Torelli, Jacopo, Architekt und Maschinist von Fano, war der Sohn eines adelichen und äusserte schon in früher Jugend Liebe zur Baukunst . Besonders zog ihn die Bühne mit ihren Maschi- nerien an, auf deren Verbesserung sein ganzes Leben ging. Die Neuheit seiner Decorationen und Vorrichtungen erwarb ihm den Ruf nach Venedig , wo er im Theater S. Giovanni e Paolo durch seine augenblickliche Veränderung der Decorationen das Publikum zum Staunen hinriss. Diese Maschinerien wurden jetzt allgemein eingeführt, und Torelli wurde überall hinberufen, um Thaliens Liebhaber zu bezaubern. Dieses zog ihm den Neid der Zunft- genossen auf den Hals, welche ihre Rache dadurch ausübten, dass sie ihm bei einem nächtlichen Überfalle die Hand verstüm- melten. Allein er konnte dennoch den Pinsel und die Feder füh- ren, verliess aber zunächst Italien , um in Frankreich seinen Ruhm zu gründen. Er baute in Paris das Theatre de petit Bourbon, und richtete es vollkommen ein. Bei der Eröffnung war der Kö- nig zugegen, und theilte mit dem Publikum die Bewunderung über die schnellen Veränderungen. Einige geriethen sogar in Schrecken, und erklärten den Künstler za Zauberer. Selbst P. Corneille machte von seinen Decorationen für die Andromeda viel Lob. Ludwig XIV. ernannte ihn zu seinem Bau- und Ma- schinenmeister. Torelli kehrte aber nach einiger Zeit wieder ins Vaterland zurück. Jetzt baute er in Fano auf Aktien das Theater della Fortuna, welches noch steht, als das älteste der modernen grossen Schauspielhäuser, welches seinem Erbauer zu Maschinenmei- ster einen europäischen Ruf verschaffte. Hierauf musste er auf Be- fehl des Kaisers Leopold in Wien ein ähnliches Theater erbauen und einrichten, da das alte Komedienhaus ein Raub der Flammen geworden war. Dann sagt Milizia, dass Torelli auch das heil. Haus in Loretto gebaut und ausgemalt habe; allein dieses Gebäude ist älter, und es scheint daher nur von der Decoration die Rede zu seyn, welche die Translation des heiligen Hauses vorstellte. Torelli wollte damit ein Denkmal seiner Pietät stiften, und dadurch alljährlich eine Prozession hinziehen. In der letzten Zeit seines Lebens wurde er wieder nach Frankreich berufen, um das Theater in Versailles und andere Bühnen einzurichten, der Künstler starb aber noch vor der Abreise, und wurde 1678 bei S. Pietro in Valle zu Fano begraben.
Einige seiner Decorationen sind durch den Stich bekannt. N. Cochin radirte 5 Blätter mit Decorationen zur Finta Pazza von Strozzi, die 1645 in Paris mit einem Titel erschienen, fol. Zum Ballet der Hochzeit der Thetis radirte J. Silvestre 10 Blätter nach F. F. Franckart's Zeichnung, welche 1654 in Paris mit Titel er- schienen, fol.