Tilborgh oder Tilburg, Gilles van, Maler, geb. zu Brügge i 1625, war vermuthlich der Sohn jenes Tilborgs, der nach Descamps um 1600 blühte, und in demselben Genre arbeitete, wie Gillis. Die Lebensverhältnisse dieser Künstler sind unbekannt, von dem Daseyn eines Gilles van Tilborgh sprechen aber noch ziemlich viele Bilder, welche gewöhnlich in kleinem Formate behandelt sind, bis auf wenige. Er malte Bauernkirmessen und Märkte, Trink- stuben, Soldatenstücke u. s. w. Er eiferte dem A. Brouwer nach erreichte aber das Leben nicht, welches in den Bildern desselben herrscht, und seine Färbung ist noch dunkler. Seine Compositio- nen sind aber sehr mannigfaltig, doch nicht so schön, wie jene von Brouwer, und auch in geistreicher Führung des Pinsels steht er ihm nach. In der Gallerie zu Dresden ist ein grosses Bild, welches eine Dorfbelustigung vorstellt, zechende Bauern vor dem Wirthshause auf einem freien Platze. In der Bridgewater-Gallerie zu London sieht man ein ähnliches Bild von grossem Umfange, wie deren selten vorkommen. Auch im Museum des Louvre be- fmdet man ein grosses Bild, eine Bauernhochzeit in der Weise des A. Teniers, und eines seiner Hauptwerke. In der Gallerie Lich
Stiche nach Tilborgh.
L'entrevue imprevu, Gruppe von drei Figuren, gest. von Lu- cas, fol.
Le goût flamand. Gruppe von drei Männern und drei Frauen beim Abendbrote, Nach dem Bilde aus dem Cabinet des Herzogs von Lothringen, gest. von Fried. Hermann v. Guttenberg, fol.
Le goût flamand, gest. von J. Schmutzer, fol.
Le Roi boit, reiche Composition, gest. von J. Danzel, qu. roy. fol. 4
L'après-dînée flamande, gest. von C. Gaucher, gr. fol.
Collation flamande, gest. von Danzel, qu. roy. fol.
Die lächerlichen Musikanten, Gruppe von vier Bauern in Te- niers Charakter, gest. von A. Zenger, nach dem Bilde im Cabinet Hagens zu Wien, qu. fol.
Eine alte Bettlerin mit Korb und Stock in der Landschaft, Links am Steine H. C. T., gr. 8.
Interieur mit neun Bauern, lithographirt von Quaglio, gr. qu. fol.
Vilborg, s. Tilborgh. Vilburg, s. Tilborgh.