Thosnil, Samuel du

Thosnil, Samuel du, Maler, war zu Anfang des 17. Jahrhunderts in München thätig. Er kommt in einem Hausbriefe v° | 1612 als Bürger vor, -

st dien hin, nicht allein in der Architektur, sondern auch in der Malerei, welche er indessen nicht zu seiner Hauptaufgabe machte. Ausser den zahlreichen architektonischen Entwurfen und Zeich- nungen findet man von ihm auch viele historische und mytholo- gische Compositionen, theils mit der Feder, theils in Tusch auf farbiges Papier ausgeführt. Diese Zeichnungen standen in hoher Achtung und sie wurden von Kunstliebhabern sehr gesucht. Die Gemälde in Öel sind nicht zahlreich, man wollte sie aber mit den besten Bildern eines Mieris und G. Dow vergleichen. In solcher Weise spricht sich ein Referent in Meusel's Leben Miscellen 1800 XI. 309 aus, welcher die Färbung von unnennbarer Schönheit findet. Ein Bild des von zwei Bacchantinnen gebundenen Amor' brachte ihn zur Begeisterung; er meint aber doch, Thouret müsse weniger Kunst als Natur copiren. Der Amor ist der Statue nach- gebildet, und etwas steif. Nach der Rückkehr aus Italien wurde Thouret Hofbaumeister in Stuttgart , wo er zu vielen öffentlichen und Privatgebäuden Pläne ausführte. Die Königsstrasse, die neuen Anlagen u. s. w. verdanken ihm Verschönerung, und auch die Zimmer des kgl. Schlosses wurden nach seinen Zeichnungen deco- rirt. Göthe, der langjährige Freund Thouret's, berief ihn zum Schlossbau nach Weimar , wo auch das Theater von ihm gebaut ist, das berühmteste Werk des Künstlers. In Stuttgart war er zu- letzt verschiedenen Cabalen ausgesetzt, und er musste dem Ar- chitekten Salucei weichen, dessen Abtreten dann selbst nicht sehr rühmlich war. Jetzt wurde unser Künstler, der bereits als Ritter des Civilverdienstordens der würtembergischen Krone in den Adel- stand erhoben war, wieder in seine Rechte eingesetzt und er er- hielt die Stelle eines Ober-Baurathes, als welcher er zugleich Vorstand der Kunstschule in Stuttgart war. Ausser den genann- ten Bauten erwähnen wir noch das schöne Catharinen-Hospital in Stuttgart, wozu 1820 der Grundstein gelegt wurde, dann die Brunnenhalle am Sulzrain bei Canstatt, welche 1826 nach seinem Plane entstand. Im Jahre 1838 fertigte er die Zeichnung zum Fussgestelle der Statue Schiller's von Holzhausen. Thouret lebte mit jenem unsterblichen Dichter in freundlichen Verhältnissen, so dass ihm diese Arbeit um so ehrender war. Kurz vor sei- nem Tod leitete er die zweckmässige und geschmackvolle Badein- richtung in Wildbad. Thouret war ein sehr erfahrner und wis- senschaftlich gebildeter Künstler. Seine Entwürfe verrathen ein tiefes Eindringen in den Geist der römischen Architektur, deren Formen er durch das Studium der reinen Griechischen Kunst ver- edelte. Auch im Fache der Decoration leistete er Vortreffliches. Er starb zu Stuttgart 1845.

In seiner früheren Zeit lieferte er auch mehrere Zeichnungen zum Stiche, wie für Gräter's nordische Mythologie, fol. Am Tü- binger Gartenkalender von 1801 ist von ihm eine Abhandlung über Gartenanlagen, zu welcher Klinsky die Zeichnungen in Aqua- tinta stach. Verschiedene andere Blätter nach seinen Zeichnun- gen sind in Werken des Buchhandels gestochen, aber meistens schlecht.