Tiarini, Alessandro

Tiarini, Alessandro, Maler, geb. zu Bologna , erlernte die Zeichenkunst bei Lavinia Fontana, und der Vater dieser Kün- stlerin machte ihn mit dem Praktischen der Malerei bekannt. Nach dem Tode desselben stand er einige Zeit unter Leitung des B. Ces- ari, bis ihn ein Raufhandel zur Flucht nach Florenz zwang. Hier nahm ihn Anfangs ein Portraitmaler auf, welchem er die Hände und Draperien malte. Hierauf fand er an Dom., Passignano einen Mäc- hler, dessen Kunstweise ihm so zusagte, daß mehrere seiner frü- heren Gemälde in Styl und Behandlung jenen dieses Malers glei- chen, und man unterscheidet sie als Werke seiner ersten Manier. Nach sieben Jahren kehrte er wieder nach Bologna zurück, wo Ludovico Carracci als sein Vermittler auftrat, und ihn wie einen Freund behandelte. Sein erstes Bild, welches er daselbst malte, stellt die heil. Barbara dar, welche aber nicht gefiel, da man dafür die Arbeiten der Carracci'schen Schule Sinn hatte. Jetzt faßte auch Tiarini an, sich dem Geiste der Bologneser Schule zu fügen, was ihm vollkommen gelang, so dass er, ohne seine Eigenthüm- lichkeit aufzugeben, wie umgestaltet erschien. Tiarini war ein Künstler von grossem Talente, dem alle Mittel zu Gebote stann- den. Mit einer reichen Erfindungsgabe verband er eine Übung im Zeichnen, welche ihm die schwierigsten Lagen leicht machte, und in der Technik der Malerei suchte er seines Gleichen. Seine Compositionen sind wohl durchdacht, und als Meister der Pers- spektive ordnete er alle Gegenstände so verständig an, daß er in dieser Hinsicht seine Bilder nichts zu wünschen übrig lassen. Al-