TORELLO, Stefano

TORELLO, Stefano, Maler, geboren zu Bologna 1712, war Anfangs

Schüler seines Vaters Felice, und setzte dann zu Neapel unter F. Solimena seine Studien fort. Später begab er sich nach Rom , wo 1740 August III. von Sachsen den Künstler in seine Dienste nahm, so dass von dieser Zeit an sein Wirkungskreis in Dresden zu suchen ist. Er malte mehrere Altarbilder und Deckenstücke, und zeichnete auch zum Stich für das Dresdner Galleriewerk. Auch Bildnisse von Mitgliedern des sächsischen Hauses malte er. In der katholischen Kirche zu Dresden ist eine von ihm gemalte Capelle. Dann malte er auch in den Schlössern des Grafen von Brühl, allein diese Bilder sind fast alle vernichtet. So jene im Schlosse zu Pfor- then, welche im siebenjährigen Kriege durch Brand zu Grunde gingen. In dem jetzt so genannten Doppelten-Saal auf der Brühl- schen Terrasse malte er mehrere Darstellungen, die auf Befehl des Königs von Preußen zu Grunde gerichtet wurden. Graf Marco- ni ließ wieder einige herstellen. Dann wurden auch Torelli's Bilder im Schlosse zu Nischwitz ruinirt, bis auf ein Deckenbild im grossen Saale. Die Soldaten mussten nach den Bildern schies- sen, der Offizier liess aber im Saale nur auf die Einfassung des Plafonds zielen. Im Schlosse zu Altdöbern liess Baron von Hei- necke zwei Deckenstücke von ihm malen, die noch vorhanden sind. Im Rathhause zu Lübeck ist der grosse Audienzsaal von Torelli verziert,

Die genannten Bilder erwarben dem Künstler einen grossen Ruf, und er wurde daher 1762 an den Hof nach St. Petersburg berufen, wo er in den Kaiserlichen Palästen Plafondstücke, und überdiesse Pourtraits malte. Darunter ist ein Bildniß der Kaiserin Elisabeth im Harnisch mit dem Lorbeerkranze auf dem Haupte. Dieses Gemälde soll sich in Moskau befinden, Das Bildniß der Gräfin Tschernischew ist im Stiche bekannt. Dann finden sich auch Carrikaturen von ihm, wozu er viel Talent besass. Die Werke dieses Meisters heurkunden grosse Fertigkeit im Malen. Seine Freskobilder sind von grosser Frische der Färbung, und auch in der Zeichnung ist er weniger manierirt, als andere sei- ner Zeitgenossen. Er besitzt unläugbares Verdienst, welches ihm, selbst dem berühmten Solimena gegenüber, nicht streitig gemacht werden kann. In mehreren seiner Oelbilder erkennt man ein fleissiges Studium der Werke der Carracci'schen Schule. Torelli starb zu St. Petersburg 1784. M. Oesterreich stach sein Bildniß, aber als Carrikatur.

Prinz Friedrich Christian von Sachsen, gestochen von L. Zucchi, gr. 8.

Marie Antoinette, Gemahlin des Churfürsten Christian, Büste im Profil, gest. von L. Zucchi, gr. 8.

F. Serbelloni, Cardinalis et Archiepiscopus Patracensis , gest. von L. Zucchi, fol.

Graf Heinrich von Brühl, gest. von L. Zucchi, fol.

Peter Charron, churfürstlicher Chirurg, gest. von Zucchi, gr. 8.

Faustina Hasse, churfürstliche Cammer-Virtuosin, gestochen von Zucchi, 4.

Die Gräfin von Tschernischew, gest. von J. Watson , fol. Der heil. Michael den Satan stürzend, gest. von L. Zucchi, Fol.

5 St. Vincenz von Paula, gest. von Zucchi, fol.

Die Muse Thalia, wie sie auf die Worte der Venus horcht, gest. von Zucchi, fol.

Die Statuen, welche L. Mathiello nach der Zeichnung To- relli's für die katholische Kirche in Dresden ausgeführt hat, 46 Blätter von L. Zucchi, 8.

Verschiedene Vignetten, gest. von L. Zucchi,

Ein grosser Stamm-Baum des gräflich Brühl'schen Hauses mit allegorischen Figuren. Gest. von C. P. Lindemann, 8. gr. imp. qu. fol. Selten.

Eigenhändige Radirungen,

  1. Das Bildniß des Capitain Walter, als Carrikatur, 4.

  2. St. Egidius von Sigmaringen , nach einem Bilde von S. Con-

  3. Das Sakrament der Ölung, nach J. M. Crespi's Bild in der Gallerie zu Dresden, kl. fol.

  4. Eine Vignette und vier Anfangsbuchstaben zum Catalog der Bibliothek des Grafen von Brühl.

Torellino, Beiname von J. de Georgi.