Thöming, Christian Friedrich Ferdinand

Thöming, Christian Friedrich Ferdinand, Landschafts- und Meeresmaler, geboren zu Eckernförde in Schleswig 1802, besuchte die Akademie in Copenhagen, und begab sich 1825 zur weiteren Ausbildung nach München, wo er in kurzer Zeit sich rühmlich bekannt machte. Besonderen Beifall fanden seine Marinen, wie denn Thöming überhaupt zu den vorzüglichsten Seemä- lern unserer Zeit gehört. Im Jahre 1830 begab er sich nach Italien ,

um in Rom ; Studien zu vollenden. Aus dieser Zeit stammen mehrere landschaftliche Darstellungen und architektonische Ansich- ten mit Staffage. Nach seiner Rückreise aus Italien hielt er sich wieder einige Zeit in München auf, wählte aber 1830 Frankfurt zu seinem Aufenthalte. Die Gemälde dieses Künstlers sind zahl- reich. Es offenbart sich darin ein reiner Sinn für Schönheit der Natur, und eine poetische Auffassung derselben. Sie sind von gros- ser Wirkung, und eben so fleißig als meisterhaft behandelt. Er bezeichnete dieselben theils mit dem Namen, theils mit einem Monogramme. Thömng hat auch mehrere Blätter lithographirt. Zu seinen früheren Arbeiten dieser Art gehören jene, welche er für das Münchner Galleriewerk ausführte, und sehr zart behandelte. Dann nennen wir folgende Blätter nach eigener Zeichnung: 1.) Muggendorf. Fr. Thöming fec., kl. qu. fol. 2) Gösweinstein. Id. fec., kl. qu. fol. 3) Waischenfeld. Id. fec., kl. qu. fol. 4) Rabeneck und Streitberg, Id. fec., kl. qu. fol. Thönert, Medard, Zeichner und Kupferstecher , geb. zu Leipzig : 1754, legte in seiner Jugend den Wissenschaften ob, verliess aber nach dem Tode seines Vaters die Universität, um unter Oeser's Leitung der Zeichenkunst sich zu widmen. Bause und Geyser er- theilten ihm dann Unterricht im Kupferstechen, er musste aber meistens für Buchhandlungen arbeiten, da die Zeitverhältnisse der Kunst nicht günstig waren. Er war auch Zeichenmeister und starb zu Leipzig 1812. Thönert hinterliess viele Blätter, die theils radirt, und gesto- chen, theils in Punktirmanier ausgeführt sind. Die folgenden ge- hören zu den besten. Auf einigen Blättern steht der Name Thäenert statt Thönert.

  1. Das Bildniss des Königs von Sachsen, nach A. Graff, 4.
  2. Domenico Guardasoni, Büste in Oval 1790, 8.
  3. Prinz von Wales, Büste in Oval 1790, 8.
  4. David Garrick. Thäenert sc. 8.
  5. Marquis von Pombal. Culmine dejectum etc. Thäenert sc. 8.
  6. Salomon Gessner, nach A. Graff, 8.
  7. Heloise und Teodolde, Profilköpfe, in Punktirmanier, 2 Blät- ter 1790. Oval 8.
  8. Miniaturbildnisse für die neue Bibliothek der schönen Wissen- schaften, 8.
  9. Der Kopf eines Mannes, nach Liven, 4.
  10. Halbe Figur eines bärtigen Alten mit der Feder auf der Mütze, im Überkleide mit Gürtel. Copie nach G. F. Schmidt.
  11. Brustbild eines Alten ohne Bart, im Pelzrocke mit Agraffe, 4. Copie nach Schmidt, Nr. 143.
  12. Büste eines jungen Mannes mit einer Kappe, und in dem Mantel gehüllt; Copie nach Schmidt, Nr. 145. In der Grösse des Originals.
  13. Eine Alte (la Pouilleuse) in Lumpen mit ausgestreckter Hand,
  1. Copie nach Schmidt, Nr. 148.
  1. Büste einer alten Frau mit entblösstem Haupte. Copie nach Schmidt. Thäenert fec. 12.
  2. Joß in der Höhle, 4. Copie nach G. F. Schmidt, Nr. 161.
  3. Der Philosoph in der Grotte, oder Anchises nach dem Brande von Troja, 4. Copie nach Schmidt Nr. 192.

Punkirmanier, gr., fol. K, " ® Es gibt auch bunt colorirte Abdrücke,

  1. Amor und Anacreon, nach Oeser, 4

  2. Narcissus an der Quelle, nach demselben , 4.

  3. Mehrere Blätter für Voltaire's Candide, und für den Ro-

; man: Siegwart, nach Chodowiecki, 8.

  1. Einige Blätter für Schröck's alte Geschichte, nach B. Rode, 8.

  2. Mehrere Blätter für die französische Ausgabe der Werke Winckelmann's von Huber,

  3. Verschiedene Coiffuren für den Göttinger Almanach, 16.

  4. Landschaft mit grossen Bäumen und einigen Hütten. Wag-

— _ ner inv. et del. Thoenert sc. qu. fol.

  1. Felsige Gegend mit Wasserfall. Id. inv. et sc. qu. fol.

  2. Folge von 12 Landschaften mit Gebäuden für Hirschfelds ersten Gartenkalender, nach Schuricht, 16.

  3. Mehrere landschaftliche Blätter für Hirschfeld's Theorie de Gartenkunst. ' ' ;