Tizian's eignes Bildniss, in der Sammlung der Künstler-Portraite daselbst. Der lebenskräftige Alte mit langem Barte hat eine doppelte Kette um den Hals

Tizian's eignes Bildniss, in der Sammlung der Künstler-Portraite daselbst. Der lebenskräftige Alte mit langem Barte hat eine doppelte Kette um den Hals, und hält die Palette in der Linken; dieses Bildniss ist eines der schönsten der ganzen Sammlung.

Jacopo Sansovino, Bildhauer, halbe Figur, im schwarzen Gewande, die Rechte auf eine Marmorbüste gelegt.

Der Cardinal Beccadelli im Lehnstuhle, ausgezeichnet schönes Bild. Er hält ein Breve Julius II in den Händen.

Francesco de la Rovere, Herzog von Urbino in glänzender Rüstung, ein Meisterwerk dieser Art. Die Lichtstrahlen scheinen mit der Bewegung des Beschauers zu wechseln.

Die Gemahlin des Obigen, in wunderbarer Transparenz der Farben. Die Fleischtheile runden sich ohne allen Schatten. Diese beiden Bildnisse gehören zu Tizian's Meisterwerken, in welchen die Natur mit der Kunst wetteifert.

Giovanni de Medicis, der Vater Cosmo's I., gefallen in der Schlacht bei Mantua . Eines der schönsten Bilder dieser Art.

Catharina Cornaro, Königin von Cypern, in reicher Kleidung, als Heilige dargestellt, ein zart vollendetes Bild.

La Flora di Tiziano. Bildniss eines schönen Weibes im Hemde, welches Blumen in der Linken hält. Dieses Bildniss ist von ausserordentlicher Schönheit.

Die heil. Jungfrau mit dem stehenden Kinde von Seraphim umgeben, unten der kleine Johannes.

Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, und St. Anton der Abt, eines der kostbarsten Bilder des Meisters.

Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in prächtigem rothen Gewande, dabei St. Catharina mit dem Granatapfel. Meisterhaftes.

Die heil. Jungfrau mit dem Kinde von Engeln umgeben, kleines Bild aus der früheren Zeit des Meisters.

Christus und Judas, kleines Bild.

In der Tribune der k. k. Gallerie sind die zwei berühmten Venusbilder des Meisters. Das eine stellt ein nacktes Weib etwas unter Lebensgrösse dar, mit Amor hinter ihr auf dem dunklen Teppich, auf welchem die reizende Gestalt ausgestreckt liegt. Die- ses Bild ist im zarten Goldton gemalt, hat aber nicht jene Wahr- heit und Feinheit wie das zweite Gemälde. Dieses zeigt ein Mäd- chen, dessen Schönheit erst aufgeblüht ist, lässt aber der Vermu- thung Raum, dass es die Geheimnisse der Aphrodite bereits durch- drungen habe. Angeblich die Geliebte eines Mediceers, oder eines Herzogs von Urbino, liegt sie auf dem weiss überzogenen Ruhe- bette, und hält Blumen in der Rechten, während die andere Hand jene Stelle verhüllt, welche die Bescheidenheit nie blossgeben darf. Zu ihren Füssen schläft ein kleiner Hund. Die beiden klei- nen Figuren in der Ferne scheinen Kleider zu suchen im Koffer für die verführerische Buhlerin. Wir sehen hier keine Venus im Sinne der Alten, und es ist daher auffallend, dass der geistreiche Algarotti sie als Nebenbuhlerin ihrer Nachbarin, der mediceischen Venus erklärt. Die portraitartigen Züge des Kopfes könnten noch schöner seyn, die Formen des jugendlichen nackten Körpers, der in der ungezwungensten Lage hingestreckt ist, gewähren aber den höchsten Reiz. Die Carnation ist bezaubernd, lebenswarm, und nur einem Tizian konnte es gelingen, einen Körper von blenden- der Weisse auf weisser Unterlage, und bei fast hellem Hintergrunde in solchem Relief darzustellen. In der Nähe erscheint das Bild schattenlos, in der gehörigen Entfernung rundet sich aber alles

– bis zur Täuschung.

