TORRETIUS, Hans

TORRETIUS, Hans, Maler, geboren zu Amsterdam , war ein Künstler von grossem Talent, stand aber als Mensch auf der tiefsten moralischen Stufe. Er malte höchst schöne Bilder, wozu er in den gemeinsten Bordellen seine Studien machte, so dass selbst Wüstlinge über seine Darstellungen errötheten. Es wurden daher diese feinen und mit lieblichem Pinsel behandelten Bilder von Henkershand verbrannt, und als Torrentius auch noch eine Gesellschaft gestiftet hatte, in welcher der Religion und Sittlich- keit Hohn gesprochen wurde, liess ihn der Rath von Harlem ge- fänglich einziehen. Das Urtheil lautete auf zwanzigjährige Deten- tion, welcher er nur durch Vermittelung des englischen Gesand- ten und einiger Vornehmen der Stadt Harlem entging. Jetzt be- gab sich Torrentius nach England , wo ihn aber sein ärgliches Leben bald wieder der Verachtung Preis gab, und zur Flucht zwang. Carpenter (Memoires et documens inedit sur A. van Dyck, Anvers 1848) fand seine Anwesenheit in London von 1629 bis 32 beurkundet. Nach Amsterdam zurückgekehrt, lebte er einige Zeit in Verborgenheit, zuletzt aber wurde er als Verführer vor

Eines der im Stiche bekannten Bildnisse dieses Meisters ist nach Füssly mit N. N. sc. bezeichnet, oder ist vielmehr ohne Na- men des Stechers; Knorr stach es ebenfalls. Ferner findet man sein Bildniss in den Werken von Sandrart, Weyerman, Houbra- cken, Descamps und in den Anecdots of Painting. Theodor Schre- velius setzt ihm in der Historie van Harlem ein Denkmal seiner Schande. Torres, D. Clemente de, Maler, geboren zu Cadix um 1665, war Schüler von Juan Valdes Leal, und gelangte durch sein Ta- lent zum Ruf eines der vorzüglichsten Maler seiner Zeit. Ueber dem Haupteingange des Klosters S. Pablo in Sevilla malte er den Heil. Fernando in Fresco, und in der Kirche des Klosters sieht man in gleicher Weise die lebensgrossen Gestalten dreier Apostel mit einer Engelgruppe von ihm gemalt. Dann hinterliess er in Sevilla auch mehrere schöne Bilder in Oel, worunter jenes der Madonna von Belen und der beiden Johannes im Chore der Mer- cenarios calzados gerühmt werden. Später ging der Künstler nach Madrid, wo er mit A. Palomino Freundschaft schloss, auf wel- chen er 1724 ein Lobgedicht machte, das zu Anfang des ersten Bandes des Museo pictorico abgedruckt ist. Von Madrid aus kehrte der Künstler nach Cadix zurück, wo man über dem Bogen der grossen Capelle in S. Felipe Neri den ewigen Vater von ihm in Fresco gemalt sieht. In Andalusien findet man in Privatsamm- lungen Ölbilder von ihm, so wie Zeichnungen in Tusch und Aquarell. C. Bermudez besass einige Zeichnungen und Skizzen von Torres, die so geistreich und korrekt behandelt sind, dass man sie für Murillo's Arbeit hielt. D'Argensville zählt ihn auch gerade- hin zu den Schülern jenes Meisters, was er nicht war. Starb zu Cadix 1730. Torres, el Conde de los, Kunstliebhaber von Madrid, wird von Palomino als verständiger Maler gerühmt. Arbeitete um 1700.

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