Till, Johan

Till, Johan, Carl von. Maler und Radirer, geb. zu Nürnberg 1624, war Schüler von Christian Rupert, und begab sich dann zur weiteren Ausbildung nach Rom , wo er um 1644 mit M. Merian zusammen lebte. Doppelmayr sagt, dass dieser Künstler, welchen er Thill nennt, Vögel und Früchte in Öl und Miniatur gemalt, dann einige Bildnisse radirt habe. Im Jahre 1676 starb er.

Es finden sich einige schön radirte Blätter von diesem Künstler, die theils mit dem Namen des Meisters, theils mit dessen Monogramm bezeichnet sind. Sie beweisen, dass C. von Till auch über das Gebiet der Naturgeschichte hinausging. Die meisten dieser Blätter sind selten. Das erwähnte Monogramm wollen einige einem Johann Christian Voederer zuschreiben, allein die Blätter mit demselben erinnern im Machwerk an das Bildniss des F. Talentschger, welches mit dem Namen des Radirers bezeichnet ist.

  1. Carulus Gustavus Com. Palatinus Rheni, zu Pferd dargestellt. Ein solches Blatt legt ihm Sandrart bei, wir fanden es aber nirgends näher beschrieben.

  2. Christophorus Tucher a Simelsdorf in Bergsdorf Republicae Norimbergensis Senator. Halb Figur mit Pelzrock in Ein- fassung. Links unten im Cartouche: In honurem pie defuncti %)n. Affinis sui faciem ejusdem m. p. delin, et sculp. J. C. v. Till. Rechts: Observantiae ergo f. T. M. Dilherus, gr. 8.

  3. Ferdinandus Talentschger Austriacus. Büste auf einem Pie- destal, von Minerva bekränzt. Unten im Rande: G. P. H. Epigramma. Talentschgeriadae velavit tempora Pallas, etc. Links unten: J. M. Merian delineav. Romae 10. Oct. 1644; rechts: Joh. Carl von Till in aqua fort. effigiav., kl. fol.

  4. Büste eines jungen Mannes mit kleinem Bärtchen, krausen Haaren, rundem Hut, und im Mantel mit Knöpfen. Oben rechts auf weissem Grunde das Monogramm mit dem Worte fecit. H.3 Z. 6 L., Br. 2 Z. 1 L.

  5. Büste einer jungen Dame mit langen Haaren, mit reichem Spitzenkragen und Perlschnur um den Hals. Oben rechts das Monogramm. H.2 Z. 8 L., Br. 2 Z. 1 L.

  6. St. Hieronymus am Felsen sitzend mit erhobenen Händen, wie er den Kopf nach dem Crucifixe wendet. Rechts sieht man den Löwen, und links ist eine Durchsicht auf Land. Links am Steine ist das Monogramm. H.3 Z.2 L., Br. 5 Z. 3 L.

  7. Der Evangelist Johannes am Fusse des Baumes die Apoca- lypse schreibend. Mit dem Monogramme, welches auch dem J. C. Vorderer zugeschrieben wird, qu., 8.

  8. Ein Ritter in altdeutscher Tracht mit seiner Dame, welche in der Rechten eine Blume hält. Ihnen folgt der Hund in einer Landschaft. Mit dem oben erwähnten Monogramm, 12.

  9. Die Ansicht von Wolfenbüttel. In der Mitte vorn sitzt der Zeichner vom Rücken gesehen. Im Rande stehen vier lateinische Verse: Fracto malo triplici, Vrbs Wolverbyttum arce triumphas etc. Mit dem Monogramm, welches einige dem J. C. Voederer beilegen.