In der Gallerie des Palazzo Pitti sind von Tizian ebenfalls Meisterwerke. Man sieht da ein Bild der Geliebten Tizian's (Bella di Tiziano), wie es in Berlin vorkommt, dann das Bildniss des Dichters Pietro Aretino, und jenes des Cardinal Hyppolito de' Medici. Richardson fand im Pitti zehn Bildnisse von Tizian, darun- ter die lebensgrossen Bilder Carl V. und Philipp II. von Spanien. Auch ein Bild der Magdalena ist in dieser Gallerie zu sehen, ei- nes der herrlichsten Werke von Tizian, und vielleicht Vorbild zu anderen Bildern dieser Heiligen.

Das Galleriewerk von Wicar gibt eine Anzahl der Bilder Ti- zian's in Abbildung. Im Artikel des Herausgebers geben wir eine genauere Anzeige.

Genua. |

Cochin erwähnt in seinem Reisewerke (1758) mehrere Bilder,

welche sich damals in Palästen befanden, spricht aber öfters einen

  • Zweifel über die Echtheit aus.

London. S. England, Madrid und Escurial,

In Spanien sind viele Bilder von Tizian, da der Künstler den Fürsten jenes Landes die Hälfte seines langen und thätigen Le- bens gewidmet hat. Die Verehrer dieses Meisters können ihn hier in allen seinen verschiedenen Arten und Abstufungen, von der Nachahmung Giorgione's bis zu den letzten Erzeugnissen seines Pinsels kennen lernen. Jetzt liegen uns die Werke der königlichen Sammlung auch in lithographirten Nachbildungen vor. Don José Madrazo gab ein Galleriewerk heraus: 'Coleccion litografica de los cuadros del Rey de España',etc. Wir haben es im Artikel

Madrazo's erwähnt. Ein grosser Theil der Werke Tizian's, 40 an der Zahl, ist jetzt im Museo del Prado vereiniget. Auch im Escu- rial und in den k. Palästen sind noch Bilder von ihm zu finden. Viele stellen Gegenstände dar, wie sie schon anderswo vorkom- men. Die Mehrzahl stammt aus der späteren Zeit des Mei- sters.

Portraits sind in grosser Anzahl vorhanden, darunter das eigene des Künstlers, in späterem Alter. Von zwei Bildnissen Carl V. stellt ihn das eine jung und stehend dar, das andere im vorge- rückten Alter zu Pferde mit eingelegter Lanze. Dieses letztere Bild, obwohl etwas beschädigt, gilt mit Recht für eines der Mei- sterwerke nicht nur des Malers, sondern der Kunst überhaupt. Dann ist im Museum auch ein Bildniss Philipp II., zur Zeit der Thronbesteigung desselben gemalt. Der König ist blond, jung, fast mädchenhaft. Seine Gesichtszüge sind mild und gütig, und das Bild entspricht keineswegs demjenigen, welches unsere Ein- bildungskraft sich von dem düstern Schwärmer und Einsiedler des Escurial zu entwerfen geneigt ist. Ein anderes Gemälde stellt die- sen König mit seinem Sohne und der Fama dar. Ausser der Un- terschrift: Majore Tita, steht noch auf dem Bilde: T. V. Eques Caesareus. Ausgezeichnet schön ist auch das Bildniss der Donna Isabella von Portugal,

Unter den grossen historisch-allegorischen Werken des Mei- sters ist jenes das merkwürdigste, welches sich auf die Schlacht von Lepanto bezieht, jetzt im Museum zu Madrid. Der Künstler malte es fünf Jahre vor seinem Tode mit noch kräftiger Hand. Ein zweites Gemälde dieser Art ist unter dem Namen »La Gloria di Tiziano« berühmt, ursprünglich für jenes Kloster gemalt, in welchem Carl V. starb. Diese reiche Composition ist aber wenig ansprechend, denn der Gedanke, den Sarg des Kaisers zum Himmel emportragen zu lassen, wo Gott Vater und Sohn thron- en, ist nicht glücklich. Der Dichter Rogers in London besitzt die Skizze zu diesem grossen Gemälde. Im neuen Palaste sind zwei grosse Bilder, welche die Geschichte des Theseus und Peri- theus vorstellen,

