Torricelli, Giuseppe Antonio, Bildhauer und Edelsteinschnei- der, stand zu Florenz in Diensten des Hofes, und lieferte im Auf- trage desselben viele Werke, sowohl Reliefs in Edelsteine als in Maremma di Volterra. Diese letztere Steingattung ist hart, er nahm sie aber nur zu Rundbildern. In der Kirche von Ripoli zu Florenz ist von ihm das lebensgrosse Bildniss der Grossherzogin Vittoria aus dem Hause della Rovere, Gemahlin des Erzherzogs Ferdinand II. Diese Büste zählte der Künstler zu seinen Haupt- werken. Dann schnitt er auch mehrere andere Köpfe, theilweise im höchsten Relief. In der v. Derschau'schen Sammlung war ein zweifarbiger Carneol mit der Büste des Pompejus, 13 Z. hoch und 31 Z. breit. Uebrigens finden sich Vasen, Tassen, Tabaksdosen und Anderes von feinen Steinen. Selbst die Gewinde sind von Stein. Zuweilen bediente er sich eines Gesteins aus dem St. Gott- hard. Solche farbige Steine nannte er Giuggielle. Andere Arbei- ten sind unter dem Namen Lavoro di commesso bekannt, oder der florentinischen Mosaik.
Torricelli hinterliess eine handschriftliche Abhandlung über seine Kunst und die Steine, deren er sich bediente, welche aber nicht gedruckt wurde. Er starb 1719 im 57. Jahre.
Sein Sohn Cajetan, Schüler von T. Redi und B. Luti, war ebenfalls Edelsteinschneider. Als sein Meisterstück nennt man eine Minerva in Achat. Er hatte einen Sohn Namens Giuseppe, der in die Fussstapfen des Vaters trat. Giulianelli (Memorie degli arti- fice moderne, S. 85), welcher über diesen Meister Nachricht gibt, sagt, dass er vielfältige Proben seiner Geschicklichkeit an den Tag gelegt habe. Das Werk Giulianelli's erschien 1753. Da- mals war Giuseppe noch thätig.
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