Titi, Santo di, Maler und Architekt , wurde 1538 (manchmal anderen ) zu Borgo S. Sepolcro geboren, und kam in seiner Jugend nach Florenz, wo ihm nach und nach S. da Montecarlo, A. Brot- zino und B. Bandinelli Unterricht erteilten. Hierauf machte er in Rom seine weiteren Studien, welche B. Cellini leitete, und dehnte dieselben auch auf die Architektur und Ornamentik aus. Als Maler gehört er der naturalistischen Richtung an, und er strebte vornehmlich ein frisches und kräftiges, nicht gemeines Leben. Man hielt ihn für den besten Maler seiner Zeit, da ihm im Ausdrucke nur wenige gleichkamen, und seine Zeichnung als Muster galt. Nur das Colorit ist etwas matt und von wenig Kraft, wie Lanzi bemerkt. Borghini behauptet aber, dass es ihm auch in diesem Kunsttheile nicht gefehlt habe, wenn er ein Auge merken darauf richten wollte. Baldinucci erklärt vielleicht manche Ungleichheit in den Werken dieses Meisters, wenn er sagt, ich habe zu allerlei Preisen gemalt. Die Zeichnung war immer gut, mit der Färbung nahm er es aber bei geringerer Bezahlung nicht genau. Fiorillo spricht von unzähligen (?) Arbeiten dieses Meisters. Zu den vorzüglichsten zählt er ein Bild in der Kirche in der Citta di Castello, welches die Gläubigen vorstellt, wie sie durch die Hand der Apostel den heil. Geist empfangen. Lanzi bemerkt, dass man dieses Gemälde selbst neben den drei Werken Raffaels in jener Stadt mit Vergnügen sehe, Dann rühmt Fiorillo auch die Auferstehung Christi in der Gallerie Corsini, die Jünger in Emaus und St. Croce zu Florenz, und die Erweckung des Lazarus im Dome zu Volterra, welche auch trefflich colorirt ist. Dazu nennen wir noch das Abendmahl des Herrn in der Capelle der Seragli bei San Marco in Florenz, wo in Christus und Judas die Göttlichkeit und das Verbrechen sich abspiegeln. In S. Giuseppe daselbst ist ein sehr schöne Geburt Christi von S. di Titi, in S. Stefano ein Ge- mälde mit St. Augustin und anderen Heiligen, und im Dome wur
er Sammlung der florentinischen Akademie ist der Einzug des Herrn in Jerusalem, ehedem in Monte Oliveto; ferner die Ma- donna mit dem Kinde und zwei Heiligen aus dem Camaldulenser Kloster zu Florenz, und der Leichnam Christi auf dem Schoosse der Maria. In der alten Kirche des heil. Grabes zu Pisa ist eine meisterhafte Grablegung, und in S. Francesco dazelbst die Stigma- tisation des heil. Franz. In der Gallerie zu Pistoja sind ebenfalls zwei schöne Bilder von Titi. Ueberdiess finden sich auch Bildnisse von ihm, so wie Zeichnungen. Unter den ersteren ist jenes der heil. Maria Magdalena de' Pazzi, des berühmten Macchiavelli, und des Architekten Jacopo Sansovino.
Die Bauten dieses Meisters bieten nicht viel Interesse. Sie haben zwar gute Verhältnisse, aber keine zierlichen Details. Er baute in Peretola die achteckige Villa der Familie Spini, jene der Corsini in Casciano, und die der Strozzi zu Oliveto. In Florenz baute er den Palast Dardinelli, dann eine Treppe im Palast Struzzi und das eigene Haus. Titi erhielt in Florenz das Bürgerrecht, und starb daselbst 1603. In der Tribune der florentinischen Gallerie ist das eigenhändige Bildniss des Künstlers, welches Gregori ge- stochen hat.,
Ueberdiess erwähnen wir noch folgende Blätter nach seinen Werken.
N. Macchiavelli, Segretario della Rep. Fior. Gestochen von C. Faucci, fol.
Frater J. Passavantes. S. Titi p. in claustro S. M. Nov., Fior: D. Ferretti del M. sc.
Jacopo Sansovino, gest. von R. Pozzi.
Die Geburt Christi, in Zeichnungsmanier, gr. 8.
Die Anbetung der Hirten, nach einer Zeichnung von St. Mu- linari, gr. fol.
Heilige Familie, imitirte Handzeichnung aus dem florentini- schen Cabinet von Mulinari, gr. 8.
Zwei heil. Familien, imitirte Handzeichnungen, im Steindruck von Strisner, gr. 8.
Heilige Familie in einer Landschaft, Maria mit dem Kinde, welchem Johannes Weintrauben überreicht. Gest. von L. Necker in Stuttgart. Schöne Composition, gr. qu. fol.
. Die Taufe Christi, das Bild in der Gallerie Corsini zu Flo- renz, gest. von G. F. Ravenet für M. Lastri's Etruria pittrice, fol.
Die Auferstehung Christi, gest. von A. Lorenzini, fol.
Die Grablegung Christi, in Zeichnungsmanier. Von Scac- ciati, gr. 8.
Die Erweckung des Lazarus, gest. von C. Mogalli, fol.
Allegorie auf einen Medicäer, imitirte Handzeichnung von
Mulinari, gr. 8.