben: Franc. van
den Wyngaerde excud, Auf einer Auktion in München 1841 4 Gulden 30 Kreuzer,
- Der Hirt stehend vor einem Manne, der sich sitzend an den Hügel lehnt. Am Wasser weiden einige Schafe. Vom Grunde her zieht sich ein Canal nach vor, und die eine Seite ist dabei mit Wald begrenzt. Rechts vorn sind vier Bäume von ungleicher Größe. Einige Stämme liegen auf dem Boden, und die Äste zweier Weiden reichen ins Wasser. Rechts unten: Franc. van den Wyngaerde excud.
27 — 32) Verschiedene Landschaften, Folge von 6 Blättern.
H. 3 Z. 3 — 4 Linien, Br. 4 Z. 6 — 9L. *
Es sollen sich erste Abdrücke vor den Nummern und vor der Adresse F, v. d. Wyngaerde's finden. Die nummerierten Blätter mit der Adresse sind demnach als die zweiten zu betrachten. Die ersten müssen von grosser Seltenheit seyn. Auf einige macht Bartsch aufmerksam. *
- Der rechts vorn auf dem Hügel sitzende Schäfer, vor ihm die weidenden Schafe. Gegenüber auf der Höhe sind drei Bäume, und im Mittelgrunde führt ein Weg nach der Hütte am Walde. Links in der Ferne ist ein Dorf mit einer Kirche. Rechts unten in der Ecke: P. A. J. (nach Bartsch irrig P A). Dieses Blatt ist von P. A. Immenraet.
- Die Jäger. Der eine ist drei Hunde erlegt, und geht mit dem sitzenden Jägerssohn. Jeder trägt einen Stock. Rechts ist der Wald von einem See be- grenzt, und gegenüber sieht man Häuser bei Bäumen, Rechts
unten im Rande: Franc. van den Wyngaerde exc,
Bartsch kennt einen Abdruck vor der Adresse, welcher nicht retouchirt ist,
- Eine weit ausgedehnte Landschaft. In der Mitte gegen
den Grund zu sind einige kleine Häuser von Bäumen um- geben und von einer Mauer eingeschlossen. Links vor den- selben ist Wasser, in welchem sich vier Bäume mit hohen Gipfeln spiegeln. Am Rande des Wassers führt ein Weg an der großen Baumgruppe vorbei nach rechts dem Grunde zu. Rechts vorn sind zwei Weiden. Im Rande: Franc. van den Wyngaerde excud,
Dies ist eines der schönsten Blätter des Meisters. Die ersten Abdrücke sind vor der Retouche, und ohne Adresse,
I. Wie oben beschrieben und sehr selten.
II. Die drei Figuren rechts im Vorgrunde sind in zwei Amoretten verändert, wovon der eine dem andern nach- eilt. Ueber den Bäumen am Hause strahlt die Sonne. Ro- bert - Dumesnil sagt in seinem Cataloge, dass dieses Blatt zu einer Vignette für ein Buch mit der Dedication an Phi- lipp II. benutzt wurde.
- Der Wagen mit drei Pferden. Links bemerkt man eine Kirche mit spitzigem Thurm, und weiter nach der Mitte erscheint das Dorf zwischen Baumgruppen. Rechts im Mit- telgrunde sicht man auf dem vom Flusse bespülten Plateau eine Gruppe von vier Bäumen. Links oben: Franciscus van Wyngaerde excudit.
Auf einer Auktion in München 1841 4 Gulden 36 Kreuzer.
. 32) 6. Der flötende Hirt mit dem Hunde, Er sitzt links vorn bei Bäumen am Ufer des Flusses, der sich nach der Breite des Blattes hinzieht. An dem nach rechts ablaufen- den Hügel ist eine Hütte unter Bäumen, und vor derselben ein Brunnen. Links unten: LV V fe., rechts: F. V. W. ex.
Die ersten Abdrücke, welche Bartsch nicht kannte, sind vor der Adresse F. V. W. ex., und das fe. nach dem Zei- chen van Uden's fehlt.
