Tischbein, Ludwig Philipp, Architekt und Maler, der ältere Sohn des Joh. Valentin Tischbein, wurde zu Cassel geboren, und von seinem Vater in den Anfangsgründen der Malerei un- tersichtet. Dieser arbeitete im Decorationsfache, welches auch das Studium der Architektur bedingte, worin Tischbein zuletzt grosse Einsicht erlangte. Er widmete sich fünf Jahre in Rom den Stu- dien, und fertigte eine grosse Anzahl von architektonischen Zeich- nungen, die er während eines späteren Aufenthaltes in Paris noch vermehrte. Auch die Decorationsmalerei übte er nebenbei, ohne jedoch dieselbe zur Hauptaufgabe zu machen. Im Jahre 1779
wurde er endlich nach St. Petersburg berufen, um neue Decora- tionen für die kaiserliche Bühne zu malen, welche so wohl ge- fielen, dass der Kaiser beschloss, ein neues Theater zu bauen, um dem Künstler weitere Gelegenheit zur Ausübung seiner Kunst zu verschaffen. Tischbein erhielt aber auch zugleich den Auftrag, den Plan zum Theater zu fertigen, welcher genehmigt wurde.
Nach Vollendung des Baues malte er Decorationen und den Vor- hang, hatte aber an Gonzaga einen gefährlichen Nebenbuhler ge- funden, der ihn verdrängte. Mehrere seiner Decorationen wurden mit jenen Gonzaga's vertauscht, und auch einen neuen Vorhang malte dieser Künstler . Bald darauf wurde das Theater durch den Architekten Th. de Thomon vergrössert und fast umgebaut, wo- durch sich Tischbein tief gekränkt fühlte. Auch wurden alle De- corationen von Scotti und Gonzaga neu gemalt. Allein auch in
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