Trautenwolf, Egidius, Glasmaler zu München , lebte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in München, wurde aber erst in neuerer Zeit bekannt, als man die gemalten Fenster der Metropolitan-Kirche zu U. L. F. der genannten Stadt lichtete, da das geheiligte Dunkel würdiger Dome den erleuchteten Geistern anstössig war. Ein solcher war auch der Stift-Canonicus und Custos der Kirche, H. von Besnard, welcher glaubte, zur Verschönerung der Kirche dadurch beizutragen, dass er die alten gemalten Tafeln mit neuen weissen vertauschte. Man scheute indessen die Kosten, alle Fenster neu zu verglasen, und somit wurden die alten farbigen Tafeln abwechselnd bald unten, bald oben beibehalten, was vornehmlich auf der Südseite statt fand. Bei dieser Gelegenheit entdeckte man eine Tafel mit dem Bilde des heil. Egidius, worauf folgende Schrift eingeschmolzen war: Egidius Trautenwolf pictor Monac. me fecit 1486. Soli Deo Gloria. Aus dieser Inschrift wollte man den Beweis schöpfen, dass Trautenwolf alle übrigen Glasmalereien der Kirche ausgeführt habe, ohne einen Blick auf die Gemälde selbst zu werfen, deren einige aus dem 14. Jahrhundert stammen, die vermuthlich aus der alten Frauenkirche entnommen sind. Dem folgenden Jahrhundert gehören jene von Trautenwolf an, so wie solche eines unbekannten Meisters, und der Rest stammt aus dem 16. Jahrhundert. Von Trautenwolf sind die Hauptgemälde des fünften Fensters links vom Hauptportale zwischen den Thürmen. In der Einfassung des unteren linken Feldes mit der Anbetung der Weisen stehen in alten Charakteren die Buchstaben E. T. In den drei anderen Feldern ist die Geburt Christi, die Darstellung im Tempel und der Tod der Maria dargestellt. Dieses Fenster gehört in Hinsicht auf Farbenpracht und Schmelzung zu den geringeren der Kirche. Bei Fleischpartien wendete er überall ein blassrosenrothes Glas an, die Conturen und Schraffirungen sind mit Schwarzloth bewirkt, welches der Witterung und der Zeit nicht widerstanden hat, und im Ganzen herrscht eine gewisse Mattheit der Farben, die den Meister sehr kenntlich macht. Von ihm sind
Trautmann, Johann Georg.
wahrscheinlich auch die gemalten Fenster der St. Salvatorskirche, welche ebenfalls der Zeit nicht trotzen. Die späteren Malereien in der Salvatorkirche könnten von dem älteren Sigmund Hebenstreit errühren,
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