Trippe!, Alcxander, Bildhauer , geboren zu Schaffhausen 1744, war der Sohn eines Schreiners, der nach England übersiedelte, und daselbst mit seiner Familie darben musste. Alexander kam daher schon als Knabe von 11 Jahren bei einem Instrumentenmacher in die Lehre, allein er hatte ebenso wenig Sinn für die Mechanik der Arbeit als für die Musik, zu deren Verherrlichung er Instru- mente schaffen sollte. Er machte daher nur die eingelegten Ar-
in den Nebenstunden bei dem Elfenbeinschneider von Lücke Un-
terricht im Zeichnen und Modelliren erhielt. Dieser gab ihm aber nur kleine Modelle von holländischen Bauern und Scheerenschlei- fern zum Vorbilde, woran Trippel bald Ueberdruss fand, so dass
er die ihm gebotene Gelegenheit, nach Copenhagen zu kommen, benutzte. Hier nahm sich Professor Wiedewelt des lernbegierigen
Schweizers an, und schon seine ersten Arbeiten, welche im Mo- dellen nach der Natur und nach antiken Bildwerken bestanden,
fanden Beifall. Allein der Arme blieb ohne Unterstützung, und
musste bei Bildhauern um Taglohn arbeiten. Drei Jahre erduldete
er diese drückende Lage, bis er, seines mechanischen Lebens
überdrüssig, Copenhagen verliess, um in Potsdam sein Heil zu ver-
suchen. Da liess Friedrich II. 1765 einen prunkvollen Palast bauen, und viele Künstler fanden Beschäftigung. Allein Trippel sah bald
ein, dass er hier ebenfalls nur als mechanischer Arbeiter bestehen
könne, und er kehrte nach vier Monaten wieder nach Copenha-
gen zurück, wo ihn der Bildhauer Stanley aufnahm. Dieser ver-
traute ihm bessere Arbeiten an, und gestattete auch nebstbei den
Besuch der Akademie. Trippel benutzte seine Zeit gewissenhaft, so dass er 1767 drei Preise gewann. Für ein Basrelief, welches
die Salbung Davids zum Könige vorstellt, erhielt er die kleine
goldene Medaille, und im folgenden Jahre wurde ihm der erste Preis zu Theil, mit einem Basrelief, welches Joseph vorstellt, wie
er sich den Brüdern zu erkennen gibt. In Stanley's Atelier fer-
tigte er ein Modell zum Grabmale der Königin Louise, welches
mit allegorischen Figuren und mit zwei Reliefs geziert war. Auch
noch einige andere Figuren hinterliess er in Copenhagen, wel-
che aber im Modelle blieben.
Im Jahre 1771 begab sich der Künstler nach Paris, wo er viele alte und neue plastische Kunstwerke zum Studium vorfand, al- lein er konnte sich nur durch kleine Arbeiten einen kümmerlichen Unterhalt sichern. Darunter ist ein 24" hoher Bacchus in Mar- mor, welchen er an Gideon Burkardt in Basel verkaufte. Auch zwei kleine Portraitfiguren führte er in Paris aus, jene des Gra- fen von Löwenthal und seiner Tochter, letztere als Amazone mit dem Kranze. Einige kleine Bildwerke in Gyps und Thon schickte er an Herrn von Mechel in Basel, welcher auf das weitere Schick- sal dieses Künstlers grossen Einfluss hatte. Auf Veranlassung Mechel's wurde Trippel's allegorische Darstellung zum Ruhme der Schweiz in Gypsabgüssen verbreitet, und der Erlös dem Künstler
gesichert. Er stellte den sitzenden Herkules dar, und bildete am
Schilde desselben den Schweizerbund ab. Unten liegt der mit Lor- beer bekränzte Helm, auf welchem Winkelried in der Sempacher Schlacht in Basrelief dargestellt ist. Für Lavater modellirte er einen Christuskopf über Lebensgrösse, welcher ihm ebenfalls eine Summe eintrug, und somit war 1770 seine Reise nach Rom ge- sichert. Er kam im October daselbst an, und ging mit grossem Eifer an das Studium der alten und neuern Werke der Plastik, musste aber wie vor und auch durch kleine Arbeiten für seinen Un- terhalt sorgen. Sein erstes Werk war eine 2' hohe Bacchantin im Marmor. Dann fertigte er einen sitzenden Apollo mit der Flöte, und eine schlafende Diana von Amor überrascht. Im Jahre 1778 berief ihn Burkardt nach Basel, um einige Arbeiten zu überneh- men, die aber in vier Monaten fertig waren. Nach Rom zurück- gekehrt, fehlte es ihm lange an Aufträgen, woran auch seine schweizerische Derbheit Schuld war, und er sah sich daher wieder an seine Freunde angewiesen. Im Jahre 1780 schickte er Abgüsse