In einer Auktion zu München 1845 auf 10 Gulden 48 Kreuzer gewerthet.
- Die Landschaft mit St. Isidor. Im Mittelgrunde erhebt sich ein Baum, dessen Krone in den Rand der Platte reicht. Links vorn steht der hl. Hirt mit der Aureole von fünf Zie- gen und einer Kuh umgeben. Der Grund zeigt reiche An- pflanzungen, und in Mitte derselben ragt ein Thurm em-
r. In der Mitte unten: S. Isidoro Pon. D. MAD. (Patron e Madrid). Diess ist eines der interessantesten Blätter des Meisters. H. 3 Z. 3 L., Br. 4 Z. 10 L. R. Weigel kennt folgende Abdrücke:
I. Vor der Aureole um das Haupt des Heiligen. Links un- ten steht: Lucas V. V. 1630. Die Inschrift: S. Isidoro etc. fehlt.
II. Wie oben von Bartsch beschrieben, mit der Inschrift etc.
- Die Landschaft mit den Jägern, und dem Weibe mit dem Korbe auf dem Kopfe. Letzteres geht in halber Höhe des links sich erhebenden Hügels auf einem zwischen Baum- gruppen hinführenden Weg. Links vorn geht ein Jäger mit der Flinte, und hinter ihm geht ein zweiter mit dem Hunde an der Leine, Unten in der Ecke stehen die Buch- staben P. A. J., so dass das Blatt von P. A. Immenraet her- rührt. H. 3 Z. 3 L., Br. 4 Z. ? L.
I. Leicht mit dem Grabstichel übergangen, und ohne die sechs Vögel rechts oben in der Luft. II. Stärker retouchirt, mit den Vögeln.
- Das Dorf unter Bäumen, und der Schäfer mit den Schafen auf der Weide. Die Bäume des Dorfes breiten sich der
-Länge- des Blattes 'nach aus, und'gegen links im Vorgrunde stehen zwei grosse Bäume auf der Terrasse, Da, wo die Schafe weiden steht ein einzelner Baum, fast im Mittel- grunde, Bezeichnet: P. A.J., rechts oben: F, v. W. ex. H. 3 Z. 2 L., Br. 4 Z. 5 L. Dieses Blatt ist von P. A. Immenraet. | I. Mit den deutlich gerissenen Buchstaben P. A. J., und vor der Adresse des F. van den Wyngaerde, Bartsch un- bekannt, II. Mit der Adresse rechts oben, und das Zeichen Immen- raet's fast verwischt. Von Bartsch erwähnt.
36 — 41) Folge von 6 verschiedenen Landschaften mit Dörfern, wovon aber fünf dem J. Bonnecroy angehören, beschrieben von Robert-Dumesnil, P. gr. fr. III. Nr. 1 — 5. Bartsch legt sie alle dem L. van Uden bei, so wie andere nach die- sem Schriftsteller. F. van Wyngaerde ordnete sie zu einer Folge und fügte ein Originalblatt von L. v. Uden bei. H. 42,2"" 4L,0„ B! 6.
- Die Dorfansicht mit der Schafheerde in Mitte des Vor-
grundes. Die Häuser lassen Zwischenräume, und vor dem
runnen sieht man vier Hühner. Gegenüber steht ein Kar-
ren, und links zwischen zwei Bäumen ein anderer. Rechts erheben sich zwei andere Bäume. Von J. Bonnecroy.
- Eine ähnliche Dorfansicht, mit einer Viehherde nach links am Abhange eines erhöhten Terrains. Die Häuser ste- hen aneinander, links nach dem Grunde zu. Auf dem freien Platze in der Mitte ist der Brunnen, und der Herde gegenüber sieht man einen Karren mit zwei Rädern. Vorn nach rechts steht ein grosser Baum. Von J. Bonnecroy.
