Troll, Johann Heinrich

Troll, Johann Heinrich, Zeichner, Maler und Kupferstecher , geboren zu Winterthur 1756, genoss daselbst als Knabe einen unmethodischen Unterricht, und auch in Mechel's Schule kam er nicht viel über das Handwerksmässige hinaus. Ein besser gere- gelter Unterricht ward ihm dann in Dresden bei A. Zingg zu Theil, wo er sieben Jahre verweilte, und auch im Zeichnen grosse Übung erlangte. Er zeichnete in jenen Jahren eine grosse Anzahl von sächsischen Gegenden und anderen Ansichten, deren Brauer in Kupfer gestochen hat. Hierauf besuchte Troll Rom und Neapel , wo er während eines Aufenthaltes von drei Jahren viele Zeichnun- gen fertigte, welche, gewöhnlich in Sepia oder in Tusche ausgeführt, zu seiner Zeit großen Beifall erhielten, und in Paris Absatz fan- den, wohin sich der Künstler aus Italien begeben hatte. Sein Auf- enthalt in der Hauptstadt Frankreichs dauerte aber nur zwei Jahre, da ihn die Schrecken der Revolution nach Holland trieben. Jetzt blieb er einige Zeit im Haag, und reiste 1783 nur nach Winter- thur zurück, um seine häuslichen Angelegenheiten zu ordnen. Später vertrieb ihn auch in Holland die Kriegsunruhen. Er begab sich jetzt nach Hamburg , und dann in die Schweiz zurück, wo der Künstler auf seinen Wanderungen viele Ansichten zeich- nete, die in Aquarell und Sepia ausgeführt eine ganze maleri- sche Reise bilden. Hierauf reiste er mit Conrad Steiner zum zweiten Male nach Italien, wo er sein Portefeuille neuerdings mit Zeichnungen vermehrte. Sie sind in Aquarell oder Bister behan- delt, und fanden theils im Lande selbst, theils in der Schweiz ihre Abnehmer. Von Rom aus ging Troll wieder nach Paris, wo jetzt ein ruhiger Zustand eingetreten war. Er brachte da eine Menge von Blättern in Kupfer, die im Kunst- und Buchhandel erschienen. In den Vues remarquables des montagnes de la Suisse von Rudolf Henzi sind mehrere Ansichten von ihm, die aber den Namen Decourtis tragen. Seine Hauptwerke sind aber die grossen Schweizerprospekte in Aquarella, welche in brauner Farbe ge- druckt sind, und vielen Beifall fanden. Die Zeichnungen hatte er schon früher nach der Natur gefertigt, und sie mit besonde- rem Fleisse ausgearbeitet. Sie zeichnen sich auch durch Reich- thum der Darstellung aus; allein obgleich diese Blätter in ihrer Art trefflich behandelt sind, so verlor sich doch in der Folge der Geschmack an solchen Erzeugnissen. Auch verwandte er viel Zeit und Mühe auf die Prospekte des Tuileriengartens, in welchen aber die Zeichnung der Figuren nicht am besten ist. Immerhin aber bleiben seine Tuschzeichnungen, so wie die Aquarellen, und seine botanischen Abbildungen schätzbar.

Digitized by Google

Zu seinen vorzüglichsten Blättern gehören folgende:

Eine Folge von 4 Blättern mit Ansichten von Seen in der Schweiz, in Aquatinta, schwarz und braun gedruckt, auch in Farben, gr. qu. fol.

  1. Vue du lac des Quatre-Cantons.

  2. Vue du lac de Wallenstadt. Eines der Hauptblätter.

  3. Vue du lac de Sarnen.

  4. Vue du lac de Lauwatz.

Diese Blätter erschienen zu Paris bei Bance aine.

  1. Vue des environs du village de Mulchorne, in Punktirmanier, qu. fol.

  2. Etalage des Alpes, in derselben Manier, beide Blätter im Verlage von Bance, qu. fol.

  3. Der Rheinfall bei Schaffhausen, in Aquatinta, gr. qu. fol.

  4. Einige Ansichten aus der Via mala im Canton Bündten, in Aquatinta, Hauptblätter des Meisters, gr. qu. fol.

  5. Die Prospekte des Gartens der Tuilerien, 8 schön gearbeitete Aquatintablätter, qu. fol.

  6. Das Schloss Hohenstein in Sachsen, radirt, kl. fol.

  7. Die Kirche zu Hohenstein, mit einem Leichenzuge, radirt, kl. fol.

  8. Eine Landschaft mit einem alten Thurm und mit Wäsche- rinnen, radirt, 4.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_Io3rAAAAMAAJ/