Toch, Kupferstecher , arbeitete in der zweiten Hälfte des 18. Jahr- hunderts in Florenz . Es finden sich radirte und imitirte Hand- zeichnungen von ihm, darunter eine heil. Familie nach S. Can- tinı Pesarese.
I° Tocque, Jean Louis, Bildnissmaler von Paris , war Schüler von N. Bertin und Nattier, und galt in kurzer Zeit als einer der vor- züglichsten Künstler seines Faches. Nach dem Tode Rigaud's und Largilliere's hatte er keinen Nebenbuhler mehr, und man hörte ihn allgemein den ersten Portraitisten des Reiches nennen. Allein das französische Museum hat dennoch keine Stelle für ihn, so wie er denn auch den Ruhm nicht verdient, welcher ihm zu Theil geworden ist. Als Praktiker steht er freilich hoch, er strebte aber nicht nach Wahrheit, konnte das Leben und die Seele nicht er- fassen. Im Jahre 1734 zum Mitglied der Akademie in Paris, und zum Rath derselben ernannt, begehrte die Kaiserin Elisabeth von Russland den Künstler, und der König von Frankreich schickte 1756 seinen Hofmaler nach St. Petersburg . Er malte da die Kai- serin in Lebensgröße in vollem Ornat, und viele andere Bildnisse von russischen Grossen. Der Künstler erhielt für ein Brustbild 50 Louis d'or, und die Kaiserin gab ihm außer den 8000 Silber- rubel Reisediäten noch weitere 18000. Überdies hatte er in Pe- tersburg freien Unterhalt und eine kaiserliche Wohnung, obgleich im Ganzen die Kaiserin ihm nicht gnädig stimmte. Er hatte die ihr von der Natur unvorteilhaft verliehene etwas aufgestülpte Stumpf- nase in voller Wahrheit gemalt, obgleich die Machthaberin die- selbe ungern sah. Da war G. F. Schmidt ein weit gefälligerer Mann. Er arbeitete zum Verdruss des Malers im Stiche die Nase zum kaiserlichen Wohlgefallen zu. Sein Aufenthalt im Norden dauerte nur anderthalb Jahre, so dass die Zahl der Portraits, welche er nach seiner Rückkehr in Paris ausführte, noch sehr gross ist. Er glaubte damit einem van Dyck und Rembrandt an die Seite stehen zu dürfen. Viele Bildnisse dieses Meisters sind gestochen, von den besten Meistern seiner Zeit. Tocque starb zu Paris 1772 im 76. Jahre. Nattier hat sein Bildniss gemalt, und Cathelin es gestochen. VIII, fol. 96 Stiche nach Werken dieses Meisters,
Die nach diesem Meister gestochenen Blätter dürften einen Theil des Besten enthalten, was er geliefert hat.
Elisabeth, Kaiserin von Russland im Krönungs-Ornate, 1758 gemalt und von G. F. Schmidt 1761 gest., gr. fol.
Die Kaiserin Elisabeth stehend im Ornate mit Diadem, gest. von Tchemesow, schönes Blatt, an welchem sicher auch G. F. Schmidt Antheil hat, gr. fol.
Dieselbe Kaiserin im Oval, gest. von Tchemesow unter Bei- hülfe von Schmidt, fol.
Louis Dauphin de France in jungen Jahren, stehend, zur Seite ein Globus. Gest. von S. H. Thomassin, s. gr. fol.
Louis Dauphin de France, halbe Figur, ges. von J. Daulle, fol.
} Carolus Walliae Princeps, gest. von J. G. Wille, gr. fol.
Marie Thérèse, Infante d'Espagne, Dauphine de France, gest. von Boilly, für Gavard's Gall. hist. de Versailles,
Marie de Pologne, Reine de France, stehend in ganzer Figur, gest. von Daulle, gr. fol.
Nikolaus Esterházy de Galantha, 1758 gemalt, und 1759 von G. F. Schmidt gestochen, fol.;
Michel de Woronzow, Comte de St. Empire, Ambassadeur extraord. 1758 gemalt und 1759 von G. F. Schmidt gestochen, fol.
Paul Galluccio de l'Hôpital, Marquis de Châteauneuf, Ambassa- deur en Russie, Büste, gest. von J. C. Teucher, gr. fol. Cyrillus Comes de Rasumowsky, gest. von G. F. Schmidt 1760, gr. fol. Louis Philippeaux, Comte de St. Florentin, Commandeur des ordres du Roi, Ministre-Secrétaire etc. Kniestück im Sessel, gest. von Wille 1751, gr. fol. Abel François Poisson, Marquis de Marigny, Directeur et Or- donateur général des bâtiments du Roi, gest. von Wille, fol. V. A. Comte de Kaunitz-Rietberg, gest. von J. Schmutzer, gr. fol. Louis Galloche, Peintre ordinaire du Roi, Chancelier et Rec- teur en son Académie. Gest. von J. G. Müller 1776, gr. fol. Madame de Geoffrigny, gest. von Petretti für Gavard's Gall. hist. de Versailles, Jean Jacques d'Ortons de Maron. Gest. von Fiquet, fol.
Messire Charles François Paul de Normand de Tourneken, Conseiller du Roi, Directeur et Ordonateur général des bâtiments. Halbe Figur, gest. von Dupuis 1754, s. gr. fol.
P. Joliotte, berühmter Musiker, gest. von Chatelin, 4°.
Gresset, Dichter.
Robert de Cotte, Reg. à Consil, etc. Kniestück, gest. von Trouvain, gr. fol.
Jean Baptiste Massé, Peintre et Conseilleur de l'académie, Kni- stück, gest. von Wille, gr. fol.
M. de Gasault, seltenes Blatt von Wille 1745. Kleines Ov.
— Tycho Hoffmann, dänischer Edelmann, kleines Oval, 1762 von Wille gestochen.
F. Berenger, dänischer Edelmann, gestochen von Wille, Oval, 1745.
Pierre François Guyot Desfontaines, gest. von G. F. Schmidt.