Triva 'Anlomus, Maler von Reggio

Triva 'Anlomus, Maler von Reggio, war Guercino's Schüler, und ein glücklicher Nachahmer desselben. Seine ersten Werke finden sich in Venedig , an welchen auch seine Schwester Flaminia Theil hat, welche ebenfalls zu den guten Künstlerinnen gehört. Boschini erwähnt von ihrer Hand ein Bild der Dreieinigkeit in der Schule de' Zoppi zu Venedig. Auch die Gemälde des Bruders rühmt er. In all' Orto zu Piacenza ist von Triva ein Christusbild , welches ganz im Style Guercino's behandelt ist. In anderen Werken hielt er die Färbung etwas heller, wurde aber nach Zanetti seiner Schule nie ganz ungetreu,

Im Jahre 1661 trat Triva in Dienste des Churfürsten Fer- dinand Maria von Bayern, und lebte fortan in München . Er malte die Bildnisse des Churfürsten und seiner Gemahlin Henrietta Adelheid in Lebensgröße, und kleiner auf Kupfer. Auch jenes der Prinzessin Maria Anna und des Prinzen Max Emanuel malte Triva, und den letzteren stellte er dann zu wiederholten Malen als Churfürsten dar. Der erstere dieser Fürsten beehrte den Künst- ler mit zahlreichen Aufträgen, so dass er in einer Rechnung über die von 1660 — 1667 gelieferten Arbeiten 11128 Gulden 30 Kreu- zer ansetzte. Contractmäßig erhielt er für eine ganze Figur 60, und für eine halbe 30 Gulden, sei es, dass er Kleinodstücke auf Kupfer, darunter mehrere Madonnen und andere Heiligenbilder, oder größere Darstellungen für die Lustschlösser in Nymphen- burg und für das alte Schloss in Schleissheim malte. Im Schlaf- zimmer der Churfürstin in der Residenz zu München malte er den Plafond, und in den Winkeln brachte er einzelne Figuren an. Auch das damals sogenannte Cabinet de Carita zierte er mit al- legorischen und mythologisch Figuren. In dem sogenannten gel-

.. ben Appartement im Schlosse zu Nymphenburg malte er 1662 ein großes Plafondbild in Oel, welches die Nymphe Arethusa vor- stellt, mit einigen Kindern, welche Wasser von einem Gefäss ins andere gossen. Auf einem anderen grossen Plafondgemälde in Oel stellte er die Harpyien dar mit vielen anderen phantastischen Zugaben. Das Schlafzimmer des grünen Appartements zierte er mit einem Plafondbild in Oel, welches den Triumph der Thetis vorstellt. Im Saale der Gallerie zu Schleissheim sind vier allego- rische Darstellungen von ihm: die Mässigkeit, die Wahrheit, die Gerechtigkeit und die Freundschaft vorstellend, weibliche Gestal- ten unter Lebensgröße. Dann malte Triva auch für Kirchen. In der Metropolitankirche zu München ist ein Altarbild, unter dem Namen der sieben Zufluchten bekannt. Bei St. Cajetan daselbst sieht man ein Altarbild der heil. Margaretha von Savoyen. Das Hochaltarblatt der Ursulinerkirche in Landshut stellt den heil. Jo- seph vor, und jenes der Klosterkirche in Beyharding den Täufer Johannes, In der Gallerie zu Dresden ist ein grosses Gemälde von ihm, welches Venus an der Quelle vorstellt, wie ihr Amor die Füsse trocknet. Daneben ist ein Satyr mit einem rothen Gewande.

Lipowsky behauptet, Triva sei Gallerie-Inspektor gewesen, wir fanden ihn aber in den uns offenstehenden Archivalien immer nur Hofmaler genannt. Wenn er je eine solche Stelle behauptet hat, so muss er die Gallerie in München geordnet haben, nicht jene in Schleissheim, wie Lipowsky behauptet. Der Bau des je- tzigen grossen Schlosses wurde 1701 von Heinrich Zuccali be-

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