Tuccari, Giovanni

Tuccari, Giovanni, Maler, geb. zu Messina 1667, war der Sohn Antonio's, und ein Künstler von ungewöhnlichem Talente. Mit Phantasie und einer Leichtigkeit der Ausführung begabt, worin er sogar den L. Giordano übertraf, malte er die mannigfaltigsten Bilder, sowohl in Oel als in Fresko. Es finden sich historische Darstellungen, Architektbilder, Schlachten , Landschaften, Blu- men- und Fruchtstücke von seiner Hand. Seine Presepen, seine Engelglorien werden bewundert, und seine Schlachtscenen jenen eines S. Rosa und Borguignon gleichgestellt. Schon seine ersten Arbeiten zeugten von künstlerischer Reife, und er wurde daher bereits als Jüngling gefeiert. Mehrere solcher Jugendarbeiten ka- men nach Deutschland , da sich zu jener Zeit die kaiserlichen Truppen in Messina befanden. Einige wurden in Kupfer gesto- chen. In den Memorie de' pittori Messinesi, Messina 1821, p. 215 wird dieser Künstler vielleicht über die Massen gerühmt, und na-

Im Jahre 1723 zierte er die Cuppel der Kirche St. Caterina de’ Bottegiai in Messina mit Frescobildern, nach der Angabe in den genannten Memorie großartige Compositionen und voll Gra- zie, die er in kurzer Zeit mit unbegreiflicher Sicherheit hinmalte, Dann bemalte er die grosse Tribune von S. Domenico, wo er an Gewölbe in überraschendem Sturze die Heiligen des Dominikaner Ordens darstellte. An den Seitenwänden malte er in engen Di- mensionen die Verkündigung, die Heimsuchung, die Darstellung im Tempel und Jesus unter den Schriftlehrern. Dann malte er die Kirche di Basico, wo er an der Luprel Figuren über Lebens- grösse darstellte, die im reinen Tageslichte erscheinen. In der

Kirche della Luce malte er die Schutzheiligen von Messina in Fresco. In der Kirche del Carmine sind ebenfalls viele Bilder al Fresco von diesem Meister. In zehn großen Gemälden stellte er das neue Testament dar, und am Gewölbe die Himmelfahrt des Herrn so schön, wie man es nur sehen kann, wie in den Me- morie Messinesi bemerkt ist. Man sieht überhaupt noch in vielen Kirchen Messina’s Bilder in Fresco von ihm. Andere gingen im Erdbeben von 1783 zu Grunde; darunter jene der grossen Tri- bune bei den P. P. Crociferi, wo allein so viele Fresken von ihm waren, dass man glauben könnte, es wäre ein Mann nicht im Stande, sie auszuführen.

An diese figurenreichen Compositionen reihen sich dann noch viele Bilder in Oel. In St. Caterina de’ Bottegai, in S. Gioacchino, im Battisterio di G. C. al Giordano, in der Sakristei der Annun- ziata, in den Kirchen del Carmine und della Luce, in der Con- gregation della Nativita, im Kloster der Theatiner sind viele Al- tarbilder und andere große Gemälde von ihm, meistens biblische Darstellungen und Scenen aus der Legende, wie gewöhnlich auf den Effekt berechnet. Zu den berühmtesten und vollendetsten Werken dieser Art gehört der die Messe celebrirende St. Franz von Sales in der Kirche de’ S. S. Angeli Custodi.

Auch in Catania findet man Werke von ihm, sowohl in Oel als in Fresco. In der Benediktinerkirche ist das große Gewölbe von ihm in Fresco verziert. Seine kleineren Staffeleigemälde sind über die ganze Insel verbreitet.

Tuccari starb 1743 an der Pest in Messina,

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_Io3rAAAAMAAJ/