Triqueti, Henry de

Triqueti, Henry de, Maler und Bildhauer, gebürtig aus dem De- partement du Loiret, machte seine Studien in Paris , und wid- mete sich anfangs der Malerei , worin er bereits Vortreffliches

Nagler's Künstler - Lex. Bd. XIX, 7

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Nebenbei beschäftigte sich der Künstler viel mit Zeichnen und Modelliren, und das erste Gusswerk ist unsers Wissens von 1831. Es stellt den Tod Carl des Kühnen dar. Dann nahm Triqueti Theil an den Holzverzierungen der Thüren der Pairskammer, welche in reinem Geschmacke ausgeführt sind. In dem Palais Bourbon sind seit 1836 zwei Basreliefs in Marmor von ihm, welche das schützende Gesetz und die strafende Gerechtigkeit vorstellen. Hier- auf unternahm er die Ausführung der Verzierungen über dem Hauptportale der Madeleine, und dann ciselirte er die Bronze- thüre dieser Kirche, auf welcher der Künstler die zehn Gebote in allegorischen Bildern darstellte, in Styl, Composition und Ausfüh- rung höchst gelungene Basreliefs, welche er 1830 vollendete. Diese Arbeiten nahmen aber nicht seine ganze Zeit in Anspruch. Er fer- tigte auch zierliche Gefässe in Bronze, gewöhnlich im Style der Re- naissance, und von der sorgfältigsten Vollendung. Im Jahre 1856 brachte er eine Wasserkanne zur Ausstellung, welche mit Figu- ren und Laubwerken verziert ist. Im folgenden Jahre sah man eine Vase von Bronze, an welcher das goldene und das eiserne Zeitalter dargestellt ist, in Mitte geschmackvoller Ornamente. Ein anmuthiges Basrelief in Marmor von 1838 stellt Petrarca und Laura am Brunnen zu Vaucluse dar. Im folgenden Jahre sah man von ihm ein kleines Basrelief in Bronze, Thomas Morus von seiner Familie umgeben darstellend, wie er die Worte erläutert: Irae regis nuntiae mortis. Im Jahre 1830 fertigte er auch das Piedestal zur großen Vase der Medici in St. Cloud. Der Körper wurde dann in Bronze gegossen, und an den Seiten brachte er vier Basreliefs von Biscuit an, die mit Bronzefiguren auf blauem Grunde einge- fasst sind. Hierauf fertigte er für den Herzog von Orleans eine ausgezeichnet schöne Vase. Die Henkel derselben bilden zwei geflügelte Genien und die Seiten sind mit Reliefs geziert. Dante und Virgil, und Petrarca's Triumph der Keuschheit sieht man in denselben dargestellt. Dieses Prachtgefäss ruht auf einem drei- eckigen Marmorsatz mit Statuetten in Nischen, über welchen die Büsten der italienischen Dichterfürsten erscheinen. Im Jahre 1841 fertigte Triqueti ein Modell zum Grabmale Napoleons, wel- ches aber den Preis nicht gewann. Auf einem mit Basreliefs gezierten Piedestal, welche die Siege der französischen Armeen verherrlichen, erhebt sich ein Sockel, auf welchem der sterbende Kaiser dargestellt ist, in der einen Hand den Code civil, in der anderen den Degen haltend. Ein zierliches Werk von 1842 besteht in einem Basrelief von Marmor, welches Psyche vorstellt, wie sie den schlafenden Amor betrachtet. Die Formen sind von ausgezeichneter Schönheit und von liebevoller Durchbildung. Das Bild erscheint in einem Bronzerahmen mit schönen Verzierungen. Im Jahre 1845 führte der Künstler nach Zeichnungen des Malers Ary Scheffer das Grabmal des Herzogs von Orleans aus. Von ihm ist die Statue des Herzogs gemeisselt. Auch die Basreliefs an den Wänden des Monuments sind von seiner Hand, der betende En- gel aber ist ein Werk der Prinzessin Marie, der Schwester des Verewigten. Im Jahre 1845 wurde ihm und dem Architekten L. H. Gounod die Ausführung der neuen Kanzel in der Cathedrale

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