Thiry oder Thierry, Leonard, Maler und Kupferstecher , jen- er Künstler, der seit Bartsch (P. gr. XVI. 307) gewöhnlich L. Davent, und von anderen Leon d'Aven, d'Avesne, Davin und Daris genannt wird, war ein Belgier. Auf dem ersten Blatte ei- ner Folge von Landschaften mit Darstellungen aus der Fabel der Proserpina steht nämlich: Leonardi Thiry Belgae pictoris longe excellentiss. invent. Von dieser Folge hatte Bartsch keine Kunde, er schuf seinen L. Davent nur aus einem Blatte, welches Nr. 7 beschrieben ist, und links im Rande den Namen »dauent« trägt. Darauf deutete er auch die Buchstaben L. D. auf seinen Blättern, und da ein sub Nr. 28 beschriebenes Blatt daneben auch noch das Zeichen L C hat, so sollte dieses nach Bartsch Lugduni Cel- tarum bedeuten; allein das Monogramm könnte auch aus LG. be- stehen, worunter ebenfalls Lugduni zu vermuthen wäre. Dass Thiry sich einige Zeit in Lyon aufgehalten habe, scheint richtig zu seyn, denn auf dem Blatte Nr. 6 steht L. D. Lion. In Lyon lebte auch ein Goldschmied, Namens Claude Thierry, genannt Le Nez, der 1572 bei der Verfolgung der Hugenotten in einem Alter von 50 oder 60 Jahren das Leben verlor, wie Crocius in seinem Marterbuche S. 1527 behauptet. Gleichzeitig mit diesem Gold- schmied ist auch L. Thiry, da aus den Daten seiner Blätter die Thätigkeit des letzteren um 1540 — 65 sich erweiset. Dass aber Leonard Thiry in Lyon geboren sei, wie Bartsch glaubt, scheint ohne Grund zu seyn, da er auf der oben genannten Folge ein Belgier genannt wird; auf seinen Geburtsort deutet eher das Wort »Davent«, nämlich auf Deventer, der Hauptstadt von Ober- Yssel. Die Buchstaben L. D. bedeuten demnach Leonardus Da- ventriensis oder noch eher L. Dirk oder Diery, nach der alten Orthographie des Namens. Sie kommen auch auf der oben ge- nannten Folge vor, welche wenigstens der Erfindung nach dem Leonhard Thiry angehört. Ferner finden wir einem Leonardus Theodoricus ein Buch mit Grottesken zugeschrieben, worunter unser L. Thiry oder Thierry zu verstehen seyn dürfte. Thiry ist wahrscheinlich der Lionardo Fiamingho Vasari's, welcher mit Rosso Rossi nach Fontainebleau kam, und nach dessen Zeichnungen malte. Auch die Blätter unsers Meisters deuten auf die Schule von Fontainebleau. Einige sind nach Francesco Primaticcio, andere nach Luca Penni gestochen, welche beide in Fontainebleau arbeiteten. Giulio Romano, Parmesano und Raphael boten ihm ebenfalls Vorbilder. Ein Theil ist nach eigener Erfindung gestochen. Die Mehrzahl dieser Blätter ist breit radirt, und in der Zeichnung besser als in der Ausführung. Bartsch kennt nur neun
Religiöse Darstellungen.
Die heil. Jungfrau sitzend mit dem Kinde, welches den kleinen Johannes küsst. Links erscheint der Evangelist, rechts Magdalena, zwei andere heilige Frauen und St. Joseph., Nach Parmesan, In der Mitte unten L. D. H. 8 Z. 9 L., Br. 6 Z. 8 L.
Der Heiland befreit die Altväter aus dem Limbus. Er steht in Mitte des Blattes mit dem Siegeszeichen und reicht ei- nem der beiden Greise die Hand. Rechts sieht man andere gerettete Seelen. Nach Primaticcio. In der Mitte unten L. D. H. 13 Z. 1 L., Br. 10 Z. 0 L.;
Christus heilt die Aussätzigen, welche rechts auf den Knien liegen. Nach Parmesano, Ohne Zeichen. H. 10 Z. 8 L., r. 15 Z.
