Timm, Peter Christian Jakob von

Timm, Peter Christian Jakob von, k. dänischer Artillerie-Of- fizier, Maler, Radierer und Lithograph, geb. zu Eckernförde im Herzogthume Schleswig 1782, stammte mütterlicherseits von dem bekannten römischen Künstler und Kunsthändler Th. Barthachi ab. Er widmete sich in seiner Vaterstadt der Malerei, und begab sich 1802 zur weiteren Ausbildung nach Kopenhagen , wo er an der Akademie der Künste bereits große Fortschritte gemacht hatte, als er bei der Artillerie der dortigen Nationalgarde in Dienste treten musste. Bei der erfolgten Landung der Engländer wurde er zur Vertheidigung der Residenzstadt in den aktiven Dienst berufen, in welchem ihm bei der Belagerung und dem Bombardement der Stadt das Commando von sechs Canonen in den Aussenwer- ken der Festung anvertraut wurde. Bei dieser Affaire verlor er beim Brande der Stadt seine ganze Habe; der König entschädigte ihn aber 1808 durch die Stelle eines Lieutenants im k. Artillerie- Corps. Im folgenden Jahre wurde er zur holsteinischen Brigade nach Rendsburg beordert, und bald darauf zur Übernahme eines Commando in Tönning und Husum bestimmt. Daselbst fertigte er für den General-Quartiermeister-Stab mehrere Karten über die fortificirten westlichen Küstenpunkte, so wie ökonomische Karten für die k. Cameral-Direktion in Kopenhagen. Im Jahre 1812 wurde v. Timm bei der beweglichen Armee-Division in Holstein , bei dem später sogenannten französischen Auxiliar-Corps angestellt, in welcher Eigenschaft er unter General Thibaut in Lüneburg dem Ausfall gegen die Allirten beiwohnte. Nach Glückstadt beordert, übertrug ihm später der General von Czernikow bei der Belage- rung und dem Bombardement dieser Festung das Commando über alle vier Bastionen des Renthügels, und das ehrenvollste Zeug- niss des Generals spricht von seiner Thätigkeit. Nach dem Kieler- Friedensschluss 1814 übernahm er unter einem russischen Belage- rungs-Corps vor Hamburg unter General Benningsen mit 100 Ar-

Timmeristen die Bedienung der Mörser-Batterie beim alleinstehenden | Bombardement der Stadt, und nach Beendigung des Krieges schenkte ihm ein eigenhändiges Belobungsschreiben des Königs Friedrich von 1816 eine Civilanstellung zu. Als k. dänischer Zoll-Controleur in Ulszburg fertigte er einen Distanzmesser für See-Batterie n gegen Schiffe, welchen er in Rendsburg dem König überreichte. | Im Jahre 1811 nahm er auf Befehl des Königs den von Gott | oder Gottfried 1704 erbauten und geschichtlich merkwürdigen Da-| newerkswall auf, welcher sich von der Schlei bis zur Treene er- | streckt. Die Gesellschaft für Sammlung und Erhaltung vaterlän- | discher Alterthümer in Kiel ernannte ihn dafür zum Mitgliede, | und besorgte die Abbildung und den Druck dieses Werkes. Bei | dieser Arbeit hatte auch der Major von Kindt Theil. In der letz- | teren Zeit lebte er auf dem Schlosse Ploen in Holstein. |

P. v. Timm besitzt auch eine vortreffliche Sammlung von Ge-| mälden, Kupferstichen und Münzen. Uebrigens verdanken wir | diesem Künstler mehrere schön radirte Blätter. |

  1. Die Kirche zu Gientofte auf Seeland, nach Juel, kl. fol. |
  2. Ansicht eines Theiles von Flensburg .. nach Eckersberg ra-| dirt und in Aquatinta, qu. fol. |
  3. Das Fischerdorf Skovshoved am Sunde, zwischen Copen-| hagen und Helsingør, nach H. A. F. Timm, kl. qu. fol. |
  4. Das Innere eines Waldes. Im Vorgrunde die grosse Eiche | im Windebyer-Walde bei Eckernförde, nach eigener Zeich-| nung, 1830, fol. | Eines der Hauptblätter des Meisters. |
  5. Eine Rase, nach Jak. Jul. Timm, radirt und in Aquatinta, | fol. |
  6. Vier Blätter mit Blumen, im Umriss radirt, kl. fol. |
  7. Sieben Blätter mit Früchten, nach eigenen Zeichnungen li-| thographirt, kl. fol. |
  8. Zwei Blätter mit 40 Münzen, für den Jahresbericht der Al-| terthums-Gesellschaft in Kiel 1844. |
  9. Eine Elektrirmaschine zu einer Schrift des Hofmarschalls | von Hauch, qu. fol. |