Trezzo, Jacobo da

Trezzo, Jacobo da, Bildhauer , Edelsteinschneider und Medailleur von Mailand , hatte schon zur Zeit, als Vasari die erste Ausgabe seiner Künstlerbiographien besorgte (1550), den Ruf eines tüchtigen Meisters, war aber damals noch in jungen Jahren. Er scheint sich zuerst durch Portraitmedaillons bekannt gemacht zu haben. Vasari nennt einen solchen mit den Brustbildern des Gouverneurs Ferdinando Gonzaga und seiner Gemahlin Isabella della Capua, und dann einen Medaillon mit der Büste der Königin Maria von England . Diese Medaillons sind gegossen und ciselirt, nach der Weise damaliger Zeit. Köhler, I. 33. und VII., 2. gibt sie in Abbildungen. Als Edelsteinschneider theilte er den Ruf mit Filippo Nigroli, und den beiden Misuroni. Diese Meister brachten in Italien die schwierige Kunst, Edelsteine zu verarbeiten, zu einer hohen Stufe, und Trezzo verpflanzte sie auch nach Spanien . Der Gouverneur von Mailand, Gio. Fidarola, dessen Bildniss Trezzo gearbeitet hatte, empfahl ihn dem Könige Philipp II. von Spanien, welcher damals für den Hauptaltar der Kirche des Escorial ein grosses und kostbares Tabernakel aus Edelsteinen fertigen liess.

?3. Bermudez (Diccionario hist. de los mas illustres profesores etc., V. 77) ersah aus der Junta de Obras, welche auch Pater Siguenza bei seiner Beschreibung des Escorial benutzte, dass man den 10. Jänner 1579 zum Contracte schritt, welchen Francesco Escudero unter Anwesenheit des Veedor de la fabrica, Garcia de Brizucla, des Architekten Juan de Herrera, des Priors Fray Julian de Tricio und anderer Zeugen zur Unterschrift vorlegte. Jacomo Trezzo erscheint dabei als Hauptmeister des Werkes, welchem der Bildhauer Pompeo Leoni und Juan Bautista Coumane zur Seite standen. Ersterer übernahm die Bildhauerarbeiten und Ornamente des Altares, und Comane den architektonischen Theil desselben, alle aber mussten nach Zeichnungen des Architekten Juan de Herrera arbeiten. Trezzo sollte den Tabernakel in vier Jahren für die Summe von 20000 Dukaten herstellen, allein Pater Siguenza sagt, er habe in sieben Jahren ein Werk geliefert, mit dessen Vollendung zwanzig Jahre verflossen wären, wenn der Künstler nicht Maschinen, Räder, Bohrer und Sägen erfunden hätte, um die

; Der König fand sich durch die Arbeit vollkommen befriediget, und erlaubte dem Meister seinen Namen auf das Werk zu setzen.

Am grossen Tabernakel steht folgende von Arias Montano gefertigte Inschrift: S.

Jesu Christo Sacerdote Ac Victimae, Philippus II. Rex Dicit. Opus Jacobi Trezi Mediolanensis, Totum Hispano El Lapide. An einem Piedestal des inneren Taberna- kels steht: Humanae Salutis Efficaci Pignori Asservan- do, Philippus II. Rex. Dicit. Ex Varie Jaspide Hispanica, Terti Opus.

Im Verlaufe der sieben Jahre, welche Trezzo mit der Ausfüh- rung dieses doppelten Tabernakels zubrachte, fertigte er für den Es- corial auch ein Reliquarium aus Lapis Lazuli, in welchem eine Re- liquie des heil. Lorenz aufbewahrt wurde. Den 7. October 1585 wurden ihm dafür 300 Dukaten, und 1587 erhielt er eine weitere

Gratifikation von 1500 Dukaten. Dann fertigte er das königliche

Wappen, welches in der grossen Capelle des Klosters angebracht

wurde, wofür er 50 Dukaten erhielt. Baldinucci, Giulianelli u. a.

sagen, Trezzo habe das königliche Wappen in Diamant geschnit- ten, darunter ist aber das genannte nicht zu verstehen, da C. Ber- niardi nichts davon erwähnt. Den 31. December 1587 erhielt der Künstler weitere 500 Dukaten, anscheinlich für eine ungenannte Arbeit, vielleicht für das Wappen in Diamant. Der König be- lohn-te diesen Künstler reichlich, und 1589 setzte er ihm eine lebenslängliche Pension von 160 Dukaten aus. Trezzo genoss aber diese Gnade nur wenige Tage, da er starb. Er bewohnte in Madrid ein eigenes Haus, welches Juan de Herrera erbaute. Es soll auch die Strasse nach seinem Namen genannt worden seyn:

Wir verdanken diesem Künstler auch zwei seltene Medaillen, Auf der einen sieht man die Büste Philipp's II., mit der Inschrift: Philippus II. D. G. Rex. Unter der Büste steht: Jac. Tricci f. Auf dem Revers steht eine allegorische Figur, und das Motto: Si. ferat in fatis. Die zweite Medaille enthält das Bildniss des Archi- tekten Juan Herrera, mit der Schrift: Joan. Herrera A. Phil. II. Reg. Hisp. Architect. Jac. Tr. 1578. Im Revers sieht man die allegorische Gestalt der Architektur mit Attributen. In der Exergue: Deo et opt. princ.

Uebrigens bemerken wir noch, dass Vasari und Lomazzo ei- nen Cosmo da Trezzo in Spanien arbeiten lassen. Sie unterschei- den den Edelsteinschneider Jacopo da Trezzo, der nach ihrer An- gabe um die Mitte des 16. Jahrhunderts in Mailand blühte. Von einem Cosmo da Trezzo wissen die spanischen Akten nichts. Sie sind beide Eine Person, Lanzi dehnt die Lebenszeit Jakob's irrig bis 1505 aus.

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