St. Magdalena von Engeln in den Himmel getragen. Nach einem Meister der Schule von Fontainebleau. Unten ge- gen die Mitte L. D. H. 12 Z. 2 L., Br. 10 Z.
Der Name Jesu, I. H. S. durch Säulen mit Weinlaub ge- bildet. Ueber dem H sitzt der Erlöser, und unten sieht man Adam und Eva. Links erscheinen die Heiligen Pau- lus, Catharina und Barbara, rechts Petrus. Angeblich nach Primaticcio, und ohne Zeichen. H. 6 Z. 0 L., Br. 10 Z. 0 L.
6 – 9) Die Apostel blicken nach dem Heiland und der heil. Jungfrau, die beide in Engelglorien erscheinen. Großes Blatt von vier Platten, zum Zusammenfügen. Nach Giulio Romano.,
Das Blatt links unten mit sieben Aposteln innerhalb einer Balustrade, nach rechts St. Paul. Unten im Rande: L. D.
Das Blatt rechts oben mit sechs Aposteln, darunter St. Pe- ter. Rechts unten 546, links: dauent.
Das Blatt links oben mit der heil. Jungfrau auf Wolken von Engeln umgeben. In der Mitte unter dem Cherubim L. D. H. 10 Z., Br. 14 Z. 8 L.
Das Blatt rechts oben mit dem Heiland in Wolken in der Glorie von Engeln. In der Mitte unten L. D. In dersel- ben Grösse,
Geschichtliche Darstellungen.
Der Tod der Cleopatra durch die Schlange. Sie stützt sich mit der Linken auf eine grosse Vase, Nach Primaticcio, Unten die Buchstaben L. D. H. 10 Z. 9 L., Br. 6 Z.
Scipio's Enthaltsamkeit. Er sitzt rechts, und das nackte Weib steht zwischen einem Krieger und einem Greise. An der Kufe im Vorgrunde steht: Bologna (Primaticcio) L. D. Oval, Durchmesser der Höhe: 41 Z. 10 L., Br. 7 Z. 10 L.
Alexander, mit dem Bucephalus. Im Grunde links Philippus von den Höflingen umgeben. Unten: Bol. L. D. F. L. D. Chartres excu. Oval. H. 12 Z. 8 L., Br. 8 Z. 3 L.
Camillus zu Pferd erscheint vor den Römern, welche den Galliern Brandschatzung geben wollen. Nach Primaticcio, links unten L. D. H. 10 Z. 6 L., Br. 14 Z. 5 L.
Marcus Antonius beim Opfer, nach einer Darstellung an der Colonna Antonina vor Primaticcio gezeichnet. Rechts un- ter dem Altare, L. D. Im Rande steht: His et talibus —— desiderantur. Ant. Lafreri formis Romae M.D.LXV. — 7, H. 9½ Z. 10 L., Br. 17 Z. 8 L. |
Vor der Inschrift und vor Lafreri's Adresse, 1I. Mit derselben.
- Die Leiche des Patroclus von einem Krieger aus dem Schlacht- felde getragen. Nach Giulio Romano. Unten gegen die Mitte L. D. H. 13 Z., Br. 21 Z. 8 L.
Mythologische Darstellungen.
16 — 27) Die Göttinnen Juno, Venus, Pallas und die neun Mu- sen in sitzender Stellung, von Primaticcio in den Ecken des Schlosses in Fontainebleau gemalt, Folge von 12 Blät- tern, bezeichnet: Bologna L. D. H. 82 Z. 4 L., Br. 62 Z. 6 L.
Juno mit zwei Pfauen nach rechts.
Venus mit Amor nach links.
Pallas mit Waffen und einem offenen Buche nach rechts
Calliope vor Büchern auf dem Pulte.
Terpsichore mit einer Harfe zu den Füßen.
Erato mit dem Triangel.
Polymnia mit einem Hauche aus dem Munde.
Urania mit dem Globus zu den Füßen.
Clio mit zum Himmel erhobenem Blick.
Euterpe mit der Schalmei am Munde.
