Tielker, Johann Friedrich

Tielker, Johann Friedrich, Maler und Kupferstecher , der Bruder der des Obigen, wurde um 1762 in Braunschweig geboren, wo er übte Anfangs die Silhouettenkunst, welche er dann mit der Mini- aturremalerei vertauschte. Er malte und zeichnete viele Bildnisse, besonders in Darmstadt , wohin er zu einer Zeit kam, in welcher die Prinzessin Louise Braut des Königs von Preussen war. Tielker malte mehrere Bildnisse dieser Fürstin, und alle anderen Mitglieder des Hofes. Später berief ihn die Königin nach Berlin , wo der Künstler ebenfalls mehrere Mitglieder des Hofes malte, so wie andere Personen. Darunter sind auch dramatische Künstler, Holland und Dlle. Dobbelin malte er in ganzen Figuren in ihren Rollen, und stach diese Bilder in Aquatinta . Später befasste sich der Künstler mit der Landschaftsmalerei , worauf ihn dessen Stiche in Aquatinta brachten, welche er nach Zingg, Schutz und ausführte. In der letzteren Zeit seines Aufenthaltes in Berlin führte der Künstler mit anderen Panoramen aus, welche er Reisen schen liess. Bei dieser Gelegenheit kam er nach Russland , wo er die Reihe seiner Ansichten vermehrte. Sein Panorama von St. Petersburg fand grossen Beifall, und Kaiser Alexander bezahlte ihm 6000 Rubel dafür. Der Selbstherrscher bestimmte es als Ges- chenk für den Kaiser von China, und der Künstler selbst war als Zeichner im Gefolge des Grafen Goloffkin, welche die Gesan- dschaft nach China übernahm. Allein diese wurde nicht angenommen, und so kam das Panorama wieder nach Petersburg. Er verweilte viele Jahre in Russland, und nahm mehrere Städte auf. Das Panora- ma von Moskau fand überall, wo er es zeigte grossen Beifall, und wäre auch jetzt noch von Interesse, da später die alte Stadt ein Raub der Flammen wurde, welche der schreckliche Patriotismus Rostopschin's anfachte. Tielker starb 1830.

F. Bolt stach nach ihm das Bildniss des verstorbenen Königs von Preussen. Dann stach er selbst mehrere Blätter in Aquatinta:

  1. Louise Königin von Preussen, Büste im Profil, Tielker p. et fec. Aquatinta, gr. fol.

  2. Napoleon Bonaparte, nach Appiani, für die chalkografische Gesellschaft in Dessau, et fec.

  3. Holland als Essighändler im ersten Akt, 4.

  4. Holland als Essighändler im zweiten Akt, 4.

  5. Holland und Dlle. Dobbelin als Graf und Gräfin in der Medie aus dem Stegreife, 2 Blätter, 4.

  6. Das Bombardement von Mainz, nach Schütz, gr. qu. fol.

  7. Die Cascatella von Tivoli, nach Hackert, qu. fol.

  8. Ansicht des Dorfes Dorn bei Töplitz, qu. fol.

Du Tielt, Ludwig, Zeichner, war in der ersten Hälfte des 17. Jahr- hunderts thätig. Er zeichnete Prospekte, deren in Sander's Flan- dria illustrata. Col. Agrip. 1641 — 44, gestochen sind, gr. fol.

Ein Wilhelm du Tielt war Kupferstecher, der um 1614 —30 in Ypern lebte. Es finden sich Titelblätter von ihm, die aber sehr mittelmässig gestochen sind.