Trevigi, Giorgio da, Maler, arbeitete um in Padua . In dem bezeichneten Jahre malte er daselbst den berühmten Thurm mit der Uhr. Diese Malereien gingen zu Grunde.
Rossetti sagt, der Künstler habe den Beinamen Raffaello gehabt.
Von Venedig begab sich der Künstler nach Bologna , wo er in der Kapelle der Madonna della Pace bei S. Petronio mit eini- gen städtischen Malern im Wetteifer malte. Diese Malereien sind zerstört, wohl erhalten sind aber noch die Darstellungen aus dem Leben des heil. Antonius, welche er in der Kapelle des Heiligen in S. Petronio grau in grau mit Ölfarben auf die Wand malte. Hier nannte sich der Künstler Hieronymus Trivisius. In der St. Salvatorskirche daselbst sieht man von Girolamo eine Tafel, wel- che die heil. Jungfrau vorstellt, wie sie als Mädchen die Stufen des Tempels hinansteigt, und ein zweites Bild zeigt die Madonna auf Wolken von Engeln umgeben, unten St. Hieronymus und St. Catharina. Dieses letztere Bild erklärt Vasari als das schwächste Werk des Künstlers in Bologna, während er von den Darstellun- gen aus dem Leben des heil. Antonius sagt, sie seyen mit Ver- stand und sehr sauber gemalt, und von grosser Anmut. Dann nennt der genannte Schriftsteller auch ein Frescobild des Gekreuz-
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In Bologna malte Girolamo mehrere Facaden von Häusern, welche die Zeit verwischt hat. Dies ist auch mit den Malereien am Palast des Cardinals Madruzzi in Trient der Fall. Vasari sagt, dass er den Palast des alten Cardinals mit andern Malern verziert habe. Dagegen hat er der herrlichen Gemälde nicht ge- dacht, welche G. da Trevigi in der Kirche der Malteser Com- mende al Borgo ausserhalb der Stadt Faenza gefertigt hatte. Da brachte er auch das Portrait des berühmten Fra Saba da Castig- lione an. Diese wahrhaft grossartigen und des Rafael würdigen Werke hat G. Giordani beschrieben, und gedachte sie mit den Memorie degli oggetti d'arte in Abbildung herauszugeben. Die- ses Werk war 1825 zum Drucke reif.
Nach einiger Zeit, in welche wahrscheinlich die genannten ! Bilder in Borgo fallen, lässt Vasari den Künstler wieder nach Bologna zurückkehren, um die angefangenen Werke zu voll- enden. Damals erging auch die Aufforderung, eine Tafel für das Spital della Morte zu fertigen. Mehrere Künstler reichten Zeich- nungen ein, und darunter auch Trevisano. Er sah sich getäuscht, und verliess desswegen nach kurzer Zeit Bologna. Piero del Vaga soll ihn namentlich zur Eifersucht gereizt haben. Jetzt ging der Künstler nach England, und trat als Ingenieur in Dienste des Königs Heinrich VIII. Diesem Fürsten gefielen die architekto- nischen Zeichnungen des Künstlers, in welchen aber nur Ita- lienische Gebäude nachgebildet waren. Er gab seinem Baumei- ster 400 Scudi Gehalt und eine eigene Wohnung. Trevisano er- freute sich aber nicht lange seines Glückes. Er wurde 1544 bei der Belagerung von Boulogne in der Picardie von einer Kanonen- kugel tödtlich getroffen. In der ersten Ausgabe lässt Vasari den Künstler ein Alter von 46 Jahren erreichen, nach der zweiten wurde er nur 36 Jahre alt. Vasari fügt auch das Bildniss des Meisters bei. Auch Bottari gibt das Bildniss dieses Künstlers, gest. von Burckhardt. Dann kommt es in der florentinischen Serie de' ri- tratti vor. Vol. II. S. 55.
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