Traut, Wilhelm

Traut, Wilhelm, Formschneider und Briefmaler zu Frankfurt am

Main , ist durch Hüsgen (Nachrichten von Frankfurter Künstlern

S. 60) bekannt. Zur Zeit dieses Schriftstellers (1780) fand man

ein in Schweinsleder gebundenes Buch mit dem Buchstaben W. T.

1636 auf dem Deckel. In diesem Bande befanden sich die von

Traut geschnittenen Blätter in chronologischer Ordnung. Auf dem

ersten Blatt erklärt der Künstler in acht Versen, dass er 1630

als

er zu schneiden anfang, noch wenig geübt war, und schliesst mit

dem frommen Wunsche:

Gott helf das ich es besser lern

dass ich schneit mer in Ehren., Und wirklich brachte es Traut zu bedeutender Vollkommenheit,

Er, der anfangs nur grosse Buchstaben und Fraktur-Schriften,

dann Waffen schnitt, lieferte zuletzt auch gute historische Blät-

ter. Man liest auf einigen seinen Namen, auf anderen steht ein Mo-

nogramm, welches jenem des alten Wolfgang Traut ähnlich ist. Auch

die Initialen W. T. mit dem Messerchen schnitt er auf die Platten,

Hüsgen setzt den Tod des Künstlers um , wenn daher bei

Heller steht, so ist es als Druckfehler zu betrachten. Joh.

Georg Walther heirathete 1665 die Wittwe des Künstlers.

  1. Die Büste des Heilandes, im Profil nach rechts, mit erho-

bener Hand. Adorate Dominum omni omnes sancti

ejus. Im Rande: Wilhelmus Traut scul. Frankfurt excud.

Auch die Buchstaben W. T. mit dem Messerchen brachte

der Künstler an, und die dabei stehenden Initialen L. K. f,

bedeuten wohl Lucas Kilian. H. 15 Z., Br. 11 Z. 0 L.

Selten.

  1. Die Büste der Maria mit gefreuzten Händen. Salutate etc.

Id. fec. et excud. Das seltene Gegenstück zu obigem Blatte.

Beide Blätter sind mit einfachen Strichlagen und schön

behandelt.

  1. Die Geisslung Christi. Der Heiland sitzt auf dem Boden an

einen grossen Stein gebunden. Hinter ihm steht ein Hen-

ker mit der Ruthe, wie er die Rechte auf das Haupt des

Heilandes legt. Im Rande steht: Ecce Homo. Rechts un-

ten W. T. mit dem Messerchen. Links L. K. f. Die letz-

teren Buchstaben bedeuten wahrscheinlich Lucas Kilian als

Zeichner.

Dieses meisterhaft geschnittene und sehr vollendete Blatt

gibt eine hohe Idee von der Kunst dieses Meisters. Er

Erachte Kreuzschraffirungen an, und glich die Arbeit durch

Punkte aus. H. 10 Z. 5 L., Br. 7 Z. 4 L. Selten.

  1. Der gekreuzigte Heiland. Mit der Adresse: Frankfurt am

Main, bei Wilhelm Traudt Formschneider und Briefmahler,

den Laden auf dem Pfarreisen,

Dieses Blatt nennt Hüsgen, und zeichnet es unter den

Werken des Künstlers aus. Die obigen Blätter kommen

hie und da in Catalogen vor. Dieses Kreuzbild fanden wir

aber nicht weiter erwähnt.

  1. Ein geflügelter stehender Engel mit dem Leichname des Hei-

landes in den Armen, während sich der Himmel öffnet, wo

man strahlende Sterne erblickt. Unten im Rande: Qui

  1. Ein blinder Mann, wie er ein altes Weib die Flöte blasen lehrt. T. Nicolo detto il Cieco da Pistoia. F. Vilamina invent. W. Traut sc. Im Rande stehen vier deutsche und vier lateinische Verse. Seltenes Blatt,

  2. Eine Folge von 8 kleinen Blättern, nach H. von der Borcht 1640. Solche Blätter nennt Hüsgen ohne Bezeichnung des Inhaltes. Papillon nennt in seinem Traité etc. I. 136 einen Borcht als Glasmalerschneider. Vielleicht nimmt er hier den Zeichner (Borcht) als Formschneider (Traut),

  3. Eine Folge von 27 Blättern für ein Sprüch-Büchlein, Frankfurt 1653, in 12. Dieses Werk erwähnt Hüsgen, ohne nähere Bezeichnung des Inhaltes der Blätter.

  4. Eine Ansicht von Frankfurt. Die Platte benutzte der oben erwähnte Joh. Georg Walther 1665 für den Titel seines Raths-Calendar. Es ist dieses der erste, welcher erschien. Statt der gewöhnlichen 14 Wappen der Schöffen, sieht man 15 derselben, was Hüsgen für etwas Ausserordentliches hält,

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_Io3rAAAAMAAJ/