Im Jahre 1787 überschickte ihm die Akademie in Berlin das Ehrendiplom, da er ein figurenreiches Modell zum Denkmale Friedrich II. eingesandt hatte. Er gab sich auch der Hoffnung hin, dass ihn die preussischen Minister v. Heinitz und von Hertzber an Tassaert's Stelle nach Berlin bringen werden, allein der alte Schadow trug den Sieg davon. Trippel blieb in Rom und model- lierte da 1789 die Büsten von Göthe und Herder, die damals in Rom waren. Diese Büsten führte der Künstler in Marmor aus. Hierauf erhielt er von Zürich aus den Auftrag, das Monument des Dichter Gessner zu fertigen. Er wollte ihn Anfangs als Staats- mann darstellen, wie er von Lictoren umgeben am Altare des Va- terlandes opfert, und konnte nur mit Mühe belehrt werden, dass es nicht dem Rathsherrn sondern dem Dichter gelte. Man for- derte ihn auf, den Gegenstand aus Gessner's Werken selbst zu wäh- len, und so verfiel er auf die Idylle Daphnis und Mycon, die eigentlich eine Satyre gegen alle marmorne Denkmäler enthält. Man fand indessen die Ausführung des Werkes vortrefflich, und bedauerte nur, dass dieses Denkmal so lange im Freien der Wit- terung ausgesetzt blieb. Uebrigens fertigte er in seiner letzteren Zeit auch mehrere Büsten. Im Jahre 1793 wurde er zu Rom an der Pyramide des Cestius begraben,
Trippel hatte durch Hunger und Armuth eine Bahn gebro- chen, auf welcher er als einer der Wiederhersteller des besseren Geschmackes in der Sculptur betrachtet wurde. Er hatte die Kunst im Ernste geliebt, und nach dem Höchsten getrachtet. In seinen besten Werken ist daher eine glückliche Nachahmung der Antike sichtbar, und dabei eine Vollendung der Arbeit, welche muster-
haft genannt werden kann. Bei gediegenen Kenntnissen in der Ana- tomie und der menschlichen Proportion gelangen ihm Figuren von kräftig ausgesprochenem Charakter und würdiger Handlung am besten. Doch ist die Zahl der naiven jugendlichen Gestalten
Das Bildniss Trippel's, gest. von H. Lips, für die genannten
Neujahrsblätter, Vignette.
Dessen Bildniss von Clement gezeichnet, und von C. G. Schulze gestochen, fol.
Milon von Croton am Baumstamme, punktirt von Hegi, als Titelblatt für die Neujahrsblätter.
Allegorie auf den deutschen Fürstenbund, Gruppe von zwei Seiten dargestellt, gest. von D. Berger, fol.
Allegorische Darstellung auf den Teschner Frieden. In me- moriam pacis Teschinensis Fredericus Rex dono dedit Evaldo Fre- derico de Hertzberg, Alexander Trippel inventor in Roma 1770. J.C. Krüger del. Berolini. J. L. Stahl sc. Norimb. 1785, gr. qu. fol.
Johann, Maler, der ältere Bruder des obigen Künstlers, besuchte die Akademie in Copenhagen, und gewann da 1767 den Preis, mit dem Bilde, welches die Salbung Salomoun's vorstellt. Er erreichte nur ein Alter von 22 Jahren.
Johann Heinrich, Maler von Schaffhausen, wird von H. G. v. Seckendorf in den Biographien der besten Schweizer- Künstler II. 74. zitiert. Da heisst es, er habe kleine Sachen mit Verstand und außergewöhnlichem Fleisse gemalt. Mehrere seiner Bilder erwarb das Kaiserliche Hof in Wien. Auch in der Perspektive und in der Messkunst war er erfahren. Starb 1708 im 25. Jahre.
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