Unter den heiligen Gegenständen im Museo del Prado ist be- sonders ein mit Dornen gekrönter Christus, und die Schmerzens- mutter, dann Christus und der Pharisäer, ähnlich dem Bilde in Dresden, ein Bild der heil. Margaretha mit dem Drachen, eine Anbetung der Könige, und der Sündenfall oder das Paradies zu rühmen. Das letztere dieser Bilder hat Rubens copirt. Dann er- scheint im Museum Tizian's Tochter als Salome mit dem Haupte des Täufers Johannes, ganz ähnlich dem Bilde in Berlin, nur dass sie das Haupt in der Schüssel emporhebt. Der spanische Gesandte Alonso de Cordova kaufte dieses Bild aus der Sammlung Carl I. von England, und brachte es nach Madrid. Ein anderes sehr schönes Gemälde dieser Gallerie stellt die Flucht der heil. Familie nach Aegypten dar, ehedem in der Sammlung Carl I. von Eng- land. Don Luis Mendez de Haro schenkte es Philipp IV. von Spa- nien. Mehrere andere Bilder heiliger Inhalts waren früher im Escurial, und noch gegenwärtig sind solche daselbst zu finden. Wir nennen das Abendsmahl des Herrn, eines der grössten und schön- sten Werke des Meisters, und die Dreieinigkeit in einer Glorie von Cherubim von Heiligen des alten und neuen Bundes umge- ben, die oben erwähnte Gloria die Tiziano. Dann dürften auch von

den folgenden Werken noch einige im Escurial seyn: St. Margaretha mit dem Drachen, Wiederholung des Bildes im Museo del Prado,

Im Museo del Prado sind ferner auch viele Gemälde profanen Inhalts, welche zu den ausgezeichnetesten Leistungen des Meisters gehören.

Tarquinius und Lucrezia, wilde Lust und reizende Nacktheit mei- sterhaft versinnlicht. Venus auf dem Ruhebette, wie ihr Amor den Spiegel vorhält, eines der schönsten Bilder dieser Art.

Diana und Aktäon, und diese Göttin, wie sie mit den Nym- phen im Bade den Fehltritt der Callisto entdeckt. Diese herrlichen Bilder malte Tizian für Philipp II., welcher sie im Buenretiro auf- stellte. Ähnliche Gemälde kamen aus der Gallerie Orleans in die Bridgewater Gallerie zu London. Auch im Belvedere zu Wien finden solche Darstellungen.

Ein Bacchusfest mit vielen Figuren in Lebensgröße, und ein Fest von Amoretten, welche mit Früchten spielen, und um die Bild- säule der Venus tanzen, das Gegenstück zum obigen Bacchanale.

Diese beiden Bilder rühmt Mengs in einem Briefe an Pons, und findet nicht Worte, um die Schönheit derselben nach Würde zu beschreiben. Das Opfer an die Venus, oder der Fruchtbarkeit, hat Poussin zweimal copirt, um das Geheimniss eines glänzenden, und zugleich kräftigen Colorites zu erforschen,

Venus den Adonis von der Jagd zurückhaltend, 1548 für Ot- taviano Farnese gemalt, ein durch mehrere Stiche bekanntes Mei- sterwerk des Künstlers, da es zu Madrid, in Neapel etc. in Wie- derholungen vorkommt.

In der Akademie S. Fernando zu Madrid ist ein Bild, welches unter dem Namen der Venus bekannt ist, aber etwas anderes vor- stellt. Die nackte, lebensgrosse Schöne ruht wollüst athmend in graziöser Stellung auf einem mit Sammt überzogenen Lager, und neben ihr liegt ein kleiner Hund. Ein Herr in schwarzer Klei- dung spielt im Lustgarten die Orgel. Dieser soll das Bildniss Phi- lipp II. von Spanien, und die sogenannte Venus dessen Geliebte, die Fürstin von Eboli, seyn. Ehedem in der Sammlung Karl I. von England ist es wahrscheinlich jenes Bild, welches Joseph Bo- naparte nach Paris entführte, wo Bonnemaison dasselbe restaurirte. Auf der Flucht des Ex-Königs fiel es mit der Kiste ins Meer, wo- bei das Gemälde vom Salzwasser so sehr überzogen wurde, dass keine Farbe mehr zu erkennen war. Bonnemaison erlisch ihm wie- der die ganze Schönheit. Im Fitzwilliam-Museum zu Cambridge ist ein ähnliches Bild, welches aus der Gallerie Orleans stammt.

Zwei andere Bilder der akademischen Sammlung stellen Lieb- schaften von Mars und Venus vor.

