Toledo, Juan de. — Toledo

Toledo, Juan de. — Toledo, Juan de.

Plätze und Straßen an, worunter die Strada Toledo zu den grös- sten und schönsten Straßen von Europa gehört, da sie einen Tag und Nacht belebten Bazar mit prächtigen Palästen und Häu- sern bildet, worunter viele nach Juan's Plänen gebaut sind. Sein Werk ist auch die Kirche des heil. Jakob der Spanier, ein Pracht- bau damaliger Zeit, in welchem die Gebeine des despotischen Pe- dro da Toledo ruhen. Johann von Nola fertigte das durch sein Inschriften prahlende Grabmonument desselben. Dann baute Juan auch das Schloss am Pausilippo so wie andere Paläste der Stadt, Fontaine u. s. w. Don Pedro tyrannisirte von 1532 — 53 die Stadt, und dann ernannte Kaiser Karl V. den Künstler zum Hof- baumeister. Hierauf (1559) berief ihn Philipp II. von Spanien nach Madrid , wo er ihn zum ersten Aufscha über die königlichen Ge- bäude und 1562 zum Architekten des Escurial ernannte. Er fer- tigte den ersten Plan zu diesem Gebäude, nach welchem 1565 der Bau begann und fortgeführt wurde. Der Meister starb 1567, und damals war dieses Denkmal spanischer Größe bereits so weit vor- gelendet, dass in wenigen Jahren die Einweihung desselben zu er- warten stand. Juan de Herrera, der Schüler unsers Meisters, führte den Bau 1584 zu Ende. Spätere Schriftsteller wollten in- dessen nicht dem Juan de Toledo, sondern bald einem unbekannten Louis de Fox, bald dem Bramante, Vignola und P. Tibaldi, oder durch Verwechslung dem J. Monnegro da Toledo die Ehre, den Plan zum Escurial gefertigt zu haben, zugestehen. Selbst Palo- mino schreibt dem Monnegro den Plan zu, dann nach ihm Orlandi und diesen Gewährsmännern folgten andere, bis auf Milizia, der dem Juan de Toledo die Ehre vindicirt. Von mehreren wird auch Pellegrino Tibaldi genannt, so dass wir verleitet wurden, densel- ben als Verfertiger des Planes zum Escurial zu nennen; allein er traf später nur einige Abänderungen, und legte darüber einen eigenen Plan vor, welcher aber nicht in Betracht kommt. Pelle- rini verzierte von 1586 an das Kloster und die Kirche mit Bil- dern in Oel und in Fresko, und starb 1592 zu Mailand.

Das Kloster S. Lorenzo im Escorial ist das großartigste Mo- nument, welches Philipp II. errichten ließ. Es trägt den Charak- ter eines imponirenden Ernstes. Aus dem Ganzen spricht das di- stere Wesen eines Philipp II., und das Gebäude weicht so sehr von den heiteren architektonischen Schöpfungen der damaligen italienischen Schule, und selbst von den Bauten Juan's in Neapel ab, dass man durchaus einen anderen Meister vermuthen möchte. Die zumeist in colossalen Massen gehaltenen Detailformen der italienischen Architektur sind durchaus nicht im Stande den str* ikten Ernst zu mildern. Es möchte wohl möglich seyn, dass Pe- rreira Abänderungen erlaubte, der in seinem Schlosse von Ar- juez wenig Sinn für das architektonische Mittel und Schöne zeigte. Eine genauere Beschreibung des Baues gibt Milizia, welcher auch Unrichtigkeiten enthält. Dass der Rast des heil. Lorenz den Grund- riss des colossalen Gebäudes gegeben hat, lassen wir dahin gestellt seyn.

Domarchive. Toledo, Juan de, Maler von Toledo, Schüler von Luis Tur- pitan, war von 1641 — 45 in der Cathedrale der genannten Stadt beschäftiget. In der Sakristei der Franziner Kirche zu Toledo s2