Timm, Hermann Anton Friedrich, Maler, Radirer und Restau-| rateur, der Bruder des Obigen, wurde 1781 zu Eckernförde | geboren, wo sein Vater Daniel Fr. Timm Schlossermeister wa-| r. Er begann seine Kunststudien an der Akademie in Copenhagen | unter Leitung des Hofdecorateurs Heinrich Cabet, und erstatte | seinen Lehrkurs im Landschafts- und Decorationsfache. Nachdem | Timm während des Bombardement von Copenhagen grosse Gefah-| ren überstanden hatte, ging er nach Holstein zurück, wo er jetzt | bei dem Landgrafen Prinzen Carl zu Hessen auf Panckow, und bei | dem Grafen von Holstein zu Water-Neversdorf Beschäftigung fand. | Er malte in den Schlössern dieser Herren, und letzterer übertrug | ihm auch die Restauration alter Gemälde, von welchen einige | vierzig auf dem Schlossboden durch Schmutz und Staub unkennt-| lich waren. Er reiste mit diesen Bildern nach Copenhagen zu-| rück, und begann da die Wiederherstellung mit solchem Glücke, | dass unter seinen Händen viele dieser vergessenen Kunstschätze | in neuer Frische ans Licht traten. Darunter war ein Dianenbad | von Dominichino, die halbe Figur einer Lucretia von Giorgione, | ein trefflicher Poussin, ein Orizonte u. s. w. Zwei meisterhafte | grosse Seestücke von Backhuysen kamen durch Kauf an einen re-| senden Portraitmaler, der sie später in Hamburg für hohe Preise |
A. W. Timm hat ebenfalls einige Blätter radirt, welche auch von dieser Seite einen geübten Künstler verrathen.
- Der Staubbach im Lauterbrunner Thale in der Schweiz. Im Vorgrunde die unter einer Holzbrücke über Felsenstücke schäumend dahinströmende Lütschine, im Hintergrunde die Jungfrau. Nach dem Originalgemälde des Prof. J. P. Mül- ler in der Sammlung des Hofschlossers Timm, qu. fol.
Dieses Blatt ist selten, denn nach 40 Abdrücken hatte der Kupferdrucker die Platte an einen Kupferschmied ver- kauf.
Eine Skizze zum obigen Bilde, ganz klein, um das Scheide- wasser zu probiren, und nur in wenigen Exemplaren vor- handen.
Eine holländische Rhede. Im Vorgrunde eine vor Anker liegende Tjalk, zu der ein Boot mit Leuten zurückkehrt, in der Ferne die Stadt. Nach S. de Vlieger's Gemälde in der Sammlung des Herrn P. v. Timm in Ulzburg, zart auf Zink radirt. Rund, qu. fol.
Die Ansicht Nr. 4 vom Fischersteg in Eckernförde, nach dem eigenen Gemälde schwach geätzt und sehr selten, da nur etwa 20 Exemplare existiren. Sie sind meistens ohne Luft, da der Nr. 1 genannte Drucker nach wenigen Ab- drücken mit der Luft die Platte treulos verkaufte,
Eine kleine Landschaft in Seeland, nach einem Oelbilde von Prof. J. Juel. Es gibt Abdrücke ohne und mit der Luft, die Platte hatte aber gleiches Schicksal wie Nr. 4.
Ansicht jenseits des Eckernförde Hafens zur Borbyer Mühle. Erster Versuch im Radiren, ein kleines und seltenes Blatt.
Das adelige Gut Farve vom Müllerhause, zart auf Zink radirt.
ging.