Tura, Cosimo, Maler von Ferrara , war Schüler von Galasso Galassi, wird von Vasari im Leben des Nicolo d'Arczzo erwähnt und Cosme genannt. Im Saale des Palastes Schivanoja zu Ferrara feierte er seinen Herrn, den Herzog Borso d'Este, in einem Gedichte in Fresco. Er stellte da die zwölf Monate dar, und in jedem Bilde erscheint der genannte Fürst in den Geschäften, die er in solcher Jahreszeit gewöhnlich trieb. Man sieht ihn zu Gericht sitzend, im Schauspiel, auf der Jagd u. s. w. Jedes dieser Gemälde bietet Abwechslung in verständiger Composition. Auf jedem ist das Zeichen des Tierkreises angebracht, und die herrschende Gottheit nach den Begriffen der Alten. Der Dichter Tito Strozzi besang die Kunst des Meisters. Auch Bilder in Ölfinden sich von ihm. In der Sakristei des Domes zu Ferrara ist eine Anbetung der Hirten (praesepe), in St. Giovanni daselbst eine Madonna mit Heiligen und im Kloster S. Guglielmo stellte er die Wunder des heil. Eustachius dar. In St. Gregorio extra Muros, wo der Künstler begraben liegt, ist eine Altartafel von ihm, welche den heil Mauritius, den Beschützer von Ferrara vorstellt.
Die von Tura gemalten Chorbücher des Domes und der Certosa von Ferrara wurden den Fremden als die größte Seltenheit vorgezeigt. Die Bücher des Domes wurden dorthin geschenkt. Lanzi findet den Stil derselben trocken und gemein, ohne Impasto. Die Figuren sind muskulös und nach Art Manteggllas umwickelt (fasciate), wie der genannte Schriftsteller sagt. Die Architektur ist sehr fleißig gezeichnet, und die Basreliefs, wie die anderen Verzierungen, sind bis ins Detail mit größter Genauigkeit ausgeführt. In seinen größeren Werken herrscht Mannigfaltigkeit, die Figuren genügten aber unserm Lanzi nicht, und er ist mit Baruffaldi nicht einverstanden, da dieser den Fresken im Palazzo Schivanoja grosses Lob spendet.
Im Auslande sind die Werke dieses Meisters selten. In der Gallerie des k. Museums zu Berlin ist eine grosse Madonna mit dem Kinde auf dem Throne. Oben auf demselben sind drei Engel, von denen der mittlere auf der Laute spielt. Rechts auf den Stufen des Thrones sieht man Apollonia und links Catharina. Im Vorgrunde steht rechts St. Augustin mit dem Adler, links Hieronymus mit dem Löwen. Der auf Kristallfüßen stehende Thron ist reich mit Basreliefs und musivischer Arbeit verziert. Kugler (Besch. der Gall. des Museums S. 48) nennt dieses Altarbild höchst barock und wunderlich phantastisch.
Cosimo starb zu Ferrara 1469 im 63. Jahre.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_Io3rAAAAMAAJ/