- Dorfansicht mit Viehherde, deren Hirt den Dudelsack hält. In Mitte des Blattes erhebt sich ein dicht belaubter Baum, an dessen Fuss eine Rasenbank sich zeigt, auf wel- cher der Sackpfeifer sitzt. Rechts führt ein Weg nach dem Grunde zu.
- Ein Dorf unter Bäumen mit vier Kühen, dabei der Hirt mit seinem Knaben, und ein auf dem Boden sitzender Mann. Das Dorf ist mit Bäumen umgeben, und im Mittelgrunde erhebt sich ein grosser Baum.
Bartsch erklärt dieses Blatt als das geringste des Meisters, es ist aber, wie oben bemerkt, von J. Bonnecroy.
- Eine Dorfansicht mit zwei Männern und einem Weibe, welches zwei Kühe treibt. Rechts im Grunde ist ein Schloss mit Zinnen, und weiter vorn in Mitte des Blattes ein Wei- her. Auf dem Hügel rechts im Vorgrunde stehen Bäume, und auf dem Wege links gehen die genannten kleinen Fi- guren. Von J. Bonnecroy.
- Der Weiler in Mitte des Hintergrundes. Rechts vorn am Fusse des grossen Baumstammes steht der Hirt mit der Flöte, und vor ihm weiden drei Schafe. Links im Vorgrunde erhebt sich ein Baum. Oben steht: L. V. Uden fecit, und rechts unten: F, v. W. ex.
Baumreiche Landschaft mit einem ruhenden Manne in Mitte des Blattes. Er sitzt mit seinem langen Stock auf einer Erhöhung am Wege, welcher sich rechts vorn nach links hinzieht. In einiger Entfernung von ihm stehen drei Bäume
Das Dorf auf der Anhöhe unter Bäumen. Am Hügel sind Gesträuche, und links an denselben ist eine Wasserpartie. Am Fusse des Hügels geht ein Mann mit dem Hunde, und rechts vorn auf dem Wege geht ein Weib mit dem Korbe auf dem Kopfe. Neben ihr am Wege bemerkt man eine andere Figur. H. 4 Z. 4 L., Br. 6 Z. 2 L.
Dieses Blatt ist ohne Zeichen und Namen. Robert-Du- mesnil II Nr. 7 erklärt es als Werk des J. Bonnecroy.
- Der Hirt mit vier Schafen am Walde, und das Weib mit dem Hunde, welches einem Bettler Almosen reicht. In der Nähe links ist eine Gruppe kleiner Häuser mit Bäumen. In der Mitte des Blattes zieht sich der Weg nach dem Grunde
Dieses Blatt ist ohne Namen, nicht von L. v. Uden, son- dern von J. Bonnecroy radirt. Robert-Dumesnil III, Nr. 6.
45—47) Verschiedene Landschaften in die Breite, nach Bartsch 3 Blätter, wozu Weigel Nr. 60 ein viertes fügt, wie wir unten lesen. E 3 Z. 3 L., Br. 7 Z. 10—12
Diese Blätter gehören zu den Hauptwerken des Meisters.
- Weite und reiche Landschaft mit zwei Männern, der eine links auf dem Wege mit dem Stock auf der Achsel in Begleitung eines Weibes, der andere nach dem Grunde zu im Hohlwege, ebenfalls mit dem Stocke auf der Achsel. Rechts vorn sind mehrere belaubte Weiden auf dem Hügel, und gegenüber führt eine kleine Brücke über den Fluss. Links auf der Höhe ist Wald, und vorn geht der Mann mit dem Weibe. Unten in der Ecke: Lucas V V., rechts oben: franc. van den Wyngaerde ex.
- Weite Landschaft mit Fernsicht, in Mitte des Vorgrun- des der Hirt mit drei Schafen, und ein Mann vom Rücken gesehen. In einiger Entfernung erheben sich zwei Bäume, und links vorn liegt ein Baumstamm. Rechts im Mittel- grunde steht auf dem mit Wald besetzten Hügel die Kirch- e. Links unten: F. v. W. ex. Bei Weigel 2 Thl.
