Traut, Wolfgang, Maler zu Nürnberg , der Sohn oder Neffe des Hans Traut, soll diesen in der Kunst übertroffen haben. In der Capelle der Tuchmacher bei St. Lorenz war das Altarbild von sei- ner Hand. Traut hatte es gemalt, wahrscheinlich für eine andere Capelle dieser Zunft, denn die bei St. Lorenz liess Con- rad Horn oder 1513 bauen, Das Gemälde war schon zu Murr's Zeit nicht mehr vorhanden, wie wir aus dessen Beschrei- bung von Nürnberg S. 313. ersehen. Uebrigens, weiss man aus älteren Nachrichten, dass Traut mit dem Bildhauer und Giesser Hermann Vischer in Freundschaft gelebt habe, und dass er unver- ehelicht gestorben sei.
Es finden sich auch Holzschnitte mit einem Monogramme, welches aus W. T. besteht, und vermuthlich den Zeichner bedeu- tet, worunter vielleicht unser W. Traut zu verstehen ist. Eines dieser Blätter stellt den heil. Stephan mit Steinen im Gewande zwischen zwei Bischöfen dar. Unten sind die Wappenschilder der Passauer und Fröschel. Bartsch schreibt dieses Blatt im Peintre graveur VII. 452 dem Schnitte nach einem Monogrammisten H. zu, welchen man Hans Furtenbach nennt, der aber in Strass- burg bei Joh. Grüninger gearbeitet zu haben scheint. Der ge- nannte Formschnitt wurde aber wahrscheinlich in Nürnberg geter- telt, da er zu einem daselbst gedruckten Missale benutzt wurde: Missale Pataviæ. cum additionibus Benedictionum etc. 1514. Am Ende: Revisum et correctum in clarissimo oppido Nurnbergensi impensis — Jacobi Heller nec non Henrici Hermann de Wimpfen, per Jodocum Gutknecht —. 1514, fol. Die Composition dieses Blattes erinnert an Dürer's Kunstweise, und daher liess sich Bartsch VII 140 Nr. 118 verleiten, einen späteren Druck desselben, wel- cher die Monogramme nicht enthält, unter Dürer's Holzschnitte zu setzen.
Dasselbe Monogramm findet man auf einem Blatte von 1516, welches den Heiland vorstellt, wie er als Besieger des Todes der Mutter erscheint. Dieser Holzschnitt enthält überdiess noch meh- rere andere Figuren, und lässt einen Meister der Nürnberger Schule vermuthen, fol. Dann findet man auch eine Folge der 12 Aposteln, gr. 8. Auf dem Blatte mit St. Petrus, stehend auf einem Piedestale mit drei grossen Schlüsseln in beiden Händen, zeigt sich dasselbe Monogramm in einem Ovale.
Ob diese Blätter wirklich nach oder von unserm Künstler ge-
bleibt aber für eine solche Annahme. Zu bemerken ist noch, dass
auch der folgende Künstler eines ähnlichen Monogramms
bediente.
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