Mailand,

Aus St. Maria delle Grazie stammt eine Dornenkrönung, welche als Kunstbeute nach Paris kam, und daselbst zurück blieb. Jetzt ist dieses Bild im Museum des Louvre. In der Gallerie des Grafen Pino ist ein herrliches Bild des Moses, und die durch Ander- lonis Stich bekannte Ehebrecherin vor Christus. Die Brera be- sitzt nur wenig von diesem Meister.

Mantua.

Die Werke, welche den herzoglichen Palast schmückten, sind zerstreut. Die Kaiserbilder kamen nach England, und sind gröss- tentheils verschollen. Andere Gemälde sind in Dresden und in Fels.

Modena,

In der herzoglichen Gallerie ist ein Gemälde mit 22 halben Figuren in Lebensgrösse, welches die Ehebrecherin vor Christus vorstellt. In Charakter, Ausdruck und Färbung bietet dieses Bild eminente Vorzüge. Unter Napoleon zierte es das Museum in Pa- ris. Zwei hl. Familien, welche daselbst aufbewahrt werden, schei- nen nicht ächt zu seyn.

München und Schleissheim.

Die Pinakothek in München bewahrt gegenwärtig 11 Bilder von Tizian, und darunter Werke aus der besten Zeit des Künst- lers. Das alte Verzeichniss hat mehr Bilder als die folgenden, deren aber einige später für unächt befunden wurden.

Kaiser Carl V., schwarz gekleidet im Lehnstuhle sitzend, Lebensgrosse Gestalt, voll Leben und Ausdruck.

Pietro Aretino in schwarzer Kleidung mit Pelzüberschlag, mit der Linken am Degengriff, halbe Figur, eines der sprechendsten Bildnisse des Meisters.

Admiral Grimani in dunkler Rüstung und rothem Mantel, wie er mit dem Commandostabe nach der fernen See deutet. Lebens- grosse ganze Figur. König Ludwig kaufte dieses meisterhafte Bild von S. Querci della Rovere in Venedig.

Bildnis eines schwarz gekleideten Mannes mit Bart und Buch, MDXXII.

Ein venetianischer Nobile in schwarzem Pelze mit Ordenskette. Der Commandostab bezeichnet ihn als General. Kniestück in Le- bensgrösse.

Ein Mann in schwarzer Kleidung vor dem Tische, auf wel- chem Kleinodien liegen. Hinter dem Tische steht eine Frau, Halbe Figuren in Lebensgrösse, ehedem in Schleissheim.

Die Madonna mit dem Kinde auf der Erde sitzend, von den Heiligen Anton, Franz und Hieronymus verehrt, halblebensgrosse Figuren, von grösster Klarheit der Färbung.

Maria mit dem Jesuskinde auf dem Throne, zur Seite Johan- nes. Der Donator kniet vor der Heiligen. Kleines Bild, vermuth- lich zu einem Hausaltar. Ehedem in Schleissheim.

Maria mit dem Kinde vor einem Gebäude sitzend, in einer herrlichen Landschaft mit glühendem Sonnenuntergang. Fast le- bensgrosse Figuren.

Der mit Dornen gekrönte Heiland, Lebensgrosse Figur, in der Gallerie zu Schleissheim. Auch ein Brustbild des leidenden Heilandes ist daselbst.

Jupiter und Antiope, kleines Bild mit halben Figuren. Die nackte üppige Schöne zupft den Satyr-Jupiter am Balle, wofür er mit einem Kusse dienen will.

Eine Bacchantin, von Venus in die Geheimnisse der Baccha- nalien eingeweiht, üppige Gestalten in der gewöhnlichen natura- listischen Weise des Künstlers. Lebensgrosses Kniestück. B

Ueber das Münchener Galleriewerk s. Piloti und Strixner in diesem Lexicon.