- Landschaft mit einem von der Ferne her nach dem Vor- grund schlängelnden Fluss. Links auf dem Hügel ist Wall, der nach hinten sich verdunkelt. Neben einem Manne stehen zwei Kinder und der Hund, und das Weib ist vom Rücken zu sehen. Links unten: F. v. W. ex.
Bei Weigel 2 Thl.
- Weite Landschaft mit dem umgeworfenen Wagen. Links auf einem erhöhten Terrain stehen Häuser und ein Brun- nen zwischen Bäumen. Rechts am Wasser richten drei Män- ner den Wagen auf, und etwas ferne sieht man den Fuhr- mann mit zwei Pferden. Links unten: Lucas van Vden pin- xit, invent, et fecit, rechts: Franc. van den Wyngaerde ex- cud. H. 7 Z. 1 L., Br. 11 Z. 3 L.
- Aetzdruck, vor Anwendung des Stichels und vor der Adresse. Von Weigel erwähnt.
II. Wie oben nach Bartsch beschrieben. Bei der Auktion der Sternberg'schen Sammlung 21 Gul- den, spätere Auction 10 den,
- Grosse Landschaft mit weiter Ferne, im reichen Vorgrunde die heil. Familie, Vom Grunde herschlängelt ein' Fluss, und auf dem Felsen nach links am Ufer steht ein Schloss. Jo- seph kommt mit dem Esel am Zaume den Hügel herab. Maria mit dem Kinde sitzt auf demselben. Links im Rande: Lucas van Uden pinxit et fecit, rechts: Franciscus van den Wyngaerde excudit. H. 8 Z. mit 3 L. Rand, Br. 11 Z. 9 L.
bei Weigel bestimmte folgende Abdrücke:
I. Aetzdrücke vor der Adresse, ohne Nachhülfe mit dem Grabstichel. II. Mit der Adresse, ohne Retouche. III. Die retouchirten Abdrücke mit der Adresse, Links ist die Waldpartie überarbeitet. Die Strichlagen gehen von der Rechten zur Linken, Auf der Sternberg'schen Auktion 43 Gulden.
- Die Ansicht der Abtei St. Bernhard, mit den Gärten und ei- nem Theil der Umgebung in Vogelperspektive. Rechts un- ten im Cartouche: Admodum reverendo et amplissimo do- mino D. Jacobo Gillis etc. Links im Rande: Luc. van Uden fecit. H. 12 Z. 1 L., Br. 16 Z. 5 L.
Landschaften nach Titijan.
- Ruine eines grossen Gebäudes auf dem Hügel, dessen Fuss rechts von einem Flusse bespült wird. Aus dem linken Flü- gel des Gebäudes dringen Flammen hervor. Im Vorgrunde steht der Hirt bei den Schafen, im Gespräche mit einem Manne, der mit einem Knie den Boden berührt. Links unten LVVY. Im Unterrande links: Titianus inu., rechts: Franc. van den Wyngaerde ex, H. 3 Z. 2 L., Br. 4 Z. 9 L.
I. Vor den Namen, und vor der Retouche mit dem Stichel, H. Wie oben. Bei Weigel 2 Thl.
- Die Versuchung des Heilandes auf der Zinne des Tempels in Jerusalem, welches, hier als italienische Stadt, am Fusse des Berges liegt, der mit anderen zu einer Kette vereiniget ist. Jesus erscheint in Wolken und vertreibt den Teufel. Im drei Linien breiten Rande links: Titianus inuenit, in der Mitte: L. van Uden fecit, rechts: Franc. van den Wyn- gaerde exc. H. 3 Z. 4 L., Br. 4 Z. 9 10 L.
Es findet sich eine gute gegenseitige Copie ohne Namen des Stechers. Die Schrift im Rande fehlt. Ein Abdruck des Originals bei Weigel 2 Thl.
