Turrita, Jacopo da, Musaicist und Bruder vom Orden des heil. Franciscus, wird von Vasari (deutsche Ausgabe von Schorn I. 110) Jacopo da Torrita genannt, und der Künstler selbst nennt sich auf Werken Jacobus Torriti oder Turriti. Damit ist aber noch nicht er- wiesen, dass das älteste Werk, welches ihm zugeschrieben wird, wirklich von ihm herrühre, nämlich ein Theil der Mosaiken in S. Giovanni zu Florenz von . In dieser Kirche arbeitete schon frü- her der Grieche Apollonios mit seinem Schüler Andrea, Tafini, und ih- nen schreibt man den großen Christus in Mosaik zu. Jacopo da Turrita setzte nach der gewöhnlichen Annahme das Werk fort, wel- ches dann Taddeo Gaddi, Alessio Baldovinetti und Dom. Ghirlan- dajo vollendeten. Dass ein Frater Jacobus an den Mosaiken des Bat- tisteriums gearbeitet habe, ist ausgemacht; denn am Gewölbe stehen folgende Verse:
Sancti Francisci frater hoc operatus, Jacobus in tali prae cunctis arte probatus,
Dieser Bruder Jacobus vollendete seine Arbeit 1225, und er- scheint hier in Vergleich mit anderen Werken dieser Art, wirklich kunstfertiger als andere. Er hatte bereits soviel Gewandtheit er- langt, dass man nicht wohl glauben kann, der Frater habe in S. Giovanni die Erstlinge seiner Kunst niedergelegt. Er war sehr glücklich in der Nachahmung altchristlicher, und mittel- alterlicher griechischer Vorbilder. Es sind Thiere darin angebracht; die man heutigen Tages nicht besser darstellen würde. B. von Ru- mohr (Ital. Forschungen I. 330) erhob daher Zweifel gegen die ge- wöhnliche Annahme, dass dieser Franciscaner-Bruder derselbe Ja- cobus sei, der auf späteren Werken den Namen seiner Vaterstadt Turrita hinzufügte. Es scheint fast, als habe letzterer sich dadurch von dem älteren Frater Jacobus unterscheiden wollen. Man könnte füglich einen jüngeren Künstler dieses Namens annehmen; denn wir finden einen Bruder Jacob fast 60 Jahre später wieder zu Rom in S. Maria maggiore und in S. Giovanni Laterano, doch nicht mehr ohne Gehülfen arbeitend. Lanzi (Gesch. der Malerei, deut- sche Ausgabe I. 263) nimmt zwar ebenfalls Bedenken, die Thätig- keit des Meisters in S. Giovanni bis zum Jahre 1300 auszudehnen, findet es indess nicht befremdend, dass er noch 1289 die Tribune
Das Mosaik in der Apsis von St. Maria maggiore zeigt die Krönung der heil. Jungfrau; und darunter mehrere Heilige nebst dem knienden Papst Nicolaus IV. und dem Cardinal Jacob Colonna, damaligem Vorsteher dieser Basilica, welcher dieses Werk vom Bruder Jacopo da Turrita ausführen liess. Der Name des Papstes, des Cardinals und des Künstlers sind am Werke angeschrieben, sowie die Jahreszahl 1295. Die Angabe des Baldinucci I. dec. 2., dass Gaddo Gaddi das Ganze beendiget habe, ist durch nichts begründet. Die Abb. dieses Mosaiks S. bei d'Agincourt peint pl. 18. Nr. 18.
Das Mosaik in der Apsis von S. Giovanni in Laterano (1288 bis 1292), auf welchem man das mystische Kreuz von Heiligen umgeben, den Papst Nicolaus IV. zu Füssen der heil. Jungfrau u. a. sieht, ist unten mit dem Namen des Jacopo da Turrita, der sich hier einen Maler (pictor) nennt, und dem seines Gehülfen Bruder Jacopo von Camerino bezeichnet. Die Abbildung S. bei d'Agincourt a. a. O. pl. 18. Nr. 13.
Einige legen ihm auch das Bildniss des Papstes Bonifaz VIII. in der Capelle desselben in St. Peter zu Rom bei. Allein dieses ist nicht erwiesen. Die Ausschmückung in Mosaik geschah von
In der Gallerie der Akademie zu Siena ist ein wichtiges Bild, welches aus der Kirche San Salvatore della Berardenga gebracht, worin es ist, und das man in dem Catalog ohne näheren Nachweis Jacopo di Turrita zuschreibt. Das Bild trägt die Inschrift: Anno millesimo CCXV. Mense Novembri hec tabula facta est, und stellt den Heiland in einer Glorie vor. An mehreren Stellen ist der Gypsgrund so hoch aufgetragen, dass das Bild zum Relief wird. Gold und Schmuck aller Art ist nicht gespart. In den kleineren Seitenfeldern sind die Leidensgeschichte und andere heil. Geschichten dargestellt. So gross auch der Aufwand an Gold und Farben ist, so gehört es dennoch zu den früheren rohen Versuchen, in welchen die italienische, und hier insbesondere die toskanische Malerei sich von der byzantinischen zu unterscheiden strebte, wenn es ihr auch noch nicht gelang, sich völlig loszureissen,
Die Jahrzahl des Bildes würde zwar auf Jacobus den Verfertiger des Musivs von 1295 passen, wollte man aber annehmen, dass Jacobus di Turrita das Bild gefertigt habe, so müsste diesem Künstler eine seltene Kraft des hohen Alters verliehen worden seyn.
Jacopo di Turrita arbeitete nach Vasari auch im Dome zu Pisa. Hier führte er mit Andrea Tafi und Gaddo Gaddi die Evangelisten und andere Dinge aus, die später von Vicino vollendet wurden, indem sie Turrita fast nur angelegt hinterlassen hatte,
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