Treu, Martin. Auf zahlreichen Blättern findet man die nach ihren Jahrzahlen die Tätigkeit des Meisters um 1540 — 1543 festsetzen. Der Stecher gehört zu den sogenannten kleinen Meistern, und könnte in Nürnberg gelebt haben. Eine Familie des Namens Treu oder Trew hatte im 16. Jahrhundert gelebt, und somit könnte der Stecher zu derselben gehören. Er wäre demnach einer der Vorfahren des Abadias Treu. Bartsch, P. gr. IX. 68 ff. beschreibt 42 Blätter von diesem Meister, welche in guten Abdrücken fast alle selten sind, und teilweise in hohen Preisen stehen. Brulliot (Dict. des monogr. J. 2058) sagt, das Verzeichnis bei Bartsch sei nicht complet. Wir wussten nur wenig hinzuzufügen.
- Das Urtheil Salomons. Er sitzt rechts auf dem Throne, und neben ihm steht der Diener , welchem er den Ausspruch zur Spaltung des Kindes zu geben scheint. Links sieht man die Mütter. Rechts unten ist das Täfelchen mit dem Zeichen und 1540. H. 1 Z. 3 L., Br. 1 Z. 10 L.
- Die fünf klugen Jungfrauen mit brennenden Lampen, jede im Costume der Zeit. Rechts oben ist das Zeichen und 1540. H. 11 Z. 4 L., Br. 3 Z. 1 L. Wir fanden auch eine Darstellung der thörichten Jungfrauen von dem Monogrammisten M. T. erwähnt. Dieses Blatt wäre demnach das Gegenstück zu der von Bartsch erwähnten Darstellung. 3 — 14) Die Parabel vom verlorenen Sohne. Folge von 412 numerirten Blättern. H. 2 Z. 8 L., Br. 3 Z. 1 L.
- Der Sohn fordert vom Vater sein Vermögen. Rechts unten das Täfelchen mit dem Zeichen und 1541.
- Er zieht wohl versehen von dannen, und begiebt sich nach der Stadt. Rechts unten das Täfelchen mit dem Monogramm und 1543.
- Er befindet sich in Gesellschaft liederlicher Weiber, und liegt bereits einer derselben in den Armen. Links unten im Täfelchen das Monogramm und 1543.
- Er sitzt an der Tafel und vergeudet mit Männern und Weibern sein Vermögen. Links unten das Täfelchen mit dem Zeichen und 1541.
- Die Weiber berauben den Unglücklichen seiner Kleider. Links oben das Täfelchen mit dem Zeichen und 1543.
- Die Dirnen jagen den Beraubten aus dem Hause. Links oben das Täfelchen mit dem Zeichen und 1541.
- Von allen Mitteln entblösst steht er vor der Thüre eines Bauernhauses, und bittet das Weib, ihn als Hirten aufzunehmen. In der Mitte oben das Zeichen und 1543.
- Der verlorne Sohn als Hirt bei der Schweinsheerde. Das Zeichen wie oben, aber ohne Jahrzahl. Bartsch lässt seine Nr. 10 offen, da ihm diese Darstellung nicht zu Gesicht kam.
- Der Unglückliche ist gezwungen mit den Schweinen zu essen. Rechts unten das Täfelchen mit dem Zeichen und 1543.
- Von Reue durchdrungen beschliesst er zum Vater zurückzukehren. Rechts unten das Täfelchen mit dem Zeichen, aber die Nr. 10 fehlt.
- Der Vater nimmt ihn zärtlich auf. Rechts unten das Täfelchen mit dem Zeichen, aber ohne Nr. 11.
Treu, Martin.
- Der Sohn an der Tafel des Vaters. Rechts oben das Täfel- chen mit dem Zeichen, aber ohne Nr. 12.
15 — 23) Die tanzenden Bauern, wahrscheinlich eine Folge von 12 Blättern, welche numerirt sind. Bartsch hatte nur von 9 Blättern Kunde, und erhielt Nr. 1, 3. und 8. nicht zu Gesicht. Wir kennen Nr. 10. und fügen dieses Blatt unter Nr. 23 b. bei, um die Nummern des Peintre graveur nicht zu vermischen. H. 2 Z. 3 L., Br. 1 Z. 9 L.
(Dieses Blatt beschreibt Bartsch nicht.)
Der Bauer, vom Rücken gesehen, mit der Eule auf der linken Hand. Neben ihm ist eine Bäuerin, und rechts oben sieht man das Zeichen mit der Jahrzahl 1542. Gegenüber Nr. 2.
Ein Bauer mit der Linken auf dem Griffe des Säbels, wie er mit einer Alten tanzt. Rechts oben das Monogramm, und links Nr. 3.
(Beschreibt Bartsch nicht.)
Die Bäuerin, welche beim Tanze den linken Arm auf den Rücken des Bauern legt. Rechts oben das Zeichen, und gegenüber die Nr. 5.
Ein alter Bauer im Tanze mit einer jungen Bäuerin, wel- cher er den Rücken wendet. Rechts oben das Zeichen, und etwas tiefer die Nr. 6.
Ein Bauer mit Weinlaub auf dem Kopfe, wie er mit dem rechten Arm ein Weib umhalset, während er ihr mit der Linken den Rock aufhebt. Rechts oben das Monogramm, links Nr. 7.
(Beschreibt Bartsch nicht.)
Der Bauer und die Bäuerin in Umarmung. Links oben das Zeichen und Nr. 9.
b. Der Bauer, welcher den rechten Arm um den Hals einer Bäuerin schlingt und sie küsst. Letztere stützt mit dem Ko- pfe einen vomirenden Bauer. Links oben das Zeichen und die Nr. 10.