- Gebirgslandschaft mit einem Flusse, über welchen in der Ferne eine hölzerne Brücke führt, Im Vorgrunde ist ein Trupp Reiter und auf dem dritten Felde sieht man eine Windmühle. Links unten: Titianus inuent. Franc. van den Wyngaerde exc. H. 3 Z. 3 L., Br. 4 Z. 10 L.
| In einer Auktion zu München 1845 auf 2 Gulden 42 Kreu- zer gewerthet.
- Gebirgslandschaft mit Bäumen und der heil. Familie. Rechts vorn steht Joseph vor der Thüre des Stalles, aus welchem Maria mit dem Kinde in den Armen kommt. Zwei Frauen reinigen im Flusse die Wäsche des Kindes, Gegen den Grund zu weiden Schafe, und weiter hin liegt ein Dorf.
Links unten. Titianus inventor. L. v. Vden fec. Franc. van den Wyngaerde ex. H. 8 Z. 5 L., Br. 13 Z. 7 L.
- Landschaft mit dem barmherzigen Samariter. Er erscheint links vor dem Wirthshause mit dem Verwundeten auf dem Pferde. Rechts ist Landschaft mit Bäumen. Unten steht: Titianus inventor. L. v. Vden fec. Franc. van den Wyn- gaerde exc. H. 8 Z. 5 L., Br. 13 Z. 7 L.
In einer Auktion zu München 1843 8 Gulden 36 Kreuzer.
Landschaften nach P. P. Rubens., (?)
- Das Kapuzinerkloster hinter hohen Bäumen am Wasser. Links vorn stehen zwei Mönche vor einem Herrn mit seiner Frau und einem Kinde. Am Wege sitzt ein anderes Kind, auf welches der Hund zukommt. Am Steine links: L. V. V. fec. F. V. W., ex. Die Composition dürfte von L. v. Uden selbst seyn. H. 8 Z. 2 L., Br. 11 Z. 10 L.
I. Mit leichter Retouche, der Hund nur im Umriss, wäh- rend er im späteren Drucke überarbeitet ist. Bei Wei- gel 8 Thl. 16 gr.;
II. Die retouchirten Abdrücke.
- Pferde und Kühe an der Tränke. Der Fluss kommt vom Hintergrunde her, Vorn tränkt ein Bauer zwei Pferde, und die Kühe sind theils im Wasser, theils am Ufer. Ueber die Brücke geht ein Weib mit dem Topfe, Links im Rande : Lucas van Uden. Nur auf späteren Abdrücken steht der Name des Rubens, in dessen Weise das Gemälde behandelt ist, nach welchem dieses Blatt radirt wurde. Ehedem besass es Graf Armagnac, und dann der Prinz Tallard. Jetzt ist es in England. H. 6 Z. 9 L. mit 3 L. Rand, Br. 10 Z. 1 L.
I. Wie oben bezeichnet und vor der Retouche von Uden's, eigener Hand. Er suchte die Schatten zu verstärken. An kennt diese Abdrücke am Kopf des Stieres, der in Mitte des Blattes am Ufer geht. Er ist am Kinnba- cken, und oben zwischen den Hörnern weiss. Sehr selten.
II. Die von Uden retouchirten Abdrücke. Einige Schatten- partien sind stärker, der oben erwähnte Stierkopf hat eine weisse Stelle. In der Sternberg'schen Auktion 10 Gulden 30 Kreuzer. III. Die von F. v. Wyngaerde überarbeiteten Abdrücke, mit der Schrift im Rande: Pet. Paul. Rubenius pinxit., Lucas van Uden fecit. Franc. van den Wyngaerde excudit.
- Landschaft mit Baumgruppen und fünf Kühen im Vorgrunde, Die eine wird gemolken. Im Mittelgrund trägt eine Bäuerin einen Korb mit Früchten auf dem Kopfe, und links im Grunde tränkt der Bauer zwei Pferde im Flusse, Rechts unten: Pet. Paul. Rubenius pinxit. Lucas van Uden fecit. Franciscus van Wyngaerde exc. H. 7 Z. 3 L., Br. 11 Z. I. Vor aller Schrift, und fast nur Aetzdruck, im Rigal'schen Cataloge beschrieben. Mehrere Partien der Flächen zei- gen nur einfache Strichlagen. Der obere Theil der Fi- guren im Vorgrunde, der Milchtopf, das Gemüse im Korb und die Thiere sind nicht überarbeitet. Es ist aber wahrscheinlich nur von höchst seltenen Probedrü- cken die Rede. Bei Weigel 9 Thl. 16 gr.
Thl
- Das Dorf am Wasser und die Melkerin. Rechts vorn sieht man zwei Kühe, wovon eine gemolken wird. Neben der Melkerin knieet ein Weib vor dem Milchtopf, Daneben sieht man zwei Männer, wovon der eine sich auf den Stock lehnt. In der Nähe melkt ein Mädchen eine andere Kuh. Links unten im Wasser: P. P. Rubens pinxit, rechts: Lucas van Uden, f. Aent. V., Wyngaerde ex, H, 7 Z. 9 L., Br. 11 Z. 8 L.,
I. Vor aller Schrift, fast reine Ätzarbeit, und mit Stellen, die dann mit der Nadel überarbeitet wurden. Wahr- scheinlich als höchst seltene Probedrücke zu betrachten,
II. Vor dem Namen von Rubens, und mit dem Grabstichel übergangen.
III. Wie oben Nr. 59 von Bartsch beschrieben, mit Retou- chen von Wyngaerde. In einer Auktion zu München 1841 7 Gulden 48 Kreuzer,
Nachtrag zu Bartsch.
- Weite Landschaft mit einer Kirche am Abhange des Hügels, welcher links mit zwei Thal einschnitten sich zeigt. Auf der Höhe ist ein flandrisches Haus mit Seitengiebel. Weiter hin ist ein zweites Haus, hinter welchem die Kirche em- porragt, an die sich ein drittes anschliesst. Rechts dehnen sich buschige Hügel in die Ferne hinaus. Rechts im Vor- grunde sieht man einen unbestimmt umrissenen Wasserspie- gel, und gegen den linken Rand hin beleben drei Hirten und sieben Schafe den Vorgrund. Links über dem unteren Rande am Steine: L. V. V., gegen den Seitenrand zur Rech- ten: F. v. W. ex.
Dieses Blatt stimmt in den Dimensionen mit Nr. 45 — 47, und bildet mit ihnen eine Folge von 4 Blättern. Es ist darin vieles vernachlässiget, oder im Ätzen nicht gekom- men. Vornehmlich bemerkt man am jenseitigen Rande des kleinen Wasserstückes zur Rechten eine grosse Verwirrung und gänzliche Undeutlichkeit. Beschrieben ist dieses Blatt in der Geschichte des k. Kupferstich - Cabinets in Copenha- gen von B. von Rumohr und Thiele S. 17, im Cataloge von Robbert-Dumesnil und im Riegal'schen Cataloge, In letzterem werden folgende Abdrücke bestimmt:
I. Vor der Schrift, und vor der Ueberarbeitung mit dem Grabetichel, besonders an den Häusern, an den Bäumen, an den Hügeln und auf dem linken Terrain. Diese Ab- drücke sind von graulichem Ton.
II. Wie oben sub Nr. 60 beschrieben. In einer Auktion zu München 1843 6 Gulden 15 Kreuzer.
- Das Dorf am Wasser. Die von Bäumen umgebenen Häu- ser spiegeln sich im Wasser des Flusses, welcher links vom hinteren Grunde her in den Vorgrund geht. Links auf dem Hügel ist eine Figurengruppe, und am Wege steht ein Mann der mit einem Sitzenden spricht. H. 2 Z. 5 L., Br. 3 Z. 5 L.
Dieses seltene Blatt beschreibt Robert Dumesnil in sei- nem Cataloge 1. p. 110, und nach ihm R. Weigel.
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