Tischbein, Christian Wilhelm, Maler und Architekt, geb. zu Marburg 1753, war der Sohn des Mechanikus Jakob Tischbein, und Schüler seiner Onkeln Joh. Jakob und Anton Tischbein in Hamburg . Er widmete sich der Bildniss- und Landschaftsmalerei, welche er in einigen Städten Deutschlands übte, bis er am Hofe des Fürsten von Anhalt - Cöthen - Pless eine festere Stelle fand. Im Jahre 1781 trat er in Dienste des Reichsgrafen zu Hohenzollern und nach dem Tode desselben ernannte ihn der Herzog
Breslau mit Erfolg sich der Baukunst zu widmen, so dass ihn 1789 der Reichsgraf von Hochberg zum Baudirektor ernannte. Er lei- tete als solcher die Neubauten in Fürstenstein, wo 1797 auch ein neues Schloss gebaut wurde. Diese Fürstenburg ist nach Tisch- bein's Plan errichtet, und C. A. Günther in Dresden hat die An- sicht derselben gestochen, fol. In der Capelle sind Gemälde von ihm, darunter das Altarblatt mit der heil. Anna. In der letzteren Zeit seines Lebens lebte der Künstler zu Schmiedeberg in Schle- sien und starb daselbst 1819.