Dieses Blatt kennt Bartsch nicht.
24 — 23) Der Tanz der Leute von Stand, Folge von 12 Blättern, welche aber Bartsch nicht vollständig sah. Wir konnten die Lücken nicht ausfüllen, H. 2 Z. 2 L., Br. 1 Z. 7 L.
I. Mit der Jahrzahl 1542, und von glänzendem Drucke.
II. Die Jahrzahl in 1543 corrigirt, und schwache Drücke, III. Die Numern der Blätter theilweise verändert, wie Nr. 29 und 31 bemerkt. Diese Abdrücke sind die schwächsten.
Der Tambour und der Pfeifer. Links oben im Täfelchen das Zeichen und 1543, rechts Nr. 1.
Ein Herr mit der Dame, ersterer vom Rücken gesehen, wie er den Kopf nach der Tänzerin dreht. Links oben das Täfelchen mit dem Zeichen und 1543, die Nr. 2 darunter.
Lässt Bartsch unbeschrieben.
*) Malpe II. 257. schreibt diesem Meister auch eine Folge von 13 Blättern zu, welche Christus und die Apostel vorstellen, fol. Diese Blätter sollen ein Monogramm tragen, wo der rechte Schenkel des M das T bildet, während sonst das T den Buchstaben M senkrecht durchschneidet. Bartsch kennt diese Blätter nicht, sowie denn überhaupt kein Beispiel bekannt ist, dass Treu in grossem Formate gestochen habe.
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im Profil, letztere trägt eine Blume in der Rechten. Links oben das Täfelchen mit dem Zeichen und 1543, unten Nr. 4. verkehrt geschrieben. -
Der Herr, vom Rücken gesehen, wie er die Dame zum Tänze führt. Er hat eine Feder auf dem Hut. Links oben ist das Täfelchen mit dem Zeichen und 1543, und darun- ter, Nr. 5. |
Der Herr mit der Linken an der Hüfte, wie er den rech- ten Arm um den Hals der Dame schlingt und sie küssen will. Links oben das Täfelchen mit dem Zeichen und 1543, darunter Nr. 6 aber in 8 corrigirt.
Bartsch konnte diese Lücke nicht ausfüllen.
Ein älterer Herr mit der Dame an der Hand von vorn gesehen, und nach links gehend. Links oben das Täfel- chen mit dem Zeichen und 1543, darunter die Nummer, wel- che in dem Exemplare, welches Bartsch sah, unleserlich war, in Folge der Korrektur.
- Hier lässt Bartsch Lücken, weil ihm keine Abdrü- cke zu Gesicht kamen.
Eine ähnliche Darstellung, wie Nr. 290. Der Herr ist jung und ohne Bart, und küsst die Dame. Links oben ist ein Täfelchen mit dem Zeichen und 1542. Darunter die Nr. 12.
Der Bauer, welcher sein Weib in den Armen eines Mön- ches überrascht. Links oben das Täfelchen mit dem Zei- chen.
Zwei Weibspersonen, welche einen jungen nüchternen Bur- schen auf der Bank halten, während ihm eine dritte Was- ser auf den Hintern gießt. Rechts bemerkt man einen Nar- ren mit der Katze im Arme. In der Mitte oben das Zei- chen und 1540. H. 1 Z. 6 L., Br. 2 Z. 7 L.
Der misshandelte Ehemann. Das Weib hat dessen Hosen an, und schleppt ihn unter Stockschlägen bei den Haaren vor das Haus. Rechts nach oben das Zeichen. H. 2 Z. 10 L., Br. 2 Z. 2 L.
Ein Fratzengesicht mit einem Schleier, welcher zwei Hörner verbirgt. Es erscheint zwischen zwei Füllhörnern, aus wel- chen Blätterwerk kommt, und zu den Seiten des darüber- stehenden Blumentopfes sieht man zwei Schlangen mit Lö- wenköpfen. Das Täfelchen mit dem Zeichen ist in der Mitte unten. H. 2 Z. 3 L., Br. 1 Z. 8 L.
Eine Fratze mit einer Vase darüber, welche zwischen zwei Satyrn sich zeigt. Links unten ist das Täfelchen mit dem Zeichen. H. 2 Z. 35 L., Br. 1 Z. 9 L.
Eine Scheide für Messer und Gabel. Das Dessin zeigt im Rund einen jungen Herrn und eine Dame in Umarmung. Links oben das Täfelchen mit dem Zeichen und 1540. H. 7 Z., Br. 1 Z. 10 L.
Zeichnung zu einem Dolche mit der Scheide. Auf letzterer trägt ein Herr den Falken auf der linken Hand, und die Dame hat den Hund in den Armen. Oben nach rechts das Zeichen und 1540. H. 14 Z., Br. 3 Z. 6 L.
Der Kopf eines Mannes im Profil nach links, und gegen- über ein Frauenkopf in 3 Ansicht. Zu den Seiten stehen zwei Kinder, und das Übrige zeigt Arabesken. Mit dem
Der Kopf eines Weibes in 3 Ansicht nach rechts. Zu den Seiten ein Mann und ein Weib in Laubwerk auslaufend. Das Übrige füllen Arabesken. Mit dem Zeichen des Ste- chers, und in der Grösse des obigen Blattes. P
Diese beiden Blätter kannte Bartsch nicht. Wir finden sie nur im Cabinet Cicognara angezeigt. Vgl. Zanetti, le, premier siecle de la Calcographie, p. 133.
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