Toerring-Seefeld, Clemens Graf von, Kunstliebhaber, bayerischer Oberst-Ceremonienmeister und Hoftheater-Intendant, wurde 1758 zu München geboren. Dieser vielseitig gebildete Graf malte Bildnisse in Miniatur und zeichnete Landschaften in Aquarell. Es finden sich noch verschiedene Bilder von ihm,
Tofanelli, Stefano. der gräflichen Kunstsammlung, welche nicht zu den gewöhnlichen, Arbeiten dieser Art gehören. Dann nahm er auch regen Antheil an der damals neuen Kunst der Lithographie , Es existiren zwei grosse Blätter von ihm: eine Ansicht vom Seefelder See, und eine solche vom Werth See, 1800 lithogra- phirt, gr. qu. fol., Die Schwester des obigen Künstlers, Antonie Gräfin von Holinstein, malte hübsche Blumenstücke. Der k. b. Kämmerer Anton Graf von Törring-Minucci malt Wappen und Ornamente in Wasserfarben. Er lebt gegenwärtig in München . Tofanelli, Stefano, Zeichner und Maler, geb. zu Lucca 1755, machte seine Studien in Rom , und gelangte zu grossem Ruhme, welchen er sich namentlich als Zeichner erwarb. Er wird schon in Göthe's Winckelmann und sein Jahrhundert gerühmt, und über alle anderen italienischen Zeichner gesetzt. R. Morghen, Volpato und Andere stachen nach seinen Kreidezeichnungen kostbare Blät- ter, worunter mehrere Compositionen berühmter Meister wiederge- ben, und wie man behauptete, ganz getreu. Allein Zeichner und Stecher nahmen es nicht immer ganz genau. R. Morghen stach nach solchen Zeichnungen A. van Dyck's Bildniss des Ritters Muncada, Rafael's Transfiguration, und andere Blätter. Gio. Volpato stach nach seinen Zeichnungen Propheten und Sibyllen von Michel Angelo, den zum Tode geführten St. Andreas vom G. Remi, das Opfer Noah's, und den Kindermord von Poussin; Bettelini ein Ecce Homo nach Correggio; G. Folo die Mar- ter des heil. Andreas nach Dominichino; P. Fontana die Grablegung nach Guercino; A. Poretta eine Landschaft von C. Lorrain, u. s. w. Seine Zeichnungen nach grossen Meistern sind zahl- reich, und gegenwärtig in verschiedenen Sammlungen zerstreut. An diese reihen sich dann noch viele andere Compositionen von eigener Erfindung, und Bildnisse nach dem Leben. Die Gemälde des Meisters machen den geringsten Theil aus. Wir fügen hier noch einige Stiche nach eigenen Zeichnungen bei. Napoleon Empereur des Français, Roi d'Italie, Brustbild nach dem Leben im Ornate, von R. Morghen gestochen, fol. Ludwig der XVIII. von Frankreich, gest. von R. Morghen. Oval, fol. Diese beiden Blätter gehören zu den Seltenheiten. Die Bildnisse von Dante, Petrarca, Ariosto, gest. von Morghen, St. Philippus Neri, nach Tofanelli's Gemälde von Morghen gestochen. Dann auch von L. Rados punktirt, fol. Apollo mit dem gespannten Bogen, gestochen von Folo. Oval, u. fol. Amor die Spitze des Pfeiles prüfend, gestochen von Folo Oval, qu. fol. Diana in Satyr mit den Crotalen, halbe Figur, punktirt von Folo, kl. fol. Die vier Jahreszeiten. S. Tofanelli inv. J. Folo inc. 4 punk- tirte Blätter, fol. Die Blätter in dem Werke: In Funere Caroli III. Hisp. Regis cath. Oratio habita in sacello Pontif. a Bernardino Ridolfi. Parina 1780. FOL. 4. R. Morghen stach für dieses Werk die Weihe des Papstes am Sarge des Königs, und J. Volpato zwei Vignetten: das spani- sche Wappen und den Initialbuchstaben N. mit Mars.
Cav. Tofanelli war Direktor der Capitolinischen Sammlungen und starb zu Rom 1834.