Thomson, Thomas de

Thomson, Thomas de, Architekt und Maler, ein Franzose von Geburt, machte um 1780 seine Studien auf der Akademie in Paris , und gewann den grossen Preis der Architektur, welcher ihn in den Stand setzte, in Rom seine Ausbildung zu vollenden. Thomon zeichnete in Rom viele architektonische Denkmäler aus der Kaiserzeit, und drang überhaupt mit lobenswerthem Eifer in den Geist der römischen Architektur ein.

Überdies malte er architektonische Ansichten und Landschaften in Aquarell und Oel, betrieb aber diese Kunstgattung nur als Nebensache, indem die Architektur seine Hauptaufgabe war. Später begab er sich nach Wien, und dann mit dem Grafen von Artois nach St. Petersburg , wo er jetzt Gelegenheit fand, die Summe seiner arch itektonischen Kenntnisse in ausgedehntem Maasse zu verwen- den, Er erhielt den Auftrag, das von L. Ph. Tischbein 1784 er- baute Theater zu vergrössern und zu decoriren, wodurch dasselbe eine veränderte Gestalt erhielt, zu grosser Kränkung des früheren Architekten. Thomon fertigte einen neuen Plan, der vom Kaiser genehmiget wurde. Der Grundriss, die Facade und der Durch- schnitt desselben ist in Landon's Annales VI. Nr. 47, 48 und 50 in Kupfer gestochen. Das Gebäude stand 1805 vollendet da, und wurde als eines der schönsten und grössten Werke dieser Art er- klärt. Er machte auch die Zeichnungen zur inneren Ausschmückung, wobei er die beiden Decorationsmaler Scotti und den Maler Gon- zaga verwendete. Im Jahre 1805 fertigte er den Plan zur neuen Bürse in St. Petersburg, und noch in demselben Jahre wurde der

Grundstein gelegt. Dieser Palast ist eines der grossartigsten Gr. Gebäude der Stadt und von majestätischer Wirkung. Das Gebäude umzieht eine jonische Colonnade von 44 Säulen, und eine 16 Fuß hohe Treppe von Granit führt zum Eingange. Auf dem weit en Vorplatze stehen riesige Rüstensäulen mit der antikgemalten Ara auf den Capitälen. An den Säulenbasen ruhen die colossalen Götter des Meeres und der Neva. Der Saal der Börse ist über 140 F. lang und 80 F. breit, und mit einem einfach verzierten Tonnengewölbe überdeckt. Am Ende desselben steht auf einem reich decorirten Piedestal die Büste des Kaisers Alexander. Eine Abbildung dieses Werkes findet man in den Vues et Monumens de St. Petersbourg par Salandrouse de la Mornay. Paris 1808, fol. Thomon fertigte in St. Petersburg noch viele andere Pläne zu Häusern und Palästen. Ferner zeichnete er die Hauptgebäude der Stadt, und gab sie im Umriss gestochen unter folgendem Titel heraus: Recueil des plans et facades des principaux monuments construits ä St. Petersbourg etc. par Thomas de Thomon. St. Petersburg 1806. Fol. von 16 Blättern, 4. Ein anderes Werk dieses Künstlers hat den Titel: Traitê de peinture, precede de Vorigine des arts par Thomas de Thomon architecte de l'Empereur Alexandre (Dialogue des morts de Vouvrage de Fönelon, Beschreibung berühmter Gemälde in Russischen Gallerien etc.) mit Kupfem, Planen und Facaden von Gebäuden in St. Petersburg etc. St. Petersburg 1808, gr. 8. Th. de Thomon war Hofarchitekt des Kaisers Alexander I. und starb um 1816. — Joseph Clarot lieferte nach seiner Zeichnung ein schönes Schwarzkunstblatt, die Ansicht des Pantheon mit Umgebung, kl. qu. fol. In Landon's Annales IV. 313. sind zwei seiner italienischen Landschaften im Kleinen radirt.

Eigenhändige Radirungen.

  1. Vues Originales d’Italie. I. Heft mit 6 radirten Blättern, qu. fol. Die folgenden Blätter könnten Theile dieses Heftes seyn.

  2. Prospectus Basilicae S. Gregorii, quem Romae depinxit Vieil, nae sculpsit — — Thomas de Thomon, Mit Dedication; an den Fürsten Nicolaus Esterhazy, qu. 4.

  3. Vue d’une partie de Rome ancienne, prise de I’Ile d'Esee lape. Thomas de Thomon inv. et sculp., kl. qu. fol.

  4. Ruine de Rome. Dedie äa Son Altesse Madame la Princess Marie d’Esterhazy etc, par son tres humble et tres obeissant Tho, de Thomon, qu. 8.