Timotheus, Bildhauer und Erzgiesser, erscheint als Kunstgenosse des Praxiteles, Scopas, Leochares und Briaxis, die zusammen die neuere Schule von Athen bildeten, die daselbst um Ol. 105 blühte. Sie verzierten das Grabmal des Mausolus, des Gemahles der Ka- rischen Königin Artemisia. Den Timotheos setzt Plinius 36. 8. 4: in die Reihe der genannten Künstler, Vitruvius (Praef. I, 7.) sagt ebenfalls, er werde von einigen bei der Ausschmückung des Mau- soleums genannt, er selbst stellt aber an seine Stelle den Praxi- teles. Die Angaben sind also schwankend. Nur gewinnen wir für ihn einen festen Zeitpunkt. Mausolus starb Ol. 106. 2 oder 3, und vier Jahre nach Alexander des Grossen Tod begann die Arbeit am Denkmale des Mausolus. Im Tempel des Apollo zu Rom war von diesem Künstler eine Statue der Diana, an welcher Au- gustus Euandros später (U. C. 710 — 724) eine Aenderung am Kopfe vornahm. Von der Statuengruppe in diesem Tempel schreibt Properz II. 31, 15.: Inter matrem (von Praxiteles) deus ipse in- terque sororem (von Timotheus) Pythius (von Scopas) in longa- carmina veste sonat,
Pausanias sagt ferner, dass in Trözene eine Statue des Askle- pios sei, welche von Timotheos herrühre, die Trözenier hielten sie aber für das Bild des Hippolytos, des Sohnes von Theseus ,
als Eine Person sei, ist nicht ausgemacht. Auch weiß man nicht, in welche Zeit jener gleichnamige Meister des Plinius 34. zu setzen ist, von welchem sich Statuen von Athleten, Bewaff- neten, Jägern und Opfernden fanden,