Trevisani oder TREVISANO, Angelo, Maler, auch Trevisano und Trivisano genannt, wurde 1660 zu Venedig geboren, und widmete sich in seiner Jugend der Tanzkunst . Später gab ihm A. Celesti Unterricht in der Malerei, worin er es zum Rufe brachte, beson- ders als Bildnissmaler. Es finden sich aber auch Altarbilder von ihm, welche unter den Werken aus der Zeit des Verfalls der Kunst Beachtung verdienen, besonders die Vertreibung der Ver- käufer aus dem Tempel in S. S. Cosma e Damiano zu Venedig . Eben so schön ist die Extase der heil. Theresia in S. Pietro in Oliveto zu Brescia . In den Kirchen von Venedig sollen mehrere Gemälde von ihm seyn, sowie in andern Städten Italiens; er könnte indessen mit F. Trevisani verwechselt werden. Er ist wahr- scheinlich auch jener Trevisano, von welchem Dlabacz ein Bild nannte, welches der Graf Joh. Rudolph von Spork vom Künstler um 100 Dukaten kaufte, und es 1758 der Pfarrkirche St. Heinrich in Neustadt Prag schenkte. Es stellt die Freundschaft Christi dar,
Lanzi sagt, Trevisani habe sich durch das Studium der Natur einen Styl gebildet, der nicht eben erhaben, aber wohl gewählt, und zum Theil den damals herrschenden Schulen gemäss sei. Die Composition findet der genannte Schriftsteller lobenswerth, und in der Ausführung auserlesenen Fleiss. Bei einer grossen Kennt- niss des Helldunkels wusste er seinen Figuren eine damals unge- wöhnliche Rundung zu ertheilen. Das Bildniss des Künstlers war zu wiederholtem Male in der Gallerie des Grafen Firmian zu Leo- poldskron. Auch in der florentinischen Sammlung von Malerbild- nissen kommt es vor, gest. in Pazzi's Serie degl' uomini illustri nella pittura. T. I. Trevisani starb nach 1753.
Füssly zählt folgende Blätter auf, welche nach ihm gestochen wurden; es könnten aber einige nach Francesco Trevisani gesto- chen seyn.
Nagler's Künstler-Lex. Bd. XIX. 6
Michele Marieschi, Maler, in Einfassung von Arabesken, gest. von C. Orsolini, gr. qu. fol.
Johann Ems, Procurator von St. Marcus, gest. von A. Fal- doni, fol.
Abraham und die drei Engel, gest. von P. Monaco,
Judas mit dem Esel, gest. von P. Monaco.
Die beiden Gemälde waren in der Sammlung von Carlo Pe- cora, und sind für Monaco's Storie sacre etc. gestochen.
Der Leichnam des Herrn von zwei Engeln beweint, gest. von J. Baron.
Sechs Darstellungen aus der Leidensgeschichte, gest. von H. Frezza.
Der heil. Paulus, gest. von Kilian.
Die heil. Magdalena, kleines anonymes Blatt.
Eigenhändige Radirung des Meisters.
- Eine heil. Familie mit St. Franz, der den Fuss des Jesus- kindes fasst.
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