Treu; JOSCph Marquard, Maler

Treu; JOSCph Marquard, Maler, war der Sohn des churfürst- lich-bambergischen Hofjuden Wolf Nathan, und wurde Jos ge- nannt. Im Jahre 1712 zu Bamberg geboren, genoss er als Knabe einen dürftigen Unterricht, zuletzt aber schickte der Vater den talentvollen Jüngling nach Prag , um die hohe Bildungsschule zu besuchen. Von da aus begab er sich zu gleichem Zwecke nach Metz , wo ein Canonikus eine solche Veränderung in Glaubens- sachen in ihm bewirkte, dass er sich dem Christenthume zuwen- dete. In die Heimath zurückgekehrt besuchte er heimlich die Je- zuiten; allein kaum hatten seine Glaubensgenossen zuverlässige Nachricht davon, so war, wie wir in Jäck's Cantheon lesen, auch sein Tod beschlossen. Seine Schwester Bräunle machte ihn auf die drohende Gefahr aufmerksam, und er floh im entscheidenden Augenblicke in das Collegium der Jesuiten, Im Jahre 1733 emp- fing er die Taufe, und erhielt den Namen Joseph Marquard Treu. Sein Eifer für den neuen Glauben wurde so gross, dass er bald mehrere jüdische Familien für denselben gewann. Damals war er noch nicht Künstler, sondern nährte sich und seine Familie durch ein Galanterie-Waarengeschäft, mit welchem er aber nach drei Jahren zu Grunde ging. Er musste sich jetzt zu den geringsten Arbeiten verstehen, bis er endlich durch Unterstützung des Gra- fen Franz Conrad von Stadion unter Leitung der damals berühm- ten Maler Nicolaus Groot und Lorenz Theisinger sich der Ma- lerei widmen konnte. Der gräfliche Domdechant wollte ihn sogar nach Rom schicken, allein Treu lehnte diese Gnade ab, weil nach Jäck's Bemerkung der genannte Gönner die schöne Gattin des Künstlers zu sehr ins Auge gefasst hatte. Im Jahre 1766 ernannte ihn der Reichsgraf Erwin von Schönborn zum Inspektor der Gal- lerie in Pommersfelden, was auf seine Ausbildung den günstig- sten Einfluss hatte. In den Kirchen zu Bildhausen und Schussen- ried sind zwei Altarbilder aus der früheren Zeit des Künstlers, Dann malte er auch Bildnisse und alte Köpfe nach der Natur, welche grossen Beifall fanden. Ueberdiess finden sich Thierstücke, Landschaften und Küchenstücke von ihm gemalt. Auch diese Bil- der wurden gesucht, und erwarben dem Künstler grossen Ruf. Nachdem sein Sohn Johann Joseph Christoph die Inspektorstelle in Pommersfelden übernommen hatte, begab sich Treu nach Bam- berg, und starb daselbst 1766. In der letzteren Zeit seines Le- bens genoss er eine schmale Pension des Fürstbischofs F. L. von Erthal

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