Auch in der herzoglich Leuchtenberg'schen Gallerie sind schöne Bilder von Tizian. Ausser einem unbekannten Portraite sieht man

. . . „Neapel, ;

‚ ‚In der k. Gallerie waren zu Vinkelmau's Zeit (Schreiben an Berendis 1758) 30 Bildnisse von Tizian. Darunter erwähnt der ge- nannte Schriftsteller ein Gemälde mit Papst Paul III. und dem Cardinal Farnese, und einem Boten, der dem heiligen Vater einen Brief überbringt, lebensgroße Figuren. Ein solches Bild ist in der Gallerie zu Parma. Ein höchst lebendig aufgetasstes Bild Pauls III. ist aber in der Gallerie zu Neapel, und ein nicht minder herrliches, des Cardinals Alexander Farnese. Dann sieht man auch ein lebensgroßes Bildnis Philipp II. von Spanien, und ein weibliches Bildnis ist unter dem Namen der Mutter Carl V. bekannt. Ferner bewahrt diese Gallerie auch das Bildnis einer jungen Frau, welcher ein Äffchen von der Schulter auf die Haare hinabsteigt, alles mit solcher Lebendigkeit dargestellt, dass die Gestalten aus der Lein- wand hervorzusteigen scheinen. ;

Ausgezeichnet schön ist ein Bild des Johannes in der Wüste, bekannt durch Cipriani's Stich, eine Anbetung der Hirten aus der früheren Zeit des Künstlers, und eine heil. Familie mit den Bildnissen der Donatoren in Lebensgröße. ;

Der Triumph der venezianischen Schule ist aber die berühmte Danae, welche den goldenen Regen des Jupiter empfängt. Keine der nackten Figuren ist nach Hirt (Kugler's Museum 1853 S. 150) dem Tizian so gelungen, selbst nicht die Venus in Florenz, noch die andere Danae im Belvedere zu Wien, welcher jene in Lon- don nachsteht. Der Künstler malte das neapolitanische Bild für Paul III. unmittelbar im Vatikan, Vasari erzählt, Michel Angelo habe in Gegenwart des Papstes und des Meisters sehr vorteilhaft über die Lebendigkeit der Darstellung sich geäußert, aber beim Weggang noch beigefügt, es sei eine große Sünde, dass die Ve- nezianer die Zeichnung nicht mehr studierten. Und doch lässt sich nach Hirt behaupten, Tizian habe nie einen weiblichen Kör- per so vollkommen und schön gemalt. Auch in Effekt des Hell- dunkels hat sich der Meister hier übertroffen. -

Ein anderes mythologisches Bild stellt die Venus vor, wie sie den Adonis von der Jagd zurückhalten will. Auch diese meister- hafte Darstellung kommt in Wiederholungen vor. Sie ist in Ma- drid und in London wieder zu finden.

In S. Domenico Maggiore zu Neapel ist eine Verkündigung Mariä, welche Morgenstern als eines der vorzüglichsten Bilder der Stadt rühmt. ;

Padua, Im Santo sind Bilder aus der früheren Zeit des Tizian, aber schöner als jene der übrigen Meister, welche daselbst gemalt haben. Tizian malte das Wunder mit dem Fusse eines jungen Menschen, welcher denselben in Folge der Misshandlung seiner Mutter verloren hatte, über der Thüre der Sakristei. Berühmt ist das Bild, welches St. Anton vorstellt, wie er das neugeborne Kind die vom Gatten bestrittene Unschuld der Mutter bezeugen lässt. Das Gemälde mit St. Anton, wie er das Weib vor der Ei-

Paris.,

Im Museum des Louvre waren von jeher mehrere vorzügliche Werke von Tizian, unter Napoleon sah man aber diesen Künst- ler durch 23 Meisterwerke repräsentirt. Das fremde Eigenthum ist seit 1815 zurückgegeben, es sind aber noch so viel Bilder im Louvre, dass man hier die seltene Gelegenheit findet, ihn in den verschiedenartigsten Beziehungen kennen zu lernen. Waagen, Kunstwerke und Künstler etc. II. 463 ff., gibt darüber Aufschluss,

Unter den Bildnissen nennen wir zuerst jenes des Königs Franz I. von Frankreich. Er trägt einen Federhut, und legt die Hand an den Degengriff. Obwohl trefflich in einem satten, wenn auch minder brillanten Ton als meist gemalt, ist dieses Bild durch weniger lebendig, als man von Tizian gewohnt ist, und Waagen laubt daher, es sei nicht nach der Natur, sondern nach einem

dem Meister überschickten Relief gemalt, woher sich auch die,

kunst bei Portraiten Tizian's nicht vorkommende Profilansicht er- lässt.

Cardinal Hippo lito de' Medici, ein sehr lebendiges und geist- reiches, im vollen Lichte und Goldton gemaltes Gemälde. Dieser Cardinal starb 1535 im 24. Jahre.

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