Toledo, Juan de » Maler, genannt El capitan Juan, wurde 1614 in Lorca geboren, und von seinem Vater Miguel in den Anfangs- gründen der Kunst unterrichtet. Hierauf musste er Soldat werden, und zeichnete sich als solcher in Italien in dem Grade aus, dass er in kurzer Zeit zum Hauptmann befördert wurde. Er verliess aber aus Liebe zur Malerei seine ruhmvolle Bahn, und zeichnete sich in jenem Fache aus, welches M. A. Cerquozzi gepflegt hatte. Es finden sich verschiedene Schlachtbilder und andere militärische Darstellungen, auch Seestücke und kleine historische Bilder von seiner Hand. Anfangs liess er sich zu Granada nieder, wo kein Haus war, welches nicht Werke von ihm hatte. Auch in den Kirchen der Stadt, und besonders bei den dortigen Franziskanern sind Bilder von seiner Hand. Hierauf ging er nach Murcia , wo neben anderen Werken besonders ein grosses Gemälde mit der Himmelfahrt Mariä im Ritter-Collegium de la Compania gerühmt wurde. In der Capelle del Rosario im Kloster S. Domingo malte M. Gilarte nach seiner meisterhaften Skizze die Schlacht von Le- panto. Die letzte Zeit seines Lebens brachte er in Madrid hin, und hinterliess da ebenfalls viele Werke, worunter wie immer die Schlachtscenen von Bedeutung sind. Bei den Nonnen von D. Juan de Alarcon ist das Hauptaltarbild von ihm, welches die Ent- führung Mariä mit der Dreieinigkeit vorstellt. Im Collegium des hll. Thomas ist ein Christus am Kreuze von seiner Hand, und bei den Trinitariern zu Alcala de Henares ein grosses Gemälde am Hauptaltare, die Stiftung des Ordens dieser Mönche vorstellend.
Sein Altarbild in der Franziskaner Kirche zu Talavera de la Reyna stellt die heil. Anna vor, wie sie die kleine Maria lesen lehrt.
Seine kleinen, geistreich und fleissig behandelten Schlachtbilder sind überallhin zerstreut.
Dieser spanische Bursche starb zu Madrid 1665.