Thalia mit der erhobenen Rolle.
Melpomene mit einem Todten zu ihren Füßen.
Zwei nackte Frauen mit über den Kopf erhobenen Armen, vor ihnen Amor, nach Primaticcio. Rechts unten L. D. und das Monogramm I. C. oder L. G. H. 8 Z. 2 L., Br. 4 Z. 4 L.
Europa bekränzt mit ihren Frauen den Stier. Nach Prima- ticio. Rechts unten: Bologna L. D. H. 8 Z. 7 L., Br. 7 Z. 9 L.
Venus vor einem Stuhle stehend, mit der linken Hand am Kinne und der Rechten auf dem Rücken. Nach Primaticcio.
Rechts am Sitze. L. D. H. 10 Z. 3 L., Br. 5 Z. 4 L.
- Die Statue des Jupiter, mit einer Kugel in der Rechten und dem Blitz in der Anderen. Unten nach rechts L. D.
- Z. 4 L., Br. 5 Z. 0 L. |
Die Statue des Apollo von Belvedere. Unter dem linke Fusse L. D. Rechts unten Nr. 2 und die Adresse: J. C. V. ex. (Jan Claes Visscher excudit). H. 10 Z. 8 L., Br. 10 Z.
Jupiter von anderen Gottheiten begleitet, deren jede einen® Zweig des ihr geheiligten Baumes trägt, Unten im Cartouche Arborum genera, Plin., lib. XII, 1547. Angeblich nach Prima- ticio. Oben rund. H. 14 Z. 9 L., Br. 10 Z. 2 L.
Bellona auf Trophäen sitzend und die Linke auf den Schild | gestützt. Nach Primaticcio. In der Mitte unten: Bologna L. D. Im Halbzirkel. H. 9½ Z. 6 L., Br. 7 Z. 10 L. |
Mars auf Trophäen sitzend, mit dem rechten Arm auf den Cuirasse. Im Halbzirkel, wie oben bezeichnet und von gleicher Grösse.
Eine Göttin, welche von dem geöffneten Olymp gekommen zu seyn scheint. Sie spricht mit einem alten Bauer, auf nach der Herde von fünf Rindern deutet, welche man links
sieht. Nach Primaticcio, In der Mitte unten L. D., und im Rande: Cum privilegio Regis. H. 6 Z. 3 L., Br. 8 Z. 1 L.
Eine Quellnymphe am Fusse des Baumes sitzend. Sie stützt den linken Arm auf eine Urne, aus welcher Wasser fliesst. Nach Primaticcio, ohne Zeichen.,
Fünf Nymphen in einer Landschaft sitzend, die eine bei der Urne, aus welcher ein kleiner Fluss entspringt. Drei Nym- phen haben Saiteninstrumente und eine andere singt. Zu ihren Füssen sind Früchte. Nach Primaticcio, links unten am Steine in kleinen Charakteren L. D. H. 7 Z. 3 L., Br. 10 Z.
Diana nach der Jagd ruhend. Sie sitzt auf der Erde mit dem Pfeile in der Linken. Neben ihr ist ein Hund, und zu den Füssen der Göttin liegt ein Hirsch, ein Bär und ein Eber. Nach Primaticcio, gegen rechts die Buchstaben L. D. und in der Mitte des unteren Randes: A fontenubleau. H. 5 Z. 6 L. mit 3 L. Rand, Br. 10 Z. 5 L.
Danaë empfängt den goldenen Regen. Sie liegt auf dem Bette, und Amor steht rechts bei einer Alten mit der Vase. Dieses Blatt ist nach einer Zeichnung von Primaticcio ge- stochen. Rechts unten über der Draperie des Blattes stehen undeutlich die Buchstaben L. D. Oval. H. 8 Z., Br. 10 Z. 1 L.
Die Nymphe, welche den Satyr verstümmelt. Er liegt vor einem Zelte mit an den Baum gebundenen Händen. Nach Primaticcio, links unten unter dem rechten Ellbogen des Satyrs die Buchstaben L. D. H. 6 Z., Br. 11 Z.
