Thran, G. C. F., Architekt zu Ulm, machte seine Studien an der Kunstschule in Stuttgart , und unternahm dann eine Reise nach Italien . In der klassischen Baukunst wohl erfahren, wendete er dann auch der mittelalterlichen Kunst seine Aufmerksamkeit zu, besonders jener des germanischen Styls, in Verbindung mit der Holz- und Steinsculptur. Thran zeichnete viele Kunstdenkmäler der sogenannten gothischen Periode, und beabsichtigte von 1837 an die Herausgabe eines Werkes, welches in dieser Hinsicht höchst interessante Beiträge liefert. Es erschien heftweise unter dem Titel: Denkmale altdeutscher Baukunst, Stein- und Holzsculptur in Schwaben. Nebst Vorwort von P. Hassler. Ulm 1846, gr. fol. Früher restaurirte er mit Ed. Mauch den schönen Brunnen um G. Syrlin in Ulm. Den Verhandlungen des Vereins für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben , die von 1843 an in Hefte erschienen, widmete Thran ebenfalls seine Theilnahme, und man findet in diesen Heften einige interessante Blätter nach seinen Zeichnungen. Sie beziehen sich auf altdeutsche Architektur und Sculptur; als Zeichner in diesem Fache steht Thran den besten deutschen Künstlern zur Seite. Er bekleidete einige Jahre die Stelle eines k. württembergischen Strassenbau-Inspektors, und 1838 wurde er Architekt der Stadt Ulm, als welcher er zugleich die Stelle eines Dombaumeisters bekleidete.