Toorenvliet, Jakob, genannt Jason, wurde 1641 in Leyden ge- boren, und von seinem Vater Jakob in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet, welcher ihn aber der Sage nach nur dadurch zum Fleisse anspornen konnte, dass er ihm vorspiegelte, er könne als großer Maler schöne Kleider, Hut und Degen tragen. Die Prachtliebe verliess ihn auch zeitlebens nicht, und sein vornehmes Wesen erwarb ihm in Italien eine Frau, deren Familie weit über der seinen stand. Allein Descamps behauptet, diese Ehe sei der einzige Vortheil gewesen, welchen er aus seiner Kunstwander- ung zog. Toorenvliet studirte zwar in Venedig die Werke grosser Meister, veredelte dadurch seine Zeichnung, und stärkte seinen Sinn für Schönheit der Färbung, fand aber nach seiner Rückkehr mit seinen Werken keinen Beifall, woran vielleicht seine italienische Auffassungsweise Schuld war, welche in seinem Vaterlande über- haupt nie vollkommen Wurzeln schlagen konnte. Er fing daher wieder an, dem herkömmlichen Geschmacke zu huldigen, und malte eine bedeutende Anzahl von Bildnissen, die aber nicht zu den besten Erzeugnissen seiner Zeit gehören. Auch historische und mythologische Darstellungen finden sich von ihm, so wie Genre bilder. Diese Werke verdienen grosse Beachtung, und sie fanden auch den Weg in berühmte Sammlungen. So sieht man in der Galerie des Belvedere zu Wien eine Fleischerbude, wo die Frau mit der Magd ein Lammsviertel erhandelt, bezeichnet: J. Tor- renvliet Inventor et fecit A, 1677. In der Gallerie zu Dresden das Bild eines nach Noten singenden Weibes, während der Mann die Leyer spielt. Dann ist daselbst eine alte Fischhändlerin an einer Fensterbrüstung, und das Bild eines Juden mit dem Buche. In der Gallerie zu Schleissheim ist eine Marktschreier-Bude aus der ehemaligen Galerie zu Salzdahlum ist eine Musikgesellschaft bekannt, und das Bild eines Rabbiner mit einem Gelehrten. In der Galerie zu Pommersfelden sieht man einen Geld zählenden Alten und ein Weib mit Krug und Brod. Alle diese Bilder sind klein so wie die meisten Werke dieses Meisters. Man findet deren auch in Privatsammlungen, so wie Zeichnungen in Tusche und schwar- zer Kreide. Der Künstler starb 1710. Man findet auch bei Descamps findet man dessen Bildniss. Interessante Stiche nach Bildern dieses Meisters
Ferdinand III. römischer Kaiser, Oval mit Kronen, gest. von F. v. Steen, fol. 4. Bei Houbracken, Weyer.
Derselbe Kaiser. Büste, gest. von Steen, fol.
Der grosse Conde, Oval mit Emblemen. Toorenvliet del., van Steen fec, kl. fol.
Friedrich II., König von Dänemark, gest. von C. Meyssens, Oval, fol.
Ein Prinz von Oranien, nach einer grossen Zeichnung, an- geblich von Th. Matham gestochen. Man liest darauf: J. Toorenvliet.
Johann Friedrich Herzog von Braunschweig., Toorenvliet pinx. 1668. C. Meyssens sc. Oval, kl. fol.
Ludwig XIV. als Dauphin, mit Perücke. Gest. von Meyssens, 8.