Es gibt eine gegenseitige Copie aus der Zeit des Primaticcio. Der Baum steht rechts.;
Cadmus kämpft gegen den Drachen. Er stösst ihm die Lanze in den Rachen. Danach Primaticcio, in der Mitte unten L. D. H. 9 Z. 6 L., Br. 11 Z. 6 L.
Männer und Weiber im Garten beschäftigt. Am Eingange einer Arkade ist die Statue des Priapus errichtet, an deren Piedestal steht: A fontenubleau. Nach Primaticcio's Zeich- nung gestochen, links unten sehr klein die Buchstaben L. D., H. 11., Br. 12 Z. 3 L.
Die ersten Abdrücke haben die Buchstaben L. D. nicht.
- Herkules bekämpft auf den Schiffen der Argonauten die Kolchier, welche ihm die Landung verweigern. Rechts vorn bemerkt man einen Mann mit einem grossen Schilde. Nach Primaticcio, am Schiffe in Mitte des Blattes: BOLOGNA x INVENTOR, und etwas tiefer L. D. H. 8 Z. 8 L., Br. 12 Z. 8 L. -
Ein anonymer Meister der Schule von Fontainebleau hat diese Darstellung von der Gegenseite gestochen.,
Zwei Satyrn mit einem Esel, auf welchem Amor reitet. Vor- aus geht ein Satyr mit dem Horn, und hinter dem Esel folgen zwei Panther. Angeblich nach Primaticcio's Zeich- nung gestochen. Unten nach links L. D. H. 7 Z. 3 L., Br. 13 Z.
Psyche schöpft Wasser aus der von dem Drachen bewach- ten Quelle. Links unten: JVLIVS INVENTOR, rechts: L. D. auf dem Täfelchen. Dieses Bild malte Giulio Romano im Palazzo del T. zu Mantua., Oben rund., H. 7 Z. 7 L., Br. 14 Z. 6 L.
Adonis sterbend in den Armen seiner Jäger. Links kniet Venus im Schmerze über dessen Tod. Angeblich nach L.
Penni's Zeichnung, links unten L. D. H. 10 Z. 4 L., Br. 14 Z. 6 L.; =
Adonis verfolgt mit seinen Gefährten den Eber durch den Fluss. In Mitte des Grundes stürzt ein Mann vom Pferde, Nach L. Penni, unten L. D. 1547. Oval im Vierecke. } 11 Z., Br. 14 Z.
Diana und ihre Nymphen auf Kähnen einen Hirsch verfol- gend. Rechts vorn sitzen drei Nymphen. Nach L. Penni in der Mitte unten L. D. 1547. Oval im Vierecke. H. 11 Z.
Herkules von der Wollust und der Sinnlichkeit umgeben liegt rechts an der Seite der Omphale. Nach Primaticcio gestrichen gestochen, unten nach rechts L. D. H. 8 Z. 5 L.
r. 15 Z. 3 L.
Amazonen im Kampfe mit Kriegern. Rechts bläst einer die Trompete, und links ist ein Mann vom Pferde gestürzt. Nach einem antiken Basrelief, in der Mitte unten L. D. H. 6 Z. 8 L., Br. 15 Z. 5 L.
Mars und Venus an der Tafel von Amor, den Grazien und Nymphen bedient. Rechts vorn beschäftigt sich ein Liebes- gott mit dem Schwerte des Mars. Angeblich nach L. Penni's Zeichnung, rechts unten L. D. H. 10 Z. 8 L., Br. 15 Z. 10 L.
Eine Frau beim Opfer an der Terme. Rechts hinter der Statue sitzt ein Weib, und ein zweites bläst die Flöte. Nach Primaticcio, links unten die Buchstaben L. D. H. 8 Z. 6 L., Br. 16 Z. 6 L. | .
Jupiter drückt Regen aus den Wolken auf die Erde. Die Flussgötter liegen mit ihren Urnen auf der ausgebrannten Erde. Anscheinlich nach einem Plafondbild, und sehr gut
gestochen. Unten gegen die Mitte am Steine L. D. Oben
- Herkules in Frauenkleidung bei Omphale, Gemalt von Pri- maticcio im Vestibulum des goldenen Thores. Rechts unten am Piedestal der Terme L. D. In der Mitte: A Fontenableau. H. 40 Z. 6 L., Br. 16 Z. 2 L.
Ein anonymer Meister der Schule von Fontainebleau hat diese Darstellung von der Gegenseite gestochen.
Vulkan und die Cyklopen schmiden die Pfeile des Amor. Letzterer erscheint mit Venus, und ein Liebesgott reicht ihm einen Pfeil. Anscheinlich nach einer Zeichnung von L. Penni, links unten L. D. H. 12 Z., Br. 16 Z.
Amor in der Luft schwebend, wie er nach Apollo zielt. Letzterer begleitet mit seiner Lyra den Gesang der Nym- phen, welche rechts sitzen, während links vorn andere tanzen. Nach Giulio Romano gestochen, das Zeichen in der Mitte unten auf einem Täfelchen. H. 12 Z. 3 L., Br. 16 Z. 9 L.
Verschiedene andere Darstellungen.
Ein sitzendes Weib im Profil nach rechts. Sie macht zwei rechts im Grunde auf dem Bette sitzende Kinder auf etwas aufmerksam. Links in halber Höhe sind die Buchstaben L. D. mit einem aus M. A. R. bestehenden Monogramme, und gegen die Mitte unten steht die Jahrzahl 1540. An- geblieb nach einer Zeichnung von Parmiggiano gestochen, auf welchen aber das Monogramm nicht passt. H. 6 Z.
Pygmalion oder ein Bildhauer, welcher die Statue einer Venus, oder einer nackten Frau aufgestellt hat. Er arbeitet am Pica destelle, welches die Buchstaben L. D. trägt. Rechts im Grunde liegt ein Kind auf dem Bauche. An- scheinlich nach Primaticcio. H. 8 Z. 4 L?, Br. 4 Z. 9 L?
Ein junges Weib in Thränen vor einem Altare sitzend, auf welchem Feuer brennt. Zu ihren Füßen ist eine Schaufel, rechts eine Kufe und eine Ruthe. Rechts unten auf dem Täfelchen L. D. Anscheinlich nach einer Zeichnung von G. Romano und mit dem Stichel ausgeführt. H. 10 Z. 4 L., Br. 7 Z. 3 L.
Ein junger Mann, welchem eine Frau das Trinkgeschirr reicht. Sie steht rechts von anderen Weibern begleitet, Nach Primaticcio, oder Rosso. Vasari spricht im Leben des Letzteren von einem solchen Bilde. In der Mitte un- ten: A. Fontenaybleau, rechts unten L. D. Oben abgerun- det. H. 30 Z. 10 L., Br. 9 Z. 10 L.
Ein unbekannter Meister der Schule von Fontainebleau hat dieselbe Darstellung gestochen.
Zwei Greise in weiten Mänteln gehen zum Tempel. Links im Grunde erheben sich zwei Pyramiden. Nach Primaticcio. Rechts unten: Bologna, L. D. H. 9 Z. 3 L., Br. 11 Z. 3 L.
Zwei Männer, welche ein Kamel beladen. Nach rechts bemerkt man zwei Esel und einen Mann auf einem dersel- ben. Unten steht: Bol. inventeur, à, Fontainebleau, L. D. H. 11 Z. 6 L., Br. 16 Z.
Ein unbekannter Meister der Schule von Fontainebleau hat dieses Blatt von der Gegenseite copirt; die Esel links.
Ein Hirsch von Hunden überwältiget. Rechts auf dem Berge sind einige Jäger. Links unten: Bologna, L. D. H. 9 Z., Br. 12 Z. 9 L.
Mehrere Männer beim Fischfange. Links vorn fischen zwei mit der Angel, rechts ziehen zwei andere im Kahne das Netz. Nach Primaticcio. In der Mitte unten: L. D.
- Oval in viereckiger Einfassung, H. 11 Z. 4 L., Br. 12 Z.
- Ein nacktes Weib, welches zwei andere Weiber einem lü- sternen Satyr entgegentragen. In der Mitte unten: L. D.
- H. 8 Z. 6 L., Br. 15 Z. 6 L.
Zwei Faune, welche einen lüsternen Satyr dem Weibe ent- gegentragen, welches links sitzt, und dessen Ansinnen zu genehmigen scheint. Links unten L. D. Das Gegenstück zu obigem Blatte. H. 8 Z. mit O L. Rand, Br. 14 Z. 8 L.
Ein Tanz von drei Faunen und drei Bacchantinnen. Eine Bacchantin trägt eine Krone von Weinlaub, und eine an- dere ein fliegendes Band, und die Tänzer haben musikali- sche Instrumente. Nach einer Zeichnung von Rafael, in der Mitte unten L. D. H. 6 Z. 6 L., Br. 18 Z. 4 L.
Agostino Venetiano hat diese Darstellung gestochen.
- Eine Grotte mit drei Thoren, auf deren Pfeiler vier nackte Männer sitzen. Zu den Seiten der Grotte sieht man zwei giganteske Satyren. Über dem Mittelthore sind die Buch- staben L. D. Oben abgerundet. H. 9 Z., Br. 19 Z. 8 L.
Nagler's Künstler - Lex, Bd. XVIIL 23
- Ein Garten mit Nymphen an der Fontaine, um welche sich vier Säulen erheben, die Kugeln tragen. Links am Baume sitzt Diana mit dem Hirsche, und vor ihr sieht man: zwei Hunde. Rechts am Baume bemerkt man eine Nym- phe mit dem Korbe. Ohne Zeichen. Dieses Blatt hat un- gefähr die Grösse von Nr. 43., geht aber etwas in die Breite,
71 — 82) Eine Folge von 12 Blättern, mit Darstellungen aus der Fabel der Proserpina in landschaftlicher Umgebung, Das erste Blatt trägt den Namen des Künstlers, einige an- dere sind mit L. D. bezeichnet, aber so klein, dass man die Buchstaben kaum bemerkt, gr. qu. 8.
Diese Blätter haben lateinische Unterschriften, wir kön- nen sie aber nicht in ihrer gehörigen Ordnung aufzählen, da die Blätter, welche wir sahen, ohne Nummern sind.
- Plutonem, Veneris jussu, ferit arte Cupide. Bezeichnet: Leonardi Thiry Belgae pictoris longe excellentiss. invent.
72 ) Ditis ac Cereris componit Jupiter iras,
73 ) Detulit Ascalaphum Hecaten, fit noctua ditis.
Ex Pergusa Hecaten rapit ad sua tartara Pluto.
Plutoni Cianes aditum, non terra negavit.
At Nympharum Hecates timor adidit alas,
Ostendit Cereri Cianes quod nata reliquit.
78 ) Stellio fit Cererem irridens puer: illa sibabat,
Hic Arethusa docet Cererem, Proserpina quo sit.
Devastat siculos frugum Dea funditus agros.
Tartareos gustans frugus Proserpina visa est.
Ad gemitus Cereris flectuntur numina Olympi, .
Eine Folge von 12 Darstellungen aus der Fabel der Calisto in landschaftlicher Umgebung, gr. qu. 8.
Von dieser Folge kennen wir nur folgende Blätter, mit
lateinischen Inschriften, wie die obigen. .
Praegnantem ut sensit, superas conscendit ad auras.
Non patitur Diana scelus, rejicitque Calistum.
Verbera dum tessant, facta est mox Ursa Calisto.
Torto Arcas Ursam perimit Hanc Jupiter audit.
Ab Jove per silvas errans compressa Calisto.
Eine Folge von 12 Blättern mit römischen Ansichten, zum Theil vom Colosseum. Mit Titel von Jacob Androut
du Cerceau, Orleans 1550, gr. 8.
Diese seltene Folge hat Solis copirt, und die Blätter
mit seinem Monogramme bezeichnet, Nr. 352 — 364. Auf dem Titel steht sein Name: Virgilus Solis von Nürnberg |