Ubertini, Francesco, genannt il Bachiacca, Maler und Bruder des obigen Künstlers, wird von Vasari erwähnt, mit der Bemer- kung, dass ihn Andrea del Sarto freundschaftlich unterstützte. Dieser Schriftsteller merkt, Francesco habe in kleinen Historien, in Grotesken und in Darstellung von Thieren wenige seines Gleichen. Dann rühmt er auch seine Zeichnungen für Sticker, deren sich sein Bruder Anton bediente. Das Geburtsjahr des Künstlers kennt Vasari nicht. B. Cellini sah den Künstler in Rom , und nennt ihn bei Erzählung eines seiner tollen Streiche Gevatter (compare). Sein Todesjahr setzt man , oder um diese Zeit. Wenigstens war er noch am Leben, denn er wird in einem von Reumont (Andrea del Sarto, S. 233) erwähnten handschriftlichen Libro dei Salariati del D. Cosimo nel 1555 noch unter den Lebenden er-
Auch Gio., Maria Benintendi liess sich auf ähnliche Weise ein Zimmer ausschmücken, wie Borgherini. A. del Sarto malte das Bild, welches mehrere Scenen aus dem Leben David's vor- stellt, jetzt in der Dresdner Gallerie, Pontormo die Epiphania, und Bachiacca scheint bei derselben Gelegenheit zwei Gemälde geliefert zu haben. Er ist wahrscheinlich jener Francesco d'Alber- tino, von welchem Vasari im Leben des Francia Bigio spricht. Letzterer malte mit del Sarto das erwähnte Bild in Dresden, wel- ches mit A. S. MDXXIIL F, B. bezeichnet ist. Daraus gewinnen wir einen Anhaltspunkt für die Zeitbestimmung.
Lanzi erwähnt von Übertini eines Bildes in S. Lorenzo zu Flo- renz, die Marter des heil. Arkadius vorstellend, welches schon dem modernen Geschmacke sich nähert. Werke dieser Art gingen nach England, wo sie aber verschollen zu seyn scheinen, da Waagen kei- nes derselben nennt. Uebrigens fertigte der Künstler für den Herzog Cosmus verschiedene Cartons zu Tapeten, Bettdecken u. s. w. Mehrere solcher Stücke hatte Antonio Übertini gestickt,
In der Gallerie des k. Museums zu Berlin ist ein 2 F. 9 Z. hohes und 5 F. 4 Z. breites Gemälde von Übertini, welches die Taufe Christi darstellt, mit einer Landschaft im Hintergrunde. Dieses Bild ist nach Kugler nicht sonderlich bedeutend, aber durch verschiedene lebenvolle Gruppen und durch den lustigen Wech- sel des Costümes interessant. Es erinnert an gewisse Leistungen des Pier di Cosimo und Andrea del Sarto. Ch. von Mannlich nennt ein Bild der Vermählung der heil. Catharina mit vielen Figuren in einer Landschaft, welches zur Zeit des genannten Schrifstellers in der Gallerie zu München war. Jetzt ist es zurückgestellt. In der Gallerie zu Dresden ist ein 6 F. 2 Z. breites Gemälde, welches einige junge Männer vorstellt, welche Willens sind, mit Pfeilen nach einem todt'n Manne zu schiessen, wahrscheinlich jener Scythe, nach dessen Tod sich mehrere für seine Söhne ausgaben. Alle schossen, nur der jüngere nicht, welcher sagte, das Herz des Vaters sei ihm auch im Tode noch theuer.
Übertini, Giovanni, Kupferstecher von Mailand, arbeitete in den beiden ersten Decennien unsers Jahrhunderts mit seinem Bruder für den Verlag von Santo Vallardi, welcher um 1812 in Paris ein
*) Diesen Beinamen führte wahrscheinlich die Familie des Künstlers. Vasari weiss nichts davon.
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