Troschel, Hans

Troschel, Hans, Kupferstecher von Nürnberg , wurde nach Mailand um 1560 geboren, und von P. Iselburg unterrichtet. Später begab sich der Künstler zur weiteren Ausbildung nach Rom , wo ihn F. Villamena aufnahm, in dessen Manier er mehrere Blätter stach. Seiner Fettleibigkeit wegen erhielt er den Beinamen Silenus, und sie war die Ursache seines Todes. Als Troschel eines Abends in später Nacht die Treppe hinanstieg und fehltrat, stürzte er mit solcher Gewalt auf den Kopf, dass er augenblicklich todt blieb. Im Jahre 1633 wurde er in St. Maria del Popolo begraben,

Troschel's Blätter sind ziemlich zahlreich, und theils mit dem Namen, theils mit einem Monogramme bezeichnet. Dieses besteht aus den Buchstaben H T., an welches sich öfter ein Vogel (Drossel) anschliesst, als Anspielung auf den Namen des Künstlers. Füssly kennt das Bildniss dieses Künstlers: N. N. sc. Vielleicht hat er es selbst gestochen.

  1. Friedericus D. G. Rex Bohemiae, Comes Palat. Rheni, zu

Pferd, im Hintergrunde Prag, H. Troschel Nürnberg., sc. 1620, gr. fol. )

  1. Ferdinand I. D. G. Rom. Imp., halbe Figur mit dem Scep-

ter. J. Troschel fec. Norimb, 1562, fol.

  1. Wilhelm Landgraf von Hessen, ganze Figur, in der Ferne Magdeburg . Troschel sc. fol.

  2. Caspar Klock, Graf, Stollberg, Kanzler , Troschel sc. kl. fol.

  3. Johann Sigismund von Löwen, Commandant der Festung Sonnenstein, ganze Figur. Troschel fec. fol.

  4. Johann Wolfgang Rotenpeck Norimb. 1505. Troschel sc. 8.

  5. Herr Christoph Kress von Kressenstein, Oberster Kriegs- hauptmann etc, verschieden Ao. 1535. HT. (verschlund-

en) fe. 4.

  1. Lorenz Strauch, Maler, 4.

  2. Joh. Herelius Ictus. H. T. fol. —

  3. Daniel Wülser Pastor Laur. J. Troschel sc. fol.

  4. These mit dem Bildnisse des Kaisers Ferdinand II., umge- ben von anderen Bildnissen österreichischer Fürsten, nach A. Pomerancio, gr. fol.

  5. These mit den Bildnissen der Päpste, Kaiser und Könige aus dem Hause Savoyen. Mit Dedication an den Cardinal Moriz von Savoyen, gr. fol. /,

  6. These mit dem Bilde des Kaisers Julianus Apostata, wel- chem man ein Stierherz zeigt, worin sich ein gekröntes Kreuz befindet. Mit Dedication an den Herzog von Sa- voyen, qu. fol.

  7. These mit Amorinen in den Lüften, und unten Figuren, wovon einige einem Jünglinge Königskronen reichen, mit der Inschrift: -Sylvae sunt consule dignae. Dieses Blatt ist dem Prinzen Pignatelli geweiht, gr. fol.

  8. Allegorie auf die guten Dienste, welche der Capuzinerorden der katholischen Kirche leistete, durch ein Schiff dargestellt, dessen Mastbaum ein Crucifix ist, der von Kapuzinern ge- leitet wird, mit einer Menge von Nebendingen. Rechts un- ten H T, verschlungen, Schön radirtes Blatt, qu. 8. ;

  9. Die unbefleckte Empfängniss Mariä, nach B. Celli, fol.

  10. Die 12 Apostel, kl. fol.

  11. Mehrere Bilder von Heiligen, kl. fol. und 4.

  12. Minerva begleitet einen Krieger im Kampfe gegen einen Drachen mit drei Köpfen, nach M. Greuther, fol.

  13. Mehrere Satyrn um einen Tisch im Garten, wie sie einen Elefanten im Glaßgefässe, und dessen vergrösserten Schat- ten betrachten. Witzige Composition von Simon Vouet, Tro- schel sc., fol.

  14. Das Wappen des Joh. Wilhelm Kress a Kressenstein, Mit dem Zeichen H. T. und 1619, 8.

Brulliot (App. II. Nr. 297.) erwähnt einen Abdruck mit der Adresse von Heinrich Hondius, und hält das Blatt für zweifelhaft, weil es sehr fein gestochen ist. Troschel's Blät- ter sind gewöhnlich nicht fleissig vollendet.,

  1. Reisbüchlein für die Jugend etc. J. Callot inv. H. Tro- schel exc. 24 Blätter, kl. qu. 8.

  2. Artificium novum pingendi pro Juventute, sechs numerirte Blätter mit Titel. Hanns Troschel inv. et f. Diese Folge enthält fünf Costümstücke in Villamena's Manier, 4.

  3. Das Rathhaus in Nürnberg, die vordere Ansicht, Norim- bergensis prae se fert curiae talem etc. Laurentius Strauch Pictor aetatis suae LXVI. Johann Troschel Nürnberg sculp- sit Anno Christi MDCXXI., gr. fol.

Im späteren Drucke mit der Adresse von Paul Fürst.

  1. Perspektivische Ansicht des Rathhauses, Patricia de gente nunc Cornu datur? Unten: Feci, quod potui, potui quod Invidia. Laurentius Strauch pictor ex.: H. Troschel Nürnb., fec. Auf einem Schilde an der Kirche 1621. Mit einer adeli- chen Hochzeitsprozession, gr. fol.,

I. Wie oben.

II. Ohne Troschel's Namen, nur die Adresse: zu finden bei Paulus Fürsten.

III. Ohne Adresse des P. Fürst, nach potui das quod ausge- lassen, und folgender Schritt eingegraben: Laurentius Strauch Pictor et Exc. H. Troschel fe. Nürnb.

IV. Mit dem Titel: Perspektivische Vorstellung des Herr- lich- und Prächtigen Rath Hauses zu Nürnberg. Der Vers: Feci quod potui etc., die Namen der Künstler und die Jahrzahl fehlen. Die Costüme der Hochzeit- leute sind modernisirt, und am Rathhause ist der Pracht- er angezeigt.

Mit der Unterschrift: Perspektivische Vorstellung des Rathauses in der H. Röm. Reichs Statt Nürnberg, samt einer Kron-Braut, wie solche zur öffentlichen Trauung gelührt wird etc. Auf dem Schilde der Kirche steht die Jahrzahl 1622.

  1. Die S. Peterskirche in Nürnberg. H. T. fe., 4.
  2. Der Einzug des Kaisers in Nürnberg. Ao. 1612 den 3. Jul. Ist die Statt Nürnberg der Rom. Kay. Maj. also entgegen geritten, Justinus Hein, Juvent. Johannes Troschel fec. qu. 4.
  3. Eine Folge von 8 Blättern mit Landschaften, qu. 4.

R

um 1838 unter Leitung des Professors Buchhorn. Er widmete

sich dem naturhistorischen Fache, dehnte als geschickter

Zeichner seine Thätigkeit auch auf andere Zweige der Kunst aus,

Seine Zeichnungen sind gewöhnlich in Aquarell ausgeführt, und

umfassen das gesammte Gebiet der Naturwissenschaften. Stiche

von seiner Hand findet man in Ratzeburg's Werk über die Forst-

insekten, und in anderen naturhistorischen Schriften. Im Jahre

1844 sah man von ihm neben vielen naturgeschichtlichen Zeich-

nungen auch Zeichnungen nach goldenen Medaillons branden-

burgischer Fürsten.

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