Tol oder Toll, Dominicus van

Tol oder Toll, Dominicus van, Maler, war Schüler von G. Dow, und ist durch einige Bilder in der Weise desselben bekannt, die aber von ungleichem Verthe sind. Auch in der Manier von Q. van Brekelenkamp malte er Bilder. In der Akademie zu Cassel befand sich ein Gemälde von ihm, welches ein Mädchen vorstellt, das ein geschlachtetes Huhn in die Höhe hält, während man im Hintergrunde einen lesenden Mann bemerkt. Aus der Gallerie in Salzdahlen stammen zwei Bilder mit halben Figuren, wovon das eine einen alten Mann vorstellt, der Brod und einen Hering in der Hand hält. Im Grunde essen andere Personen am Tische, Das zweite Gemälde stellt eine Alte mit der Brille auf der Nase vor, wie sie dem Hunde Flöhe sucht, Hinter ihr arbeitet ein Weber . In der Gallerie zu Dresden ist das Bild einer alten Frau im Fen- sterbogen, welche Garn abwindet, mit D. van Tol bezeichnet. In der Sammlung des Herrn van der Mark zu Amsterdam war das eigenhändige Bildniss dieses Meisters, welches bei der Versteigerung mit 200 Gulden bezahlt wurde.

Wir finden auch einen Peter van Tol erwähnt, welchem ähnliche Darstellungen zugeschrieben werden. In der Gallerie des Palais royal war von ihm ein Küchenstück, wahrscheinlich jenes Bild, welches P. G. Langlois 1783 unter dem Titel: La menagere Nord - hollandoise gestochen hat. Dieses Blatt zeigt eine Köchin, welche am Fenster Rüben zuputzt, im Charakter von G. Dow componirt, gr. fol. Ein zweites Blatt nach diesem Peter van Tol stellt einen Schuster in seiner Werkstatt dar, wie ihn eine Frau mit dem Korbe bei der Arbeit unterbricht. Wantol pinx. P. Duflos jun. sc., fol. Im Cataloge der Sammlung von Brandes ist ein anonymes Blatt in Zeichnungsmanier angegeben, welches nach Peter van Tol gestochen seyn soll. Es zeigt die Büste einer Frau,

Dann fand R. van Eynden, Geschiedenis der Vaderl. Schil- derk. I. 132, auch einen David und Nicolaus van Tol er- wähnt, ohne Gewissheit zu haben, dass diese Namen eben so vielen Künstlern angehören, oder ob nicht vielmehr ein Einziger darunter zu verstehen sei.

Füssly erwähnt nach einer ihm unscheinenden Quelle auch noch eines C. van Tol, welchem er eine getuschte histo- rische Zeichnung zugeschrieben fand. Wenn ein solcher Meister wirklich gelebt hat, so könnte Nicolaus (Claas) van Tol mit ihm